Herbert Grieser (* 10. Oktober 1919 in Witten, Deutsches Reich; † 7. April 2000 in Hamburg) war ein deutscher Maskenbildner bei Film und Fernsehen.

Leben und Wirken Grieser bewarb sich in jungen Jahren als Bühnenbildner am Stadttheater von Hagen/Westfalen. Statt eine Ausbildung zum Bühnenbildner erhielt er die Möglichkeit an dieser Spielstätte als Friseur und Maskenbildner zu arbeiten. Inmitten des Zweiten Weltkriegs las Grieser in einer Anzeige der Produktionsfirma Berlin-Film, dass man Maskenbildner für den Spielfilm suche. Grieser reiste in die Reichshauptstadt und wurde sofort angenommen. Aus gesundheitlichen Gründen blieb er bis 1945 vom Kriegsdienst verschont und war bis dahin an Produktionen wie Die Zaubergeige (1943) und Das war mein Leben (1944) beteiligt. 1947 begann Grieser seine Nachkriegslaufbahn beim Film, zunächst bei der „Junge Film-Union“ in Bendestorf. Mit seiner 1949 geehelichten Gattin übersiedelte Herbert Grieser Hamburg, wo er knapp anderthalb Jahrzehnte lang der Chefmaskenbildner der Real-Film Walter Koppels und Gyula Trebitschs wurde.

1962 endete seine Kinofilmtätigkeit weitgehend, und Herbert Grieser begann nunmehr freiberuflich für das Fernsehen, vor allem für das ZDF, zu arbeiten. Dort reüssierte er speziell mit der Schaffung historischer Masken, die er für Studio-Hamburg-Produktionen mit realem Handlungshintergrund wie die Doku-Dramen Maestro der Revolution, Jacques Offenbach – Ein Lebensbild, Affäre Dreyfus und den Mehrteiler Bürgerkrieg in Rußland anfertigte. Hier wandelte er Schauspieler wie Karl-Michael Vogler, Pinkas Braun, Jörg Pleva und Hubert Suschka in historisch belegte Persönlichkeiten wie Giuseppe Verdi, Jacques Offenbach, Alfred Dreyfus, François Villon und Josef Stalin um. In der ersten Hälfte der 1970er Jahre kehrte Grieser dreimal zum Kinofilm zurück. Kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres beendete er seine aktive Laufbahn. In der Dokumentation Schlußklappe '45. Szenen aus dem deutschen Film gab Herbert Grieser 1995 Auskunft zum deutschen Filmschaffen kurz vor Kriegsende 1945.

Filmografie Bis 1962 Kinofilme, danach Fernsehproduktionen, wenn nicht anders angegeben: 1943: Die Zaubergeige 1944: Das war mein Leben 1947: Wege im Zwielicht 1948: Die letzte Nacht 1949: Gefährliche Gäste 1949: Absender unbekannt 1950: Gabriela 1950: Des Lebens Überfluß 1950: Der Schatten des Herrn Monitor 1950: Mädchen mit Beziehungen 1950: Lockende Gefahr 1950: Die Dritte von rechts 1951: Schön muß man sein 1951: Weh’ dem, der liebt! 1951: Engel im Abendkleid 1951: Kommen Sie am Ersten 1951: Gift im Zoo 1952: Toxi 1952: Lockende Sterne 1953: Das Nachtgespenst 1953: Die Privatsekretärin 1954: Männer im gefährlichen Alter 1954: Kinder, Mütter und ein General 1955: Wie werde ich Filmstar? 1955: Die Toteninsel 1955: Der Major und die Stiere 1956: Die Ehe des Dr. med. Danwitz 1956: Ich und meine Schwiegersöhne 1956: Skandal um Dr. Vlimmen 1956: Ein Herz kehrt heim 1956: Drei Birken auf der Heide 1956: Glücksritter 1957: Die Zürcher Verlobung 1957: Tolle Nacht 1957: Nachts im Grünen Kakadu 1957: Dr. Crippen lebt 1957: Nasser Asphalt 1958: Herz ohne Gnade 1958: Bühne frei für Marika 1958: Der Schinderhannes 1958: Der Mann, der sich verkaufte 1959: Die Nacht vor der Premiere 1959: Die schöne Lügnerin 1959: Salem Aleikum 1959: Frau Warrens Gewerbe 1960: Die Frau am dunklen Fenster 1960: Sturm im Wasserglas 1960: Pension Schöller 1960: Hauptmann, deine Sterne 1960: Mein Mann, das Wirtschaftswunder 1961: Bis zum Ende aller Tage 1961: Heute gehn wir bummeln 1962: Die glücklichen Jahre der Thorwalds 1964: Das Gespenst von Canterville 1966: Der schwarze Freitag 1966: Briefe nach Luzern 1966: Die hundertste Nacht 1967: Bürgerkrieg in Rußland (Mehrteiler) 1968: Affäre Dreyfus 1969: Jacques Offenbach – Ein Lebensbild 1971: Kolibri 1971: Maestro der Revolution 1971: Kein Geldschrank geht von selber auf – Die Eddie-Chapman-Story 1972: Die Pueblo-Affäre 1972: Der Stoff aus dem die Träume sind (Kino) 1973: Nebel 1974: Der Lord von Barmbeck (Kino) 1975: Das Messer im Rücken (Kino) 1981: Die Gerechten 1981: François Villon 1983: Die Falle 1984: Gesichter des Schattens 1985: Ein Mann ist soeben erschossen worden 1986: Vertrauen gegen Vertrauen 1987: Die Erbschaft 1988: Spätes Glück nicht ausgeschlossen

Weblinks Kurzbiografie Interview mit Herbert Grieser

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