Andreas Dorpalen (* 2. Mai 1911 in Berlin; † 18. Dezember 1982 in Columbus, Ohio) war ein deutsch-amerikanischer Jurist und Historiker.

Leben Andreas Dorpalen war ein Sohn des Arztes Georg Dorpalen und der Alice Kuczynski. Seine Eltern wurden 1942 im Ghetto Theresienstadt Opfer des Holocaust. Dorpalen besuchte das Französische Gymnasium Berlin und studierte anschließend Rechtswissenschaften an den Universitäten in Freiburg und München. Er wurde 1932 an der Universität Bonn promoviert. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde ihm als Jude der Berufsweg als Jurist verwehrt und er fand eine Beschäftigung in der Bank seines Onkels Richard RosenthalHans H. Lembke: Ein aufmerksamer Bürger und ein jüdischer Bankier. Nicht-arischer Grundbesitz in Itzehoe. In: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte 48, 2007, S. 79, Digitalisat. Richard Rosenthal war ein Schwiegersohn von Wilhelm Kuczynski.

1936 emigrierte er in die USA und arbeitete als freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Ab 1943 lehrte er am Kenyon College in Ohio und danach an der St. Lawrence University. Er war von 1958 bis 1978 Professor für deutsche und europäische Geschichte an der Ohio State University, Columbus. Außerdem war er 1953/54 Guggenheim Fellow und 1969 Mitglied des Institute for Advanced Study in Princeton.

Schriften Die Anfechtung von Gesellschafterbeschlüssen im G.m.b.H.-Recht. Würzburg 1933 (Zugleich: jur. Diss., Bonn 1932). The World of General Haushofer. Geopolitics in Action. Farrar & Rinehart, New York, NY/Toronto 1942. Heinrich von Treitschke. Yale University Press, New Haven/Oxford University Press, London 1957 (Neuaufl. Kennikat Press, Port Washington, NY 1973) Hindenburg and the Weimar Republic. Princeton University Press, Princeton 1964 (dt. Ausgabe 1966). Europe in the 20th Century. A History. Macmillan, New York 1968. SPD und KPD in der Endphase der Weimarer Republik. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 31 (1983), S. 77–107. German History in Marxist Perspective. The East German Approach. Wayne State University Press, Detroit, Mich./Tauris, London 1985, ISBN 0-8143-1804-5.

Literatur Dorpalen, Andreas, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 224 Andreas Dorpalen, in: Catherine Epstein: A past renewed : a catalog of German-speaking refugee historians in the United States after 1933. Washington, DC: German Historical Institute, 1993, S. 57–61

Weblinks

Angaben bei goodreads Website des Institute for Advanced Study, Princeton Website an der Ohio State University

Einzelnachweise

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