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Eckenhaid ist ein Gemeindeteil des Marktes Eckental im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Eckenhaid hat eine Fläche von 3,983 km². Sie ist in 2487 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1601,69 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Eckenmühle und Marquardsburg.
Geografie Das Pfarrdorf Eckenhaid bildet mit Eschenau im Westen eine geschlossene Siedlung. Diese liegt im Erlanger Albvorland am Eckenbach, einem linken Zufluss der Schwabach. Eckenhaid ist von einer Weiherkette durchzogen, die von einem namenlosen rechten Zufluss des Eckenbachs gespeist wird. Die Kreisstraße ERH 11 durchquert den Ort und verläuft zur Staatsstraße 2236 bei Herpersdorf (2 km östlich) bzw. nach Eschenau zur Staatsstraße 2240 (1,7 km westlich). Außerdem führt die Kreisstraße ERH 9/LAU 21 in Nord-Süd-Richtung durch den Ort nach Forth zur Bundesstraße 2 (1,7 km nördlich) bzw. zur St 2240 (2,1 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Bullach (2,5 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts gegründet. Er war ursprünglich Reichsgut und gehörte zum Reichsamt Heroldsberg. 1278 verpfändete König Rudolf I. die „Villa Eckenhaide“ an einen Rudigerus Brander um 100 Pfund Heller. Weitere Verpfändungen fanden 1315, 1339, 1347 und 1367 statt; zuletzt verpfändete Kaiser Karl IV. um 1000 Pfund Heller an Nikolaus Wendelstein. 1383 geht die Pfandschaft an Ulrich von Wolfsberg über. 1387 wurde die Reichspfandschaft für Eckenhaid in ein Reichslehen umgewandelt und an Niklas I. Muffel verliehen. Eckenhaid blieb bis 1784 Erbbesitz der Familie Muffel.F. Krug (Hrsg.): Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 94.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Eckenhaid aus 21 Anwesen (1 Schloss, 5 Höfe, 6 Güter, 1 Zubaugut, 6 Leerhäuser, 2 Tagelöhnerhäuser) und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das pfalz-bayerische Landrichteramt Schnaittach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte die Herrschaft Eckenhaid, die Graf Bettschart auf Immendorf in der Halden, ein Nürnberger Eigenherr, hatte.W. Schwemmer, G. Voit: Lauf-Hersbruck, S. 59.
1806 kam Eckenhaid an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Herpersdorf und der zugleich gebildeten Ruralgemeinde Herpersdorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die mittelbare Ruralgemeinde Eckenhaid, zu der die Eckenmühle und Marquardsburg gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lauf zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Hersbruck (1919 in Finanzamt Hersbruck umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand die Gemeinde dem Patrimonialgericht Eckenhaid. Ab 1862 gehörte Eckenhaid zum neu gegründeten Bezirksamt Hersbruck und weiterhin zum Landgericht Lauf (1879 in das Amtsgericht Lauf an der Pegnitz umgewandelt). Ab 1908 war für die Verwaltung das neu gebildete Bezirksamt Lauf zuständig (1939 in Landkreis Lauf an der Pegnitz umbenannt).W. Schwemmer, G. Voit: Lauf-Hersbruck, S. 141. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,984 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Eckenhaid am 1. Juli 1972 ein Bestandteil der neu gebildeten Gemeinde Eckental.
Baudenkmäler In Eckenhaid gibt es sechs Baudenkmäler: ehemaliges Schloss Birkenweg 8: Wohnhaus Eckenhaider Hauptstraße 9: Wohnhaus mit Scheune Eckenhaider Hauptstraße 15: Wohnhaus Eckenhaider Hauptstraße 28: Gasthaus Kavala Jägerstraße: Ziehbrunnen
Einwohnerentwicklung Gemeinde Eckenhaid Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 161 238 236 261 224 220 204 203 226 241 228 233 228 242 307 264 300 313 358 498 477 441 782 1396HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 37 33 38 39 37 46 50 56 127 Quelle Für die Gemeinde Eckenhaid inklusive Eckenhaidermühle (S. 20) und Marquardsburg (S. 57).
Ort Eckenhaid Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2025Einwohner 132 212 198 173 197 191 235 329 726 1345 3085 3485Häuser 31 29 35 38 42 49 118 884 Quelle
Religion Eckenhaid ist römisch-katholisch geprägt und ursprünglich nach St. Walburgis (Kirchröttenbach) gepfarrt. 1945 wurde Eckenhaid zur Seelsorgestelle erhoben und nach dem Zuzug vieler katholischer Heimatvertriebener 1965 zur eigenen Pfarrei. Zum Kirchensprengel gehören Beerbach, Eckenhaid, Eschenau, Großgeschaidt, Kleingeschaidt, Neunhof und Tauchersreuth.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Eckental) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt