mini|Hauptfassade des Palastes mini|Paradiesbrücke mit dem Foscari-Mocenigo-Palast, wohl koloriert mini|Madonna am Eingang zur Calle del Paradiso, restauriert 1993–1994, fotografiert 2011 Die Casa Foscari Mocenigo, auch Palazzo, bzw. Palazzetto Foscari Mocenigo genannt, ist ein Palast des frühen 15. Jahrhunderts im venezianischen Sestiere Castello. Die Hauptfassade ist auf den Rio del Mondo Novo gerichtet, während sich südostwärts die südwest-nordostwärts verlaufende Calle del Paradiso erstreckt, deren Zugang von einer herausragenden Mariendarstellung nebst Adoranten des Spätmittelalters überspannt wird. Der Palast ist das Hauptgebäude eines Besitzkomplexes des 15. Jahrhunderts, der aus 26 Häusern bestand. Die seinerzeitigen Besitzer sind im Bogen, der den Eingang zur Gasse überspannt, als Betende kniend dargestellt.

Geschichte Ein Andrea Foscari, Abt des Klosters Pomposa bei Comacchio, ließ den Palast ab 1407 errichten. Pellegrina Foscari, Tochter eines Michele Foscari, heiratete einen Alvise Mocenigo dalle Zogie im Jahr 1491. Möglicherweise wurden die beiden Bögen an der Calle del Paradiso zur Erinnerung an dieses für beide Familien bedeutende Ereignis errichtet, zumal es dabei um gewaltigen Grundbesitz ging. Alvise Mocenigo wurde nämlich durch die Mitgift seiner Frau Besitzer aller 26 Häuser in der Gasse.Marcello Brusegan: I palazzi di Venezia, Newton & Compton, Rom 2007,S. 170. Die eine Seite des Bogens wurde allerdings im Stil des 3. Viertels des 14. Jahrhunderts erschaffen, nicht in dem für die Zeit um 1491 typischen.Arco del Paradiso, bzw. Restauration de l'Arco del Paradiso, World Heritage Convention. Im 16. und nochmals im 17. Jahrhundert wurde der Palast partiell umgebaut.

Beschreibung mini|links|Der Palast nebst der seinerzeitigen Brücke im Jahr 1885 Der Palast ist der Kopfbau eines Komplexes von 26 Häusern an der Calle del Paradiso im Sprengel San Lio, der im Ponte del Paradiso seinen Höhepunkt findet. Als eines der anmutigsten Beispiele eines über die Gasse auskragenden Hauses („Barbacane“) zeigt es eine alte venezianisch-byzantinische Fassade, die durch spätere Eingriffe zur Anpassung des Gebäudes an sich verändernde Bedürfnisse umgebaut wurde.

Die Hauptfassade weist vier Stockwerke auf. Das Erdgeschoss zeigt ein rundbogig überwölbtes Portal zum Wasser; rechts neben diesem Wasserportal ragt ein großer Kamin auf, der die vier rechten Fenster des gesamten Gebäudes räumlich ein wenig abtrennt. So entstand eine gewisse vertikale Gliederung. Das niedrige Mezzanin besitzt kleine, einfache Einzelfenster, das Hauptgeschoss hingegen ein prächtiges byzantinisches Dreifachfenster, ein Triforium (das später durch den Anbau eines Renaissancebogens in ein Vierfachfenster umgewandelt wurde), und zwei Einzelfenster. Das Geschoss darüber hat ein Biforium sowie zwei einzelne Fenster, eines davon, wie alle Fenster darunter, durch besagten Kamin deutlich nach rechts abgerückt.

Die Seitenfassade weist zwei Triforien auf, eines davon wiederum gotisch, das andere im Stil der Renaissance. Die Fenster sind teils vergittert.

Am Ende der Gasse findet sich ein Bogen mit Darstellungen der Mutter Gottes auf der Vorder- und auf der Rückseite. Solcherlei Bögen zeigten in einem Zeitalter, in dem jeder die Wappen der einflussreichen Familien kannte, den Besitz der Gebäude zu beiden Seiten der Calle an. Der Bogen befindet sich an der Brücke zum Campo Santa Maria Formosa. Er trägt auf der Seite zum Kanal hin eine stehende Madonna in langem Kleid. Zu ihren Füßen kniet auf der Außenseite ein bärtiger, betender Mann, auf der Seite zur Gasse hin befinden sich die Wappen beider Familien.L'Arco del Ponte del Paradiso, Website veneto.nostro, nur noch bei archive.org, 6. März 2014. Bei dem knienden, ausgesprochen klein gehaltenen Adoranten auf der Außenseite handelt es sich vielleicht um den Kaufmann Michiel Foscari († 1506), den Vater der Pellegrina, die 1491 heiratete. Auf der Innenseite des Bogens befinden sich hingegen zwei Adoranten, nämlich der Ehemann Pellegrinas, Alvise di Tommaso (1460(?)–1541), der Schwiegersohn des Foscari also, dazu als Adorantin Pellegrina Foscari selbst, eine natürliche Tochter Michiel Foscaris. Ihr Ehemann, von dem sie später eine Reihe von Kindern hatte, verband sich mit ihrem Vater zu Handelsgeschäften.Dario Zanverdiani: Da Pellegrina a Paolina: considerazioni sulle architetture dei Morosini da Santo Stefano, in: Fogli. Transeunte 2021, S. 45–89, hier: S. 45. Er trug den Beinamen dalle Zogie und wurde zum Begründer dieses Familienzweiges (ramo), der 1713 ausstarb.

Literatur Marcello Brusegan: La grande guida dei monumenti di Venezia. Storia, arte, segreti, leggende, curiosità, Newton & Compton, Rom 2005, S. 210. Alvise Zorzi: Paläste in Venedig, Hirmer, 1989, S. 130–133.

Weblinks Una experiencia medieval en Salizada San Lio

Belege

Kategorie:Palast im Sestiere Castello Kategorie:Mocenigo Kategorie:Foscari (Adelsgeschlecht) Kategorie:Erbaut 1407