Susann Wintsch (* 1967) ist eine Schweizer Kuratorin und Dozentin, aufgewachsen im Bezirk Affoltern. Sie lebt in Zürich.

Werdegang Nach Abschluss der Kantonsschule Enge in Zürich absolvierte Wintsch den Kaufmännischen Bildungsgang für Maturitätsabsolventen bei der Zürcher Kantonalbank. Während ihrer Ausbildung sties sie auf ein Inserat der Winterthurer Künstlerin Heidi Bucher, die eine Assistenz suchte. Darauf arbeitete Wintsch während zwei Jahren für die Künstlerin und studierte danach Kunstgeschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Zürich.

Wintsch unterrichtete Kunstgeschichte an der F+F Schule für Kunst und Design, sowie Zeitgenössische Kunst, Kunstgeschichte und Kunsttheorie an der ZHdK im BA Art Education und in den Z-Modulen.

Wintschs Interesse gilt der zeitgenössischen Kunst aus dem westasiatischen Raum. 2003 entstand unter ihrer Leitung das DVD-Magazin COMPILER im Rahmen eines KTI (Kommission für Technologie und Innovation)-Forschungsprojektes, welches danach zuerst als TREIBSAND - Contemporary Art Space On DVD und seit 2016 als TREIBSAND Online Exhibition Space weitergeführt wird. 2017 zeigte sie im Forum Schlossplatz in Aarau Arbeiten von Jumana E. Abboud, Alaa Abu Asad, Inas Halabi, Suhair Jarayseh, Wafa Mar'i und Ruba Salameh in der Ausstellung 880 m ü. M. - Zeitgenössische Kunst aus Palästina. Wintsch kennt auch die Kunstszenen in Afghanistan und Iran bestens und versammelte 2022 im Kunstmuseum Thun eine Momentaufnahme afghanischer Künstlerinnen und Künstler, denen die Flucht gelungen war, unter dem Titel The other Kabul. Remains of the Garden.

Mit Stephan Kunz, dem Kurator des Bündner Kunstmuseums in Chur, stellte Wintsch 2022 ebendort die Ausstellung Venedigsche Sterne zu Stickerei zusammen. Insbesondere der Kreuzstich hat in Graubünden eine grosse Tradition und fanden dort eigene Ausprägungen. Die Ausstellung stellte historische Stickerei den Werken von modernen und zeitgenössischen Kunstschaffenden gegenüber, wie (u. a.) Alice Bailly, Alighiero Boetti, Louise Bourgeois, Susan Hefuna, Gözde İlkin, Ernst Ludwig Kirchner, Isa Melsheimer, Marisa Merz, Jean-Frédéric Schnyder, Annegret Soltau, Sophie Taeuber-Arp, was die Aktualität der Stickerei als künstlerisches Medium betonte.

Ab September 2023 entwickelte Wintsch im Co-Leitungsteam Strategie, Programm, Gestaltung und Kommunikation des zukünftigen Stickereimuseums Stickerei – Museum. Archiv. Kommunikation (S‑MAK) in Lustenau. Von dort wechselte sie im März 2025 in die Geschäftsleitung des Kulturhaus Gewürzmühle Zug.

Im Zuger Kantonspital kuratiert sie zudem seit 2019 eine Ausstellungsreihe mit Zentralschweizer Künstlerinnen und Künstlern. Susann Wintsch schreibt regelmässig über und für Künstlerinnen wie u. a. Necla Rüzgar, Federica Gärtner, Teresa Chen.

Publikationen

COMPILER//01, DVD-Magazine for Contemporary Art: Was ist Kunst, Marinela Kozelij?, kuratiert mit Milica Tomic, Dezember 2003. TREIBSAND Contemporary Art Space On DVD [Volume 02]: Keep on Keeping On. Contemporary Art in Istanbul, kuratiert mit Necla Rüzgar, Oktober 2012. TREIBSAND Contemporary Art Space On DVD [Volume 01]: Analysing While Waiting (For Time To Pass): Contemporary Art in Tehran. Kuratiert mit Parastou Forouhar, Februar 2007. Stephan Kunz, Susann Wintsch (Hgs), Venedigsche Sterne – Kunst und Stickerei, ISBN 978-3-03942-124-4

Weblinks

Treibsand, Plattform für Videos und Filme von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern aus Metropolen Westasiens Gewürzmühle Zug

Einzelnachweise

Kategorie:Ausstellungskurator Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Frau