mini|Ruine von Schloss Kuhna. mini|Lithografie des Schlosses Kuhna, 1860–61,Nach einer Original-Aufnahme von Fr. Hartwig, ausgeführt von Th. Albert. Sammlung Alexander Duncker. Das Schloss Kuhna () ist die Ruine eines Schlosses in Kuhna (Kunów), Powiat Zgorzelecki, Polen.

Geschichte Das Gut zu Kuhna war schon vor 1390 in Besitz derer von Gersdorff, ab 1538 in Besitz der von Warnsdorf, die 1579 ein Renaissanceschloss mit umgebendem Wassergraben errichten ließen. Ein Hans Georg d. J. von Warnsdorf besaß mehrere Güter in der Region um Görlitz.Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635 - 1815. Band 3, Hrsg. Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften, Selbstverlag-Verein, Görlitz/Niederlößnitz 1919, u. a. S. 71.

Im Jahr 1662 wurde das Schloss um einen Nordflügel erweitert. Später war es in Besitz des Adelsgeschlechts Holtzendorff und derer von Uechtritz, die das Schloss barock umbauen ließen. Um 1750 war eine Frau von Knoch geborene von Schönberg die Eigentümerin; 1845 galt Herr Meusel als Grundherr.Hugo Saurma Freiherr von und zu der Jeltsch (Hrsg.): Wappenbuch der Schlesischen Städte und Städtel. Ill.: L. Clericus, Comm. Goerlich & Coch-Breslau, Berlin 1870, S. 150 f. Im Jahr 1824 wurde das Schloss modernisiert.

Ab 1852 wurde das Herrenhaus mit Fensterverdachungen und einem Zinnenkranz neogotisch überformt. Als Bauherr tätig wurde der Bankier Martin Magnus (1796–1869), im Jahr 1853 in den Adelsstand erhoben, 1868 gleich in den Freiherrenstand (landläufig Baron). Er war Inhaber des Bankhaus F. Mart. Magnus in Berlin-Mitte. F. M. Magnus war in erster Ehe verbunden mit Fanny Fränkel (1801–1841) aus Warschau stammend und in zweiter Ehe mit Henriette von Prittwitz und Gaffron (* 1831).Vgl. Informationen zu seiner zweiten Ehefrau, In: Moritz Maria von Weittenhiller: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adelsgeschlechter. 1878. Jahrgang 3, Buschak & Irrgang, Brünn/Wien November 1877, S. 582. Nutznießer wurden zunächst kurz Freiherr Martin von Magnus-Drehsa (* 1819) und dessen Schwester Marie (* 1833). Marie von MagnusGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1875. Jahrgang 25, Justus Perthes, Gotha 11. November 1874, S. 455 f. heiratete 1854 auf Kuhna den Offizier und späteren Generalmajor Anton von L`Estocq (1868–1932). Erbe war aber dann der Halbbruder Martin (Martin Heinrich Karl) von Magnus (* 1859). Freiherr Martin jun. von MagnusR. von Mosch: Deutsches Adelsblatt. Wochenschrift für die Aufgaben des christlichen Adels. №. 4, VII. Jahrgang, J. A. Stargardt-Verlag G. & G., Berlin, Sonntag 27. Januar 1889, S. 60. heiratete Marie Ida von Witzleben (* 1871). Der Rittergutsbesitzer von Magnis-Kuhna war in mehreren Fachverbänden organisiert.Jahrbuch der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. 1893. Band 8, Verlag Paul Parey, Berlin 1893, S. 32. Der Besitz in Kuhna beinhaltete Ende des 19. Jahrhunderts 195 ha und in Thielitz 197 ha.Schlesisches Güter-Adreßbuch. 1894. Verzeichniß der sämmtlichen Rittergüter und selbständigen Guts- und Forstbezirke. Fünfte Ausgabe, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 234. Nr. 2112, S. 238, Nr. 2149. Hinzu kamen noch Güter in Wendisch-Ossig und Cosma.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1907. Jahrgang 57, Justus Perthes, Gotha 17. November 1906, S. 492.

Der letzte Gutsbesitzer zu Kuhna Martin (Martin Heinrich Karl) von Magnus starb 1939 in Görlitz, seine Frau Maria von Magnus geb. von WitzlebenWalter von Hueck, Erik Amburger, Friedrich Wilhelm Euler, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1973. Band XII, Band 55 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, S. 467. ebenda 1948.

Nachdem die Region an die Volksrepublik Polen gefallen war, wurde eine auf Schloss und Gut eine PGR errichtet.

Architektur Der älteste Teil der Anlage ist das zweigeschossige Schloss. Davor befindet sich ein Turm mit barockem Aufsatz, dessen Turmhelm nach 1945 abgetragen wurde. Das Säulenportal des Schlosses hat einen Fries mit den Familienwappen der Familien von Warnsdorf, von Rechenberg, von Schaffgotsch und von Zedlitz. Im Tympanon über dem Portal befindet sich eine Vanitas-Darstellung.

Östlich des Schlosses befindet sich eine Kapelle. In der Nähe des Palastes befindet sich ein Komplex von Wirtschaftsgebäuden, bestehend aus drei Nebengebäuden, einem Getreidespeicher und Nebengebäuden. Hinter dem Palast befinden sich die Überreste des Landschaftsparks. mini|Wappen-Relief. Literatur Arne Franke (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser. Band 1: Niederschlesien. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Görlitz 2015, S. 191 Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst Text. Band 3, Selbstverlag, Berlin 1865/1866, Blatt 166. Friedrich Gottlob Leonhardi (Hrsg.): Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich-Sächsischen Lande. Band 4, 3. Auflage, Johann Ambr. Barth, Leipzig 1806, S. 335.

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Einzelnachweise

Kuhna Kuhna Kuhna Kuhna Kategorie:Bauwerk des Historismus in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Renaissancebauwerk in der Woiwodschaft Niederschlesien Kuhna Kategorie:Barockisiertes Bauwerk Kategorie:Historistisch überarbeitetes Bauwerk Kategorie:Gmina Zgorzelec Kuhna Kategorie:Uechtritz (Adelsgeschlecht) Kategorie:Holtzendorff (Adelsgeschlecht) Kategorie:Gersdorff (Adelsgeschlecht)