Diese Liste beschreibt das Gedeck für Natalie Barney auf dem Tisch der Kunstinstallation The Dinner Party von Judy Chicago. Sie ist Teil der Liste der 999 Frauen des Heritage Floor, die den jeweiligen Gedecken auf dem Tisch zugeordnet sind. Die Namen der 999 Frauen befinden sich auf den Kacheln des Heritage Floor, der unterhalb des Tisches angeordnet, zur Kunstinstallation gehört.

Beschreibung Die Installation besteht aus einem dreiseitigen Tisch, an dem jeweils 13 historische oder mythologische Persönlichkeiten, somit insgesamt 39 Personen, von der Urgeschichte bis zur Frauenrechtsbewegung Platz finden. Diesen Personen wurde am Tisch jeweils ein Gedeck bestehend aus einem individuell gestalteten Tischläufer, einem individuell gestalteten Teller sowie einem Kelch, Messer, Gabel, Löffel und einer Serviette zugeordnet. Die erste Seite des Tisches widmet sich der Urgeschichte bis zur Römischen Kaiserzeit, die zweite der Christianisierung bis zur Reformation und die dritte von der Amerikanischen Revolution bis zur Frauenbewegung. Jedem Gedeck auf dem Tisch sind weitere Persönlichkeiten zugeordnet, die auf den Fliesen des Heritage Floor, der den Raum unter dem Tisch und die Mitte des Raumes zwischen den Seite des Tisches einnimmt, einen Eintrag erhalten haben. Diese Liste erfasst die Persönlichkeiten, die dem Gedeck von Natalie Barney zugeordnet sind. Ihr Platz befindet sich an der dritten Tischseite.

Hinweise Zusätzlich zu den Namen wie sie in der deutschen Transkription oder im wissenschaftlichen Sprachgebrauch benutzt werden, wird in der Liste die Schreibweise aufgeführt, die von Judy Chicago auf den Kacheln gewählt wurde.

Die Angaben zu den Frauen, die noch keinen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia haben, sind durch die unter Bemerkungen angeführten Einzelnachweise referenziert. Sollten einzelne Angaben in der Tabelle nicht über die Hauptartikel referenziert sein, so sind an der entsprechenden Stelle zusätzliche Einzelnachweise angegeben. Bei Abweichungen zwischen belegten Angaben in Wikipedia-Artikeln und den Beschreibungen des Kunstwerks auf der Seite des Brooklyn Museums wird darauf zusätzlich unter Bemerkungen hingewiesen. Gedeck für Natalie Barney mini|hochkant|Natalie Barney von Alice Pike Barney (1896)

Natalie Barney wurde am 31. Oktober 1876 in Dayton, Ohio geboren. Ihr Vater war der wohlhabende Eisenbahnbesitzer Albert Clifford Barney und ihre Mutter die Malerin Alice Pike Barney. Ihre Ausbildung erhielt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Laura Clifford Barney im französischen Mädchen-Internat Les Ruches in Fontainebleau von Mademoiselle Marie Souvestre. Finanziell unabhängig übersiedelte sie 1898 von Washington nach Paris und eröffnete dort einen Literarischen Salon. Diesen betrieb sie bis 1968 und jeden Freitag traf sich dort eine exzentrische Gesellschaft, die sich literarischen Gesprächen und der Besprechung von Theaterprojekten widmete. Der Salon diente auch der Selbstdarstellung seiner Besucher. So konnte Mata Hari nur mit Mühe überzeugt werden, statt leichtbekleidet auf einem Elefanten anzureiten, ein Zirkuspferd zu nehmen. Barney war bekannt für ihre mutigen offenen lesbischen Beziehungen zu der Dichterin Renée Vivien, der Tänzerin Liane de Pougy und der Malerin Romaine Brooks. Sie war selbst Autorin und diente als Vorbild einer Reihe literarischer Werke.

Der Teller für Natalie Barney auf dem Tisch der Dinner Party ist in einem Tiffany-Muster in der Form einer Lilie gestaltet. Barney bevorzugte die Lilie, ein traditionelles Symbol für Weiblichkeit, aber auch, weil ihre erste Liebhaberin, Liane de Pougy, die Lilie als ihr Wahrzeichen ansah. Barney hat dieses für sich übernommen. Die Farbpalette, die für die Gestaltung des Tellers genutzt wurde, sind schillernde Blau- und Violetttöne mit goldenen Akzenten. Verziert ist er mit Perlen. Er soll den Glamour und die Opulenz von Barneys Leben widerspiegeln, die als reiche Frau einen Salon in Paris eröffnen und unterhalten konnte. Der Tischläufer greift in seiner Gestaltung diese Opulenz auf. Er ahmt den Jugendstil nach und nutzt die Farbpalette des Tellers. Der Stoff, eine Art-déco-Seide aus den 1920er oder 1930er Jahren, ist in der Form von Schmetterlingsflügeln gestaltet. Abschnittsränder der Flügel sind mit schwarzen Glasperlen besetzt. Transparenter Stoff überzieht die Flügel, dies ahmt das Schillern des Tellers nach. Die Schmetterlingsflügel auf dem Tischläufer reichen nicht bis an die Ränder des Läufers, sondern entfalten ihre Form frei von einem vorgegebenen Rand. Hiermit wollte Chicago auf das von äußeren Zwängen freie Leben Barneys in sexueller Hinsicht und auch in ihrem Salon hinweisen.

Name Schreibweise auf der Kachel Geburts­datum kulturräumliche Zuordnung Bemerkungen BildAlice Pike BarneyAlice Pike Barney1857Vereinigte StaatenMalerin, Mäzenin und Salonnière.120pxAnne BonnyAnne Bonney um 1699IrlandPiratin in der Karibik.120pxCatherine de Vivonne, Marquise de RambouilletCatherine de Rambouillet1588FrankreichPersönlichkeit der Gesellschaft und eine wichtige Figur in der Literaturgeschichte des 17. Jahrhunderts in Frankreich.120pxClaudine Guérin de TencinClaudine de Tencin1682FrankreichSalonnière in Paris im Zeitalter der Aufklärung.120pxCristina Trivulzio BelgiojosoCristina Trivulzio1808ItalienItalienische Adlige, die eine wichtige Rolle in Italiens Unabhängigkeitskampf spielte. Sie ist auch als Schriftstellerin und Journalistin bemerkenswert.120pxDjuna BarnesDjuna Barnes1892Vereinigte StaatenSchriftstellerin und Illustratorin. Sie zählt zu den wichtigen Autorinnen der literarischen Moderne.120pxEleanor Charlotte Butler (Ladies von Llangollen)Eleanor Butler1739Irland, WalesLieß sich mit Sarah Ponsonby 1778 gegen die Konventionen ihrer Zeit in Wales nieder. Ihr Haus war Ziel zahlreicher Adliger, Politiker und Schriftsteller.120pxFélicité de GenlisStephanie de Genlis1746FrankreichHofdame und Schriftstellerin.120pxGertrude SteinGertrude Stein1874Vereinigte StaatenSchriftstellerin, Verlegerin und Kunstsammlerin. Künstlerin der klassischen literarischen Moderne.120pxJulie de LespinasseJulie de Lespinasse1732FrankreichSalonnière der Aufklärung.120pxJulie RécamierJeanne Recamier1777FrankreichSalonnière. Sie unterhielt seit den frühen Tagen des Konsulats einen Salon in Paris, der ein wichtiger Treffpunkt der oberen Gesellschaft, aber auch der Kritiker und politischen Gegner Napoleons war.120pxLou Andreas-SaloméLou Andreas Salomé1861Deutschland, RusslandSchriftstellerin, Erzählerin, Essayistin und Psychoanalytikerin aus russisch-deutscher Familie.120pxLouise LabéLouise Labé1524FrankreichAutorin, Dichterin.120pxMadeleine de ScudéryMadeleine de Scudéry1607FrankreichSchriftstellerin des Barock.120pxMadeleine de SouvréMadeleine de Sable1599FrankreichAdlige und Salonnière.120pxMarie de Rabutin-Chantal, Marquise de SévignéMarie de Sévigné1626FrankreichAngehörige des französischen Hochadels, als Autorin wurde sie durch ihre Briefe bekannt, wird zum Kreis der Klassiker der französischen Literatur gerechnet.120pxMarie de Vichy ChamrondMarie du Deffand1697FrankreichSalonnière im Zeitalter der Aufklärung.120pxMarie SalléMarie Sallé um 1707FrankreichTänzerin, Zeitgenossin und Rivalin der Marie Camargo, wurde an die Pariser Oper engagiert.120pxMarie Thérèse Rodet GeoffrinMarie Geoffrin1699FrankreichAutorin und Salonnière der Aufklärung.120pxMary ReadMary Read um 1685England, JamaikaPiratin und Freibeuterin auf dem Schiff von Jack Rackham.120pxMata HariMata Hari1876NiederlandeVor und während des Ersten Weltkrieges exotische Nackttänzerin, Tänzerin und Spionin für den deutschen Geheimdienst.120pxNinon de LenclosNinon de L’Enclos1620FrankreichKurtisane und Salonnière. Sie gilt in Frankreich als eine der herausragendsten Frauen des 17. Jahrhunderts.120pxRadclyffe HallRadclyffe Hall1880Vereinigtes KönigreichDichterin und Schriftstellerin. Sie schrieb unter anderem acht Romane, darunter den bekannten, von der lesbischen Stephen Gordon handelnden, Roman The Well of Loneliness.120pxRenée VivienRenee Vivien1877Vereinigtes Königreich, FrankreichDichterin und eine der letzten Vertreterinnen des Symbolismus.120pxRomaine BrooksRomaine Brooks1874Frankreich, ItalienMalerin und Bildhauerin.120pxSarah Ponsonby (Ladies von Llangollen)Sarah Ponsonby1755Irland, WalesLieß sich 1778 mit Eleanor Butler gegen die Konventionen ihrer Zeit in Wales nieder. Ihr Haus war Ziel zahlreicher Adliger, Politiker und Schriftsteller.120pxSophie de CondorcetSophie de Condorcet1764FrankreichSalonnière von 1789 bis zur Schreckensherrschaft, und wieder von 1799 bis zu ihrem Tod im Jahr 1822. Ihre Salons wurden von britischen und französischen Intellektuellen besucht.120px

Einzelnachweise

Weblinks

Brooklyn Museum, Natalie Barney The Dinner Party auf der Website von Through the Flower, Non-Profit-Organisation von Judy Chicago Kategorie:Brooklyn Museum Kategorie:Liste (Kultur)