Das Bivacco Giusto Gervasutti al Fréboudze ist eine auf liegende Biwakschachtel. Sie liegt im südlichen Mont-Blanc-Massiv und gehört der Sektion Turin des Club Alpino Italiano (CAI).

Lage Das Bivacco Giusto Gervasutti al Fréboudze (in Deutsch Gervasutti-Biwak genannt) liegt im Süden der Mont-Blanc-Gruppe auf Höhe auf einer Felseninsel, die aus dem Fréboudze-Gletscher herausragt. Der Standort liegt im italienischen Val Ferret und gehört zum Gemeindegebiet von Courmayeur.

Geschichte Das erste „Gervasutti-Biwak“ wurde 1948 von der Sottosezione universitaria del CAI di Torino, der Turiner akademischen Unterabteilung des CAI in Stein- und Holzbauweise errichtet. Es lag etwas unterhalb des heutigen Standorts auf der Höhe Diese Hütte wurde 1966 renoviert und später durch eine neue Biwakschachtel mit modernem, futuristischem Design ersetzt. Die Planungsphase der neuen Biwakschachtel begann 2011. Die offizielle Eröffnung erfolgte dann am 22. Juni 2012.

Die Biwakschachtel wird inzwischen auch von Nichtbergsteigern besucht, was zur Überfüllung der Schutzhütte führen kann.

Beschreibung Die Biwakschachtel ist modular aufgebaut und ist wie ein langer Zylinder geformt. Sie besitzt eine in Sandwich-Bauweise hergestellten Außenwand. Im Inneren ist sie in vier Räume unterteilt: Eingangsbereich, Aufenthaltsbereich mit großem Tisch, zwei Schlafräume mit insgesamt 12 Betten sowie ein Toilettentrakt. Sie hat eine Gesamtfläche von dreißig Quadratmetern und wiegt 1980 Kilogramm. Sie verfügt weiter über fließend Wasser, einen Küchenbereich mit Induktionsherd eine integrierte Heizung sowie einen Computer mit Internetanschluss. (Das offiziell angepriesene „fließend Wasser“ wird in Berichten von Besuchern als „Schmelzwasser aus Schnee“ tituliert.)

Die notwendige Energie bezieht die Anlage aus 24 Solarpaneelen mit einer Spitzenleistung von je 2400 Watt. Diese sind auf dem halbkreisförmigen Dach verklebt. Leistungsverluste durch mögliche Schneeablagerungen sollten durch die gekrümmte Außenwand verhindert werden (was aber in der Praxis nicht immer funktioniert, siehe Bild Gervasutti-Biwak mit Schneeauflage). Zur Speicherung des nicht benötigten Stroms stehen mehreren Batterien zur Verfügung.

Die vier Module wurden per Helikopter zu ihrem Bestimmungsort geflogen, vor Ort montiert und mittels sechs Ankerpunkten im Fels fixiert. Das Gervasutti-Biwak ist Teil des Projekts „Living Ecological Alpine Pod“ und wurde von den Architekten Luca Gentilcore und Stefano Testa entworfen.

Zugang Ausgehend von Lavachey im Val Ferret wird das Gervasutti-Biwak in drei bis vier Stunden Gehzeit erreicht. Die Aufstiegsroute tangiert das ehemalige Fréboudze-Biwak (2360 m) und erfordert an einigen Stellen erhöhte Aufmerksamkeit. Zu nennen sind hier die kleinen Felsstufen am Anfang des Wegs, die Mont-Greuvetta-Rinne sowie der zunehmend ausapernde Fréboudze-Gletscher. Der letzte Abschnitt des Wegs hat alpinen Charakter.

Bergtouren Das Gervasutti-Biwak ist Ausgangspunkt für Hochtouren und Kletterrouten. Zu nennen sind besonders die: Ostwandrouten auf die Grandes Jorasses (), Südwandrouten der Petites Jorasses () sowie Anstiege auf die Aiguille de Leschaux ().

Weblinks Beschreibung des Biwaks auf der Seite der Subsektion Universitaria CAI Torino Bivacco Gervasutti. Sektion Turin des CAI. Neues Gervasutti-Biwak

Einzelnachweise

Kategorie:Alpenhütte im Aostatal Bivacco Bivacco Kategorie:Erbaut 1948