Weiher (, fränkisch: WajaD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 308. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „wāi̯ɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Uttenreuth im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Weiher hat eine Fläche von 1,676 km². Sie ist in 732 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2289,91 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Habernhofermühle und Langenbruckermühle.
Lage mini|hochkant=1.22| Das Dorf Weiher gliedert sich in den Altort am Westrand und ausgedehnte Neubausiedlungen im Osten und Süden, die ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Unmittelbar südlich fließt die Schwabach. Durch den Ort fließt der Weihergraben, der etwas weiter südwestlich in die Schwabach als rechter Zufluss mündet. Jenseits der Schwabach befindet sich die Flur Stöckach, an die im Süden das Waldgebiet Frauenholz stößt. Ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Im Nordosten heißt die Flur Weiherer Berg. Die Staatsstraße 2240 verläuft nach Uttenreuth (1,5 km westlich) bzw. nach Dormitz (1,5 km östlich). Von der St 2240 in Richtung Dormitz zweigt die Staatsstraße 2243 nach Kalchreuth ab (5 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rosenbach (1,5 km nördlich).
Geschichte mini|hochkant=1.22| Weiher wurde wahrscheinlich vor 1100 gegründet.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 169. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort jedoch erst 1439 als „Zu dem Weyer“. Namensgebend war der zum Amt Marloffstein gehörende Weiher von fünf Morgen Fläche (1516 ausdrücklich erwähnt), der spätestens im 19. Jahrhundert trockengelegt wurde.D. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 306 ff. Ursprüngliche Lehnsherren waren die Herren von Gründlach und in deren Nachfolge wurde es an die Herren von Brauneck vererbt. Schließlich gelangte es an die Burggrafschaft Nürnberg. Ursprünglich lag der Ort im Fraischbezirk des bambergischen Centamtes Neunkirchen. Nach vertraglicher Vereinbarung im Jahr 1524 gelangte er an das brandenburg-kulmbachische Oberamt Baiersdorf. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde vom Kloster Frauenaurach ausgeübt, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an Brandenburg-Kulmbach fiel und in das Klosteramt Frauenaurach umgewandelt wurde. Über einen Hof war die Reichsstadt Nürnberg von Anbeginn Grundherr, seit 1588 waren es die Nürnberger Patrizier Haller. Die restlichen Anwesen hatten das Kloster Frauenaurach als Grundherrn. Die Abgaben wurden für eine Engelsmesse verwendet. 1653 wurde dessen Besitz mit 1 Gut und 5 Höfen angegeben, 1669 mit 1 Hof und 5 Söldengütern, 1690 mit 1 Höflein, 2 Halbhöfe und 2 Gütlein. Außerdem stand dem Kloster das Waldrecht im Sebaldi zu. 1778 gab es im Ort 11 Anwesen: 9 Anwesen unterstanden dem Klosteramt Frauenaurach (1 Hof mit 2 Besitzern, 1 Hof, 4 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Gütlein), 2 Anwesen den Haller von Hallerstein (2 Halbhöfe).
Von 1797 bis 1810 unterstand Weiher dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Weiher dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Uttenreuth und der 1818 entstandenen Ruralgemeinde Rosenbach zugeordnet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Weiher, zu der Habernhofermühle und Langenbruckermühle gehörten.D. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 307. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (1919 in Finanzamt Erlangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Weiher zum Bezirksamt Erlangen (1939 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,677 km².
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Weiher im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Uttenreuth eingegliedert.
Baudenkmäler mini|hochkant=1.22| Haus Nr. 8 (= Weinbergstraße 3): ehemaliges Gemeindehaus
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 7: zweigeschossiger Quaderbau, Wohnstallhaus, 1866; flache Eckpilaster, Gurtgesims und Fensterrahmung; Giebel bezeichnet „T. D.“ (= Thomas Dorn) „1866“A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Erlangen, S. 145. Ursprüngliche Hausnummerierung. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 12: erdgeschossiges Wohnstallhaus, Quader; um 1800; dorische Eckpilaster.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Weiher Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 113 135 148 143 129 145 140 129 139 150 135 126 117 118 128 138 154 141 128 242 241 241 299 407HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 16 16 23 21 23 22 25 29 49 Quelle Für die Gemeinde Weiher zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Habernhofermühle (S. 34) und Langenbruckermühle (S. 105).
Ort Weiher Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2023Einwohner 97 117 104 121 132 102 134 212 276 394 865 851Häuser 12 14 19 20 24 26 46 235 Quelle
Religion Weiher ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Matthäus (Uttenreuth) gepfarrt. Die Katholiken sind nach Unsere Liebe Frau (Dormitz) gepfarrt.
Panorama
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Uttenreuth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1439 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ort an der Schwabach (Regnitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt