mini|300px|Kohlberg (2023) mini|300px|Kohlberg (2023) Kohlberg ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.
Herkunft des Namens Der Name Kohlberg rührt von den Köhlern am Berg. Holzkohle wurde damals zum Schmelzen des Eisenerzes benötigt.Die Geschichte der Marktgemeinde Kohlberg auf www.kohlberg-opf.de
Geografie Kohlberg liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord am Nordhang des 588 Meter hohen Kohlbühls.
Gemeindegliederung Es gibt 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Hannersgrün, Kohlberg, Röthenbach und Thannhof.
Naturräumliche Zuordnung Kohlberg liegt im Norden des Oberpfälzischen Hügellandes. Da von den Einzelblättern 1:200.000 zum Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands das Blatt 154/155 Bayreuth nicht erschienen ist, existiert für den Nordteil des Oberpfälzischen Hügellandes keine Feingliederung.Dietrich Jürgen Manske: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 164 Regensburg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1981, S. 53–54. → Online-Karte (PDF; 4,8 MB)
In einschlägiger Fachliteratur wird die geologische Untereinheit, in der Kohlberg liegt, als Kohlberger Höhenrücken bezeichnet.
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Die Entstehung Kohlbergs, durch dessen Gebiet schon eine Route der Bernsteinstraße führte, geht wahrscheinlich auf die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts zurück. Etwa zeitgleich entstanden auch die umliegenden Ortschaften Hannersgrün, Artesgrün, Weißenbrunn, Thannhof und Röthenbach.
Bereits 1250 wurde Kohlberg als eigenes Richteramt beschrieben. Der Richteramt umfasste die Ortschaften Kohlberg, Hannersgrün, Artesgrün, Weißenbrunn, die Mühle zu Falkenthal, die Ödung im Thann (Thannhof), den Hammer zu Röthenbach sowie die eingegangenen Ödungen Eichhöh und Eichelberg. Das Richteramt umfasste damit in etwa das heutige Gemeindegebiet.
Die Erhebung zum Markt muss um oder nach 1300 erfolgt sein, denn im Freiheitsbrief für Kaltenbrunn vom 28. November 1344 heißt es: „Es soll auch das vorgenannte Dorf all die Rechte haben, die der Markt zu Kohlberg hat.“ Voraussetzung für die Erhebung zum Markt war ein eigenes Gericht, die Abhaltung eines Marktes und eine Befestigung. Das Gericht bestand bereits. Der Markttag ist zwar nicht belegt, gilt jedoch als wahrscheinlich. Den fehlenden Bering um den Ort dürfte die mit einem Mauerring befestigte, in der Zwischenzeit aus Stein erbaute Kirche ersetzt haben.
Kohlberg lag an dem bedeutendsten mittelalterlichen Handelsweg zwischen Nürnberg und Prag, der Goldenen Straße. Neben Kaufleuten, Händlern, Kurieren und anderen Reisenden zog im Mittelalter deswegen auch viel Kriegsvolk durch Kohlberg. Auch Jan Hus zog im Oktober 1414 auf seiner letzten Reise von Weiden kommend durch Kohlberg nach Konstanz, wo er als Ketzer verbrannt wurde.
Seit 1268 war Kohlberg in wittelsbachischem Besitz. Der Markt war seit dem 15. Jahrhundert Sitz eines der sieben Gerichte des Gemeinschaftsamts Parkstein-Weiden, in denen der Parksteiner Landrichter zusammen mit zwölf Geschworenen in Fällen der hohen und niederen Gerichtsbarkeit urteilte.
Großen Tribut forderte der Dreißigjährige Krieg von Kohlberg. 1621 und 1626 starben jeweils über 40 Personen an der Pest, die durchziehende Soldaten eingeschleppt hatten. Am 26. Mai 1634 steckten durchziehende Österreicher und Kroaten den Ort in Brand. Von 58 Bürgerhäusern blieb nur das Buschenhaus am Ortseingang verschont. Kirche, Schule, Pfarrhaus und auch das Brauhaus wurden ein Raub der Flammen.
Von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges erholte sich Kohlberg nur langsam. 1644 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Ab 1633 diente sie den beiden gleichberechtigten christlichen Konfessionen. Zu dieser Zeit zählte die Gemeinde 72 Katholiken und 380 Protestanten. Dieser Zustand dauerte bis zum Dezember 1916, als die katholische Kirche fertiggestellt wurde.
Da im Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden, zu dem Kohlberg gehörte, häufig die Besitzverhältnisse wechselten, wechselten vom 15. bis Anfang des 18. Jahrhunderts auch in Kohlberg häufig die Landesherren. Als 1714 Pfalz-Neuburg seinen Anteil am Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden verkaufte und dadurch das Kondominium in Parkstein-Weiden beendet wurde, gehörte Parkstein-Weiden und damit auch der Ort Kohlberg vollständig zum Herzogtum Pfalz-Sulzbach.
Ein durch Blitzschlag verursachter Brand zerstörte 1723 in Kohlberg 19 Häuser und 13 Stadel. Die enge Bebauung, teilweise aus Holz, die Stroh- oder Schindelbedachung sowie der oft nachlässige Umgang mit offenem Licht dürfte der Auslöser weiterer Brände gewesen sein: Am 1. August 1800 brannten zwei Drittel der Gebäude im Markt ab, 1854 zerstörte ein Brand acht Hausanwesen an der Westseite des Kohlberger Marktplatzes.
Als 1777 die bayrischen Wittelsbacher ausstarben, erbte der in Pfalz-Sulzbach herrschende Karl Theodor das kurbayerische Gebiet. Kohlberg wurde somit kurbayrisch.
Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 der heutige Markt.
1868 wurde in Kohlberg eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Hannersgrün eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 1260 1212 1175 1224 1253 1220 1251 12421213 1204
Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 1178 auf 1192 um 14 Einwohner bzw. um 1,2 % der Einwohnerzahl.
Religionen Ursprünglich gehörte Kohlberg wohl zur Urpfarrei Luhe. Bereits in den ältesten Verzeichnissen des Bistums Regensburg aus den Jahren 1284 bzw. 1326 ist jedoch eine Pfarrei „Cholberch“ geführt.
Im Jahr 1542 führte Pfalzgraf Ottheinrich als Mitinhaber des Gemeinschaftsamtes Parkstein-Weiden das evangelische Bekenntnis ein. Kurfürst Friedrich II. von der Pfalz als Mitinhaber tolerierte dies. Kohlberg wurde somit evangelisch. Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Neuburg trat am 19. Juni 1613 heimlich zur katholischen Kirche über und ordnete nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1614 die Bekehrung seiner Untertanen an. Das Gemeinschaftsamt wechselte also abermals den Glauben.
Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung: +Partei/Liste%SitzeCSU50,66SPD14,92Unparteiische und Freie Wähler Kohlberg34,54
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Gerhard List (CSU).
Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Weiherhammer.
Wappen
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gibt 2016 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 39 und im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe 20 und insgesamt 103 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Insgesamt gibt es 472 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort. 2020 gibt es im verarbeitenden Gewerbe 0, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestehen 13 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1088ha, davon sind 792ha Ackerfläche und 298ha Dauergrünfläche.
Verkehr Röthenbach (Oberpf) liegt an der Bahnstrecke Neukirchen–Weiden und wird von Regional-Express-Zügen der Relation Nürnberg Hbf–Neustadt (Waldnaab) bedient. Der Bahnhof wurde zum Haltepunkt rückgebaut und das örtliche Stellwerk 1997 außer Betrieb genommen. Trotz der geringen Größe von Röthenbach halten Züge hier noch fünfmal am Tag.
Die Staatsstraße 2238 verbindet die Stadt Amberg über Hirschau, Kohlberg und Etzenricht mit der Stadt Weiden, wobei sie u. a. Kohlberg im Westen weiträumig als Umgehungsstraße tangiert.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2024): Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 32 Kindern
Persönlichkeiten Anton Beer-Walbrunn (* 29. Juni 1864 in Kohlberg; † 22. März 1929 in München), Komponist Gustav Ritter von Sailer (* 27. Mai 1892 in Kohlberg; † 1977), Oberstleutnant, Träger des bayerischen Maximilian-Joseph-Ordens Andreas Schlagenhaufer (* 1941), 34 Jahre lang Pfarrer in Kohlberg
Weblinks
Markt Kohlberg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Waldnaab Kategorie:Markt in der Oberpfalz Kategorie:Gemeindegründung 1818