Der Dynastische Zyklus () ist ein Begriff aus der klassischen chinesischen Philosophie.
Bedeutung Der Begriff beschreibt die angenommene natürliche Abfolge der kaiserlichen Dynastien durch einen Prozess, in dem jede Dynastie auf dem Höhepunkt ihrer Macht durch Korruption gelähmt wird, was zur Folge habe, dass der Himmel ihr das Mandat entziehe, die Dynastie stürze und schließlich ein neues Herrscherhaus die Macht ergreife.Edwin O. Reischauer: The Dynastic Cycle. In John Meskill: The Pattern of Chinese History. D. C. Heath and Company, Lexington 1965, S. 31–33.
Klassischerweise werden zu einem „Durchlauf“ des Zyklus folgende Stadien gezählt:John King Fairbank: The United States and China. Harvard University Press, 1983, S. 102Frank Ching: Ancestors: 900 Years in the Life of a Chinese Family. William Morrow and Company, New York 1974, S. 78.
Ein Herrscher vereint China, gründet eine neue Dynastie und erhält das Mandat des Himmels. Das Reich kommt zu einer Blüte, die Wirtschaft floriert, die Bevölkerung wächst. Von Erfolgen geblendet verfällt der Kaiserhof und die Dynastie der Dekadenz. Korruption und Klüngelei grassieren. Naturkatastrophen und Krisen erschüttern das Reich und offenbaren die Schwäche der herrschenden Dynastie, die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst. Die Machtlosigkeit der Regierung führt zu Verschwörungen und Intrigen. Ein Bürgerkrieg bricht aus. Es bilden sich mehrere Teilstaaten, die um die Macht ringen. Der siegreiche Staat bzw. Herrscher erhält ein neues Mandat des Himmels. Der Zyklus beginnt von vorne.
Siehe auch Geschichte Chinas
Literatur
Weblinks Definitions for dynastic cycle. In: definitions.net (englisch; Definition des Begriffs „Dynastischer Zirkel“) The Dynastic Cycle in China. In: study.com (englisch; zugangsbeschränkt; Video zum Thema)
Einzelnachweise
Kategorie:Chinesische Philosophie