mini|Selbstporträt von Karl Selb – Museum im Grünen Haus Reutte. mini|Langhausfresko in der Pfarrkirche in Häselgehr (1806). Als Vorlage diente ein Bild von Martin Knoller. mini|St. Petrus und St. Paulus (Breitenwang), Altarblatt Heilige Familie mit Signatur "Carl Selb, 1809" Karl Selb (eigentlich Martin Christian Karl Selb, auch Carl Selb; * 12. November 1760Das Geburtsjahr ist eindeutig 1760 und nicht, wie in der älteren Literatur nachzulesen 1774. Eintrag im Taufregister der Pfarre Elbigenalp. in Stockach, heute Teil der Gemeinde Bach, Tirol; † 15. Juni 1819 ebenda) war ein österreichischer Maler.

Leben Seine Eltern Thomas und Maria Katharina Selb (geb. Kropf) betrieben eine Landwirtschaft und hatten insgesamt zwölf Kinder.Wankmiller (2019), S. 139–150, führt Großeltern, Eltern und Geschwister und deren Schicksal ausführlich an. Selb lernte zunächst bei Johann Jakob Zeiller in Reutte. Vielleicht war auch Josef Anton Schueler, ein Maler aus dem Lechtal, sein erster Lehrmeister.Wankmiller (2019), S. 151. Erst mit 39 Jahren setzte er seine Ausbildung fort. Gemeinsam mit seinem 24 Jahre jüngeren Bruder Josef Anton Selb ging Karl Selb von 1799 bis 1801 auf die Kunstakademie Düsseldorf, um sich in der Historienmalerei zu schulen. Dort erledigte er auch den Auftrag, Gemälde aus der Düsseldorfer Galerie zu kopieren.Selb, Carl. In: Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Band 16: Schoute. – Sole. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1846, S. 226 (Google Books). Nach einem Zwischenaufenthalt in Tirol, in der er mit seinem Bruder als Kirchenmaler arbeitete, mit ihm bis 1803 die Lampferdinger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und bis 1806 die Pfarrkirche Häselgehr mit Fresken ausmalte, wirkte er anschließend in München, ehe er wegen der Ereignisse des Jahres 1809 und des Tiroler Freiheitskampfes gegen Bayern und Frankreich endgültig in seine Heimat zurückkehrte. Neben kirchlichen Aufträgen malte Selb auch Porträts von Mitgliedern aus bedeutenden Familien im Lechtal, womit er seinen Lebensunterhalt bestritt. Diese Bilder sind vor allem deshalb interessant, weil sie Lechtaler Trachten aus dem beginnenden 19. Jahrhundert dokumentieren. Er gilt als typischer Vertreter des Klassizismus. Sein bedeutendster Schüler war der Lithograf und Heimatforscher Johann Anton Falger (1791–1876).

Werke (Auswahl) Fresken Pfarrkirche Bach (1792): Fresken, 1865 durch ein Erdbeben zerstört (nur Chorfresko erhalten) Pfarrkirche Häselgehr (1806): komplette Freskenausstattung (zusammen mit seinem Bruder Josef Anton, Hauptfresko ist Kopie von Martin Knoller) Mariä Himmelfahrt (Lampferding) (1803): kompletter Freskenzyklus mit Mariensinnbildern (Vorlage ebenfalls von Martin Knoller)Wankmiller (2013), 35–42.

Altarblätter und Gemälde Pfarrkirche Bach (um 1795): drei Altarblätte Pfarrkirche Breitenwang (1809): Seitenaltarblätter (hl. Sebastian und Hl. Familie) Pfarrkirche Elmen (1814): ehemaliges Hochaltarblatt mit Anbetung der Heiligen Drei Könige Kirche in Hägerau (1819): Linkes Seitenaltarblatt mit dem hl. Sebastian (Kopie von Breitenwang) Pfarrkirche Häselgehr (1813): Hochaltarblatt mit dem hl. Martin Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck (vor 1819): Porträts des Josef Anton Falger mit Familie, der Maria Johanna Falger und der Johanna FalgerWankmiller (2013), S. 33–35. Museum im Grünen Haus in Reutte: Selbstporträt, Porträt der Eltern, Kopie einer Madonna mit JesusknabenWankmiller (2019), S. 156. Expositurkirche Stanzach: 14 Kreuzwegstationen, ehemaliges Hochaltarblatt (verschollen)Ausführlich bei Wankmiller (2019), S. 156–158.

Literatur Josef Ringler: Selbstbildnisse Außerferner Maler. In: Außerferner Buch. Innsbruck 1955, S. 317–319. Gert Ammann: Die Mobilität der Außerferner Maler und Bildhauer. In: Tiroler Schwaben in Europa. Ausstellungskatalog Reutte 1989, S. 400–441. Klaus Wankmiller: Karl Selb – vom Bauernsohn zum gefragten Maler. Zum 250. Geburtstag des Stockacher Künstlers. In: Extra Verren – Jahrbuch des Museumsvereins des Bezirkes Reutte. Band 5, 2010, S. 163–171. Klaus Wankmiller: Karl Selb – ein Maler aus Stockach. Zum 250. Geburtstag des Lechtaler Malers. In: Tiroler Heimatblätter. Band 86, 2011, Nr. 1, 38–39. Klaus Wankmiller: Ergänzungen zum Werkverzeichnis des Stockacher Malers Karl Selb. In: Extra Verren – Jahrbuch des Museumsvereins des Bezirkes Reutte. Band 8, 2013, S. 33–48. Klaus Wankmiller: Die Familie des Malers Karl Selb (1760 – 1819) und neu entdeckte Werke. Zum 200 Todestag des Stockacher Künstlers, in: Extra Verren – Jahrbuch des Museumsvereins des Bezirkes Reutte 14 (2019), S. 137–166.

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Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Österreich) Kategorie:Historienmaler Kategorie:Kirchenmaler Kategorie:Freskant Kategorie:Person (Bach, Tirol) Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Geboren 1760 Kategorie:Gestorben 1819 Kategorie:Mann