Die Frisia Windkraftanlagen Produktion GmbH war ein im Jahr 1997 gegründetes Unternehmen mit Sitz in der ostwestfälischen Stadt Minden in Nordrhein-Westfalen, das Windkraftanlagen produzierte und 2001 aufgelöst wurde.

Geschichte Das Unternehmen war ein Tochterunternehmen der NEVAG neue energie verbund AG und wurde 1997 gegründet. Vorläufer der Frisia Windkraftanlagen Produktion GmbH war die Windstrom Frisia GmbH welche den Vertrieb des internationalen Herstellers Wind World in Deutschland übernahm. Als dieser zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet erfolgte für die Frisia eine Neuausrichtung der Geschäftstätigkeit mit dem Fokus auf einer eigenen Produktion. So wurden zwischen 1998 und 2001 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 750 und 850 kW hergestellt. Unterstützend wirkte für den Windenergiebauer dabei das Erneuerbare-Energien-Gesetz aus dem Jahr 2000. Durch die geänderten Einspeisungsvergütungen für Windstrom wuchsen die Umsätze der Branche rasant und zeitweilig prognostizierte Frisia in dieser Zeit einen Jahresumsatz von über 70 Millionen Euro.

Insgesamt hat der Windanlagenhersteller nach Aussage der Wirtschaftswoche während seiner Existenz rund 135 Anlagen produziert und aufgestellt, die überwiegend in Windparks zum Einsatz kamen. Rund 80 von ihnen mussten jedoch kurz nach der Inbetriebnahme wegen Konstruktionsmängeln stillgelegt werden. Einige wurden wegen fehlender wirtschaftlicher Perspektiven sogar ganz abgebaut. Von den Mängeln waren die Tragrahmen der Maschinen betroffen. Diese waren zu schwach ausgelegt und es traten Risse in den Schweißnähten auf, weshalb Frisia die Maschinenträger an den betroffenen Anlagen austauschen musste.

So baute Frisia zum Beispiel die Windkraftanlagen für den Windpark Neuendorf/Kakerbeck mit 27 Windrädern. Der Windpark wurde vom Umweltkontor Renewable Energy AG vermarktet. Die technischen Probleme an den Anlagen beschrieb der Gutachter Manfred Lührs im März 2003 wie folgt: „Die tragende Konstruktion ist zu schwach, der Generator gerät ins Schwingen, läuft heiß, und die Anlage schaltet sich immer wieder ab.“

Die Firma wurde im Jahr 2001 aufgrund von Millionenverlusten durch die technischen Probleme an beiden Baureihen insolvent.Windbranche: Frisia im vorläufigen Insolvenzverfahren, abgerufen am 31. Oktober 2019 Die Schadenersatzforderungen der Kunden bedeuteten im November 2001 das finanzielle Aus., abgerufen am 31. Oktober 2019 Nur ein Teil der Mitarbeiter wurde in der neugegründeten Frisia Windkraftanlagen Service GmbH für die Wartung bestehender Anlagen weiter beschäftigt.

Anlagentypen Frisia produzierte von 1998 bis 2001 zwei verschiedene Baureihen mit einer Leistung von 750 beziehungsweise 850 kW.

Frisia F45 (Prototyp) mini|Frisia F45 Prototyp in Minden-Päpinghausen Die F45 war im Jahr 1997 der erste Prototyp von Frisia. Diese 750 kW Anlage stand bis 2020 in Minden-Päpinghausen und wurde mittlerweile wieder abgebaut.

Technische Daten:

Nennleistung 750 kW Rotordurchmesser 45 m Nabenhöhe 63 m Baujahr 1997

Frisia F48 Die F48 war die erste Frisia-Anlage, welche ab 1998 in Serie hergestellt wurde. Sie hatte eine Leistung von 750 kW. Das Maschinenhaus der Anlage wurde erstmals mit einem Aluminiumgehäuse ausgestattet.

Technische Daten:

Nennleistung 750 kW Rotordurchmesser 48 m Nabenhöhe 65 / 75 m Rotor-Nenndrehzahl 29/min Bauzeit 1998–2001

Frisia F56 alternativtext=Frisia F56 Windkraftanlage|mini|Frisia F56 Windkraftanlage Die F56 mit einer Leistung von 850 kW war die meistverkaufte Windkraftanlage von Frisia und ist eine Weiterentwicklung der F48.

Technische Daten:

Nennleistung 850 kW Rotordurchmesser 56 m Nabenhöhe 70 m Rotor-Nenndrehzahl 25/min Bauzeit 1999–2001

Weblinks

Einzelnachweise

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