Annabel Wahba (* 17. Mai 1972 in München) ist eine deutsche Journalistin, Drehbuch- und Jugendbuchautorin. Kernthemen ihrer Reportagen sind die Politik im Mittleren Osten sowie Flucht und Integration.

Werdegang Wahbas koptischer Vater kam 1958 nach einem Physikstudium an der Ain-Schams-Universität als Stipendiat nach München, wo er ihre Mutter, eine deutsche Bibliothekarin kennenlernte. Nach seiner Promotion 1964 zum Dr.-Ing. an der TU München siedelten sie zusammen mit den beiden ältesten Geschwistern Wahbas nach Kairo über. Nach dem Sechstagekrieg wanderte die Familie 1968 nach Deutschland aus, wo ihr Vater neben seiner Tätigkeit für die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit an der Gründung der koptischen Gemeinden in Deutschland in den Jahren 1975 bis 1980 mitwirkte. In: Informationsblatt der Koptisch-Orthodoxen Gemeinde in München und Umgebung. 22. März 2015. Annabel Wahba ist im Erdinger Ortsteil Bergham aufgewachsen und zur Schule gegangen.Ich bin ein Chamäleon. In: Die Zeit. Nr. 40 2006, 28. September 2006.Max Ferstl: Das Chamäleon-Prinzip. In: Süddeutsche Zeitung. 28. Juli 2017. Nach ihrem Abitur 1991 absolvierte sie eine Volontariatsausbildung an der Deutschen Journalistenschule. 1997 schloss sie ihr Studium der Politikwissenschaft an der Universität München mit einem Magister ab.

Während ihres Studiums verliebte sie sich in einen Israeli, dessenwegen sie nach ihrem Magister für zwei Jahre als freie Korrespondentin für den Mittleren Osten nach Israel ging. Ihre Erfahrungen als Deutsche mit arabischen Wurzeln zwischen Juden verarbeitete sie gemeinsam mit ihrem späteren Mann, dem schottischstämmigen Journalisten und Drehbuchautor Barry Thomson, zum Drehbuch einer 2014 von Degeto Film für BR Fernsehen verfilmten Culture-Clash-Komödie.Annabel Wahba: Beziehungsstatus: Es ist kompliziert. In: ZEITMagazin. Nr. 50/2014, 4. Dezember 2014. Aus Sicht des Tagesspiegels kam dabei ein „gelungener, temperamentvoller ARD-Film […], der auch hätte von Woody Allen stammen können,“ heraus.Markus Ehrenberg: Die Landneurotiker. In: Tagesspiegel. 4. November 2015. Für Tilmann P. Gangloff zeichnete sich das Drehbuch durch seine „vielen witzigen Ideen“ aus und löste „immer wieder auf wunderbare Weise brisante Momente heiter auf.“Tilmann P. Gangloff: Das Lachen bleibt im Halse stecken. In: Stuttgarter Zeitung. 4. November 2015.

Im Jahre 1999 kehrte Wahba nach Deutschland zurück und gehörte ab Oktober 1999 bis 2001 der Redaktion des Jugendmagazins Jetzt an. Von 2001 bis 2006 war sie Redakteurin auf der Reportageseite des Tagesspiegels, seit 2007 ist sie Mitarbeiterin der Zeit.

In den Jahren 2006 und 2007 absolvierte Wahba gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Ausbildung an der Drehbuchwerkstatt München. In: Drehbuchwerkstatt München. Wahba war unter anderem an den Drehbüchern mehrerer SOKO-Leipzig- und Degeto-Filme beteiligt.

Wahbas Reportage „Der letzte Chat“Annabel Wahba: Der letzte Chat. In: Die Zeit. Nr. 26 2009, 18. Juni 2009. wurde 2009 für den Deutschen Reporterpreis nominiert. In: reporter-forum.de. November 2009. Ihr Artikel „Meine Putzfrau kehrt heim“Annabel Wahba: Meine Putzfrau kehrt heim. In: Die Zeit. Nr. 35 2008, 21. August 2008. wurde 2009 für die Short-List des Egon-Erwin-Kisch-Preises ausgewählt. In: Henri Nannen Preis. März 2009. Wahbas zusammen mit einer Journalistengruppe der Zeit im Zuge der #MeToo-Debatte durchgeführten Recherchen über die Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Dieter Wedel wurden mit in die Short-List des Nannen Preises der Kategorie „Investigation“ aufgenommen, In: Nannen Preis. April 2019. für die Reporte wurde das Rechercheteam 2018 mit dem Deutschen Reporterpreis und dem Leuchtturm-Preis sowie als Journalist des Jahres ausgezeichnet.

Wahba lebt seit 2001 mit ihrem Mann Barry Thomson und ihren Kindern in Berlin.

Bücher Annabel Wahba: Tausend Meilen über das Meer: die Flucht des Karim Deeb. cbj Kinderbücher Verlag, München 2016, ISBN 978-3-570-40335-8. Annabel Wahba: Mein Versuch, ethisch korrekt zu essen. In: Gunther Hirschfelder, Angelika Ploeger, Jana Rückert-John, Gesa Schönberger (Hrsg.): Was der Mensch essen darf: Ökonomischer Zwang, ökologisches Gewissen und globale Konflikte. Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01465-0, S. 309–314 ().

Filmographie Blinde Liebe, SOKO Leipzig Nr. 343 S17E7, Erstausstrahlung am 16. Februar 2018.SOKO Leipzig – „Blinde Liebe“. In: quotenmeter.de. Falsche Hoffnung, SOKO Leipzig Nr. 345 S18E2, Erstausstrahlung am 21. September 2018.SOKO Leipzig – „Falsche Hoffnung“. In: quotenmeter.de. Herbe Mischung, Degeto Film/BR Fernsehen, Erstausstrahlung am 4. November 2015.Fernsehfilm „Herbe Mischung“. In: tittelbach.tv.

Auszeichnungen für die Artikel „Im Zwielicht“Jana Simon, Annabel Wahba, Christian Fuchs, Nadine Ahr, Anne Kunze, Amrai Coen und Götz Hamann: Im Zwielicht. In: ZEITMagazin. Nr. 2/2018, 3. Januar 2018. und „Der Schattenmann“ (2018)Jana Simon, Annabel Wahba, Christian Fuchs, Khuê Pham und Nadine Ahr: Der Schattenmann. In: Die Zeit. Nr. 5/2018, 25. Januar 2018. über die Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Dieter Wedel Deutscher Reporterpreis in der Kategorie „Investigation“ZEITmagazin und DIE ZEIT gewinnen drei Auszeichnungen. In: Zeit Online. 4. Dezember 2018. Leuchtturm-PreisLeuchtturm 2018 für das MeToo-Rechercheteam der ZEIT. In: Netzwerk Recherche. 29. Juni 2018. Journalist des Jahres 2018 in der Kategorie „Reportage national“Marc Bartl: Stephan Lamby ist Journalist des Jahres 2018 – auch Melanie Amann und Markus Lanz ausgezeichnet . In: kressreport. 18. Dezember 2018. für ihre Reportage „Unter einem Dach“ (2016)Annabel Wahba: Unter einem Dach. In: ZEITmagazin. Nr. 43/2016, 14. Oktober 2016. Karl-Buchrucker-Preis (Themenpreis)Preisträger. In: Innere Mission München. für den Artikel „Mein arabischer Vater“ (2016)Annabel Wahba: Mein arabischer Vater. In: ZEITmagazin. 14. April 2016. Andere Zeiten Journalistenpreis (2. Preis 2016) In: Andere Zeiten. 27. Juli 2016. für den Artikel „Mir gehört Auschwitz“ (1998)Annabel Wahba: In: Süddeutsche Zeitung. 14. August 1998. Axel-Springer-Preis für junge JournalistenSpringer-Preis für die besten jungen Journalisten. In: Die Welt. 4. Mai 1999. Emma-Journalistinnen-Preis 2000 (3. Preis)Mir gehört Auschwitz. In: Emma. Juli/August 2000, S. 51–53.

Weblinks

bei der Drehbuchwerkstatt München.

Einzelnachweise

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