Schneckenhof (fränkisch: SchnägnghofD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 260. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „šnęgŋhṓf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Marloffstein im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Schneckenhof liegt in der Gemarkung Adlitz.
Lage Die Einöde ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Etwa 0,5 km östlich befinden sich der Untere und der Mittlere Schwanenweiher. Dahinter schließt sich ein Waldgebiet an. Langensendelbach befindet sich 0,75 km nordöstlich von Schneckenhof. Ein Anliegerweg verläuft nach Adlitz (0,5 km südlich).
Geschichte Schneckenhof ist wahrscheinlich bei der Restverteilung des Landes durch Rodung des Waldes um 1100 bis 1200 entstanden.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 156. 1318 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens kann die Tierbezeichnung Schnecke sein oder aber auch der Familienname Schneck. Im ersten Fall würde dies im übertragenen Sinne auf einen feuchten Boden verweisen, im zweiten Fall wäre der Name des Hofbesitzers bestimmend. Aus einer Beschreibung von 1540 geht hervor, dass zum Ganzhof 36 Morgen Felder, 3 Morgen Weiher, 12 Tagewerk Wiesen und Hutweide und Wald gehörten.
Die Lehnsherrschaft über Schneckenhof hatte das Hochstift Bamberg. Ursprünglich war der Ort in den Händen der Herren von Spardorf. Gottfried von Brauneck kaufte von Seibot von Spardorf den Zehnten von Bräuningshof, Atzelsberg und Schneckenhof, der 1332 zu dessen Seelenheil dem Kloster Neunkirchen am Brand übereignet wurde. Urkunden aus den Jahren 1499, 1601 und 1603 belegen jeweils, dass das Kloster noch den Zehnten bezog. 1339 waren die Nürnberger Patrizier Ulrich und Peter Haller Lehensträger des Ganzhofes. 1370 stiftete der Nürnberger Bürger Konrad Teufel für sich und seine Nachkommen ein Seelgerät, das für den Marienaltar der Sebalduskirche bestimmt war. Hierfür wurden Abgaben u. a. auch von „Sneckenhof“ verwendet, was auch noch 1535 der Fall war. In der Folgezeit – 1548 ausdrücklich bezeugt – wurden die sebaldischen Abgaben vom Nürnbergischen Landesalmosenamt verwaltet. 1552 wurde der Ort im Zweiten Markgrafenkrieg gebrandschatzt. Das Hoch- und Niedergericht wurde vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf ausgeübt, was aber auch vom bambergischen Centamt Neunkirchen beansprucht wurde. 1742 wurde der Ganzhof in zwei Halbhöfe geteilt.D. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 258 ff.
Von 1797 bis 1810 unterstand Schneckenhof dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Uttenreuth und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Adlitz zugeordnet.
Am 1. Mai 1978 wurde Schneckenhof im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Marloffstein eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 18 29 21 27 23 19 12 29 22 16 16HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 4 4 4 3 4 3 3 2Quelle
Religion Schneckenhof ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Peter und Paul (Langensendelbach) gepfarrt.I. Bog: Forchheim, S. 84. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Nikolaus (Baiersdorf) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Marloffstein Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Ersterwähnung 1318