mini|hochkant|Albert Gartmann, als Kriegsmaler um 1917 Albert Carl Otto Gartmann, auch Garthmann (* 1. Mai 1876 in Gransee, Kreis Ruppin; † 11. April 1946 in Buenos Aires, Argentinien), war ein deutscher Landschafts-, Porträt-, Stillleben-, Genre- und Kriegsmaler der Düsseldorfer Schule.Künstler und Künstlerinnen der Düsseldorfer Malerschule. Museum Kunstpalast, Auswahl, Stand: November 2016; (PDF; 2,5 MB).
Leben mini|Porträt zweier Kinder (1913); Öl auf Leinwand Gartmann, Sohn des Metzgers Carl Hermann Gartmann (1852–1931) und dessen Ehefrau Emilie Caroline Albertine, geborene Voss (1855–1906), verbrachte eine langjährige Lehr- und Wanderzeit als Dekorationsmaler, ehe er im Jahr 1900 ein Studium der Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf begann. Dort war Peter Janssen der Ältere sein Lehrer. 1902 wechselte er auf die Berliner Akademie und wurde Schüler von Georg Ludwig Meyn und Arthur Kampf. Am 2. März 1908 heiratete er in Triebes Elise Helene Onemüller (1886–1968), die die Söhne Benvenuto, kurz „Uto“ (1909–1945), Heinz (1912–?), Götz Klaus (1915–1942) und Peter Ulrich (1920–1989) gebar. Das Paar ließ sich später scheiden. mini|hochkant|Bildnis des Fürsten Friedrich zu Solms-Baruth, 1906/1907 Seit 1906 stellte Gartmann in Berlin aus, hauptsächlich Ölbildnisse, darunter die Porträts von Adolf von Arnim, Friedrich zu Solms-Baruth und Anton Dohrn. Außer Porträts schuf er Genrebilder, Landschaften und Stillleben. 1908 wurde Gartmann an der Berliner Akademie der große Staatspreis für eine Reise nach Italien und einen Atelier-Aufenthalt in der römischen Villa Strohl-FernArtisti a Villa Strohl-Fern. Luogo d’arte e di incontri a Roma tra il 1880 e il 1956. Gangemi Editore, Rom 2012, ISBN 978-88-492-7337-3, S. 188 (books.google.de – Leseprobe). verliehen. In Rom weilte er von Dezember 1908 bis Ende Juni 1909.Friedrich Noack: Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1927, Band 2, S. 197. Während des Ersten Weltkriegs war er als Kriegsmaler an der Ostfront eingesetzt und brachte Bilder von Kriegserlebnissen in Russland und Mazedonien mit.
Nach dem Krieg war er in Wimpfen am Neckar ansässig. Gefördert wurde er in dieser Zeit durch den Berliner Mäzen Eduard Arnhold, der 1918 über Karl Haberstock zwei Bilder von ihm für je 3000 Mark erwarb.Michael Dorrmann: Eduard Arnhold (1849–1925). Eine biographische Studie zu Unternehmer- und Mäzenatentum im Deutschen Kaiserreich. Akademie Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003748-2, Anhang B, S. 351 (books.google.de – Leseprobe). 1923 hielt er sich für einen Porträtauftrag des aus Heilbronn gebürtigen Geschäftsmanns Hermann Wollenberger (1867–1945) in Chicago auf. Dabei stellte er auf der 36. Jahresausstellung amerikanischer Gemälde und Skulpturen des Art Institute of Chicago ausArt Institute of Chicago: Catalogue of the Thirty-Sixth Annual Exhibition of American Paintings and Sculpture. Band 36, 1923. und trug sich mit der Absicht, dort ein Atelier zu eröffnen.The Advocate. America’s Jewish Journal. Chicago, Band 65, 1923, S. 238. Mit seinem Sohn Heinz schiffte er sich 1924 in Bremerhaven auf der Columbus nach New York City ein. Sie kamen am 9. November 1924 dort an. Von den Vereinigten Staaten führte die Auswanderung 1925 weiter nach Südamerika.Wilhelm Lütge, Werner Hoffmann, Karl Wilhelm Körner: Geschichte des Deutschtums in Argentinien. Deutscher Klub, Buenos Aires 1955, S. 353. Auf einer Schiffsreise mit der Sierra Morena machte er Station in Lima, Santiago de Chile, Buenos Aires, Montevideo und Rio de Janeiro. Dabei erhielt er Gelegenheit, prominente Persönlichkeiten, etwa den argentinischen Präsidenten Marcelo Torcuato de Alvear, zu porträtieren und Landschaften zu malen.Brazilian American. 1925, S. 87. Gartmann ließ sich schließlich in La Cumbre in der zentralargentinischen Provinz Córdoba als Kunstmaler nieder. In Argentinien bereiste er verschiedene Gegenden, etwa die Provinz Tucumán, deren Landschaftsbilder er 1935 in der Galería Nordiska in Buenos Aires ausstellte.Exposición del artista alemán Albert Gartmann: paisajes de Tucumán. Ausstellungskatalog (1935) im Portal catalogo.espigas.org.ar abgerufen am 2. November 2019. Als 1938 im Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin eine Ausstellung seiner Gemälde stattfand, ließ er eines davon Adolf Hitler als Geschenk überbringen.Deutsche Arbeit. Band 38. Verlag Grenze und Ausland, 1938, S. 68.
Literatur
Johannes Franze: Albert Gartmann, ein deutscher Maler in Argentinien. In: Jahrbuch des Deutschen Volksbundes für Argentinien. Buenos Aires 1937, S. 147–150. Gertrud Richert: Albert Gartmann. Ein deutscher Maler in Argentinien. In: Ibero-amerikanisches Archiv, April 1938, Jahrgang XII, Nr. 1, S. 94.
Weblinks Albert Gartmann. Datenblatt im Portal rkd.nl (RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis) Albert Carl Otto Gartmann. genealogisches Datenblatt im Portal gw.geneanet.org Albert Gartmann. Auktionsresultate im Portal artnet.de
Einzelnachweise
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