Wellerstadt (fränkisch: WallaschdotD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 312. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „walɒšdotʰ“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Baiersdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Wellerstadt hat eine Fläche von 1,736 km². Sie ist in 779 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2228,82 m² haben.
Geografie Das Dorf bildet mit dem südlich gelegenen Baiersdorf eine geschlossene Siedlung. Unmittelbar westlich wird der Ort von der Regnitz tangiert und unmittelbar östlich verläuft die Bundesautobahn 73. Die Staatsstraße 2244 verläuft nach Baiersdorf (1 km südlich) bzw. nach Forchheim (7 km nördlich).
Geschichte mini|hochkant=1.22| mini|Doppelkleinhaus mini|Hofmauer Der Ort wurde 1007 als „Vvaldrichesbach“ in der Stiftungsurkunde des Bistums Bamberg erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort der Personenname Waldrīch ist. Der Ort gehörte ursprünglich zum Königsgut Forchheim und wurde durch Kaiser Heinrich II. dem Bistum geschenkt. 1040 fiel es dem Reich wieder heim, 1062 wurde es dem Bistum endgültig erstattet. 1336 war das Kloster Neunkirchen am Brand im Ort begütert. 1441 mussten dieses wegen finanzieller Nöte ihre Ansprüche an das Hochstift Bamberg verkaufen. 1774 bestand der Ort aus 16 Anwesen. Grundherren waren Brandenburg-Bayreuth (4 Güter), die Reichsstadt Nürnberg (Spitalamt: 3 Güter; Landesalmosenamt: 2 Güter), Horneck zu Thurn (2 Güter) und die Herren von Egloffstein (2 Gütlein). Der Ort lag im Fraischbezirk des brandenburg-bayreuthischen Oberamtes Baiersdorf.D. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 310ff. Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches war Wellerstadt ein Teil des Markgraftums Brandenburg-Bayreuth. Es gehörte dabei zum Oberamt Baiersdorf, das die Dorf- und Gemeindeherrschaft über den Ort ausübte.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wellerstadt 1813 dem Steuerdistrikt Baiersdorf zugeordnet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Wellerstadt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (1919 in Finanzamt Erlangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Wellerstadt zum Bezirksamt Erlangen (1939 in Landkreis Erlangen umbenannt), die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,697 km².
Am 1. April 1971 wurde Wellerstadt im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Baiersdorf eingegliedert.
Baudenkmäler In Wellerstadt gibt es vier Baudenkmäler: Wellerstädter Hauptstraße 22: Doppel-Kleinhaus Kreuzbachbrücke Hofmauer Steinkreuz
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 Einwohner 117 157 183 184 182 172 206 215 200 196 188 197 208 223 253 236 254 285 314 438 550 566 704 911 1358HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 23 23 34 37 37 41 46 72 134 365Quelle
Religion Wellerstadt ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Lutheraner nach St. Nikolaus (Baiersdorf) gepfarrt, die Katholiken nach St. Josef (Baiersdorf).
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Baiersdorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1007 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Regnitz Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt