KiK Textilien und Non-Food GmbH (Eigenschreibweise: KiK) ist ein deutscher Textil- und Non-Food-Discounter mit Sitz in Bönen, der im Jahr 1994 von Stefan Heinig zusammen mit der Unternehmensgruppe Tengelmann gegründet wurde. Das Unternehmen ist mit 2400 Filialen die größte Textil- und Non-Food-Kette in Deutschland und verfügt insgesamt über 4200 Filialen in Deutschland, Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Polen, den Niederlanden, Italien, Rumänien, Bulgarien, Spanien und Portugal. Das Unternehmen beschäftigt rund 32.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Im deutschen Textilhandel rangiert KiK unter den zehn größten Anbietern.

KiK ist ein Akronym für „Kunde ist König“.Jürgen Müller: Ganz unten ganz oben. In: Textilwirtschaft. 7. Mai 2009, S. 24.

Geschichte Gründung und internationale Expansion mini|KiK-Europazentrale mini|Logistik der KiK-Europazentrale KiK wurde 1994 von Stefan Heinig zusammen mit der Tengelmann-Gruppe gegründet. Die erste Filiale befand sich in Düsseldorf-Gerresheim in einem ehemaligen Blumenladen. Bis zum Jahr 1996 entstanden 228 Geschäfte in Deutschland. 1998 expandierte KiK erstmals ins Ausland und eröffnete Filialen in Österreich. Der Versuch, ab dem Jahr 2000 den dänischen Markt zu erschließen, scheiterte und wurde 2002 beendet. Die bis dahin 17 eröffneten Filialen wurden wieder geschlossen.

Ab 2007 weitete das Unternehmen seine Präsenz in Osteuropa aus und eröffnete Filialen in Slowenien und Tschechien. 2008 folgten Ungarn und die Slowakei. Am 30. November 2010 wurde in Berlin die dreitausendste Filiale eröffnet., KiK, 26. November 2010, abgerufen am 4. September 2015.Bert Rösch: Textil-Discounter Kik eröffnet 3000. Filiale. In: Textilwirtschaft. 2. Dezember 2010, S. 40. 2011 trat KiK dem Handelsverband Deutschland bei und setzte die Expansion fort.Discounter Kik streift sein Schmuddelimage ab. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. Mai 2011, Nr. 119, S. 15. 2011 eröffnete KiK die erste Filiale in Kroatien,Textildiscounter Kik eifert Aldi nach. In: Süddeutsche Zeitung. 23. November 2011, S. 21. 2012 folgte die erste Filiale in Polen, in Środa Wielkopolska.Wirtschaft kompakt. In: Leipziger Volkszeitung. 16. März 2012, S. 5.

Seit April 2013 betreibt das Unternehmen zudem einen Online-Shop.www.kik24.de – Das erste Paket verlässt das Lager, KiK-Unternehmensseite, abgerufen am 18. November 2019. 2013 wurde außerdem die erste Filiale in den Niederlanden eröffnet; bis 2018 stieg die Zahl der Standorte dort auf 36,Goedendag vrouw Antje – KiK ist jetzt auch in den Niederlanden vertreten, KiK-Blog vom 26. Februar 2014, abgerufen am 20. August 2015 mit einem Ziel von insgesamt 300 Filialen.Kunden haben kein schlechtes Gewissen, Handelsblatt vom 17. Mai 2015, abgerufen am 20. August 2015. Im Oktober 2017 expandierte KiK erstmals nach Italien. Bis Ende 2018 wuchs das Filialnetz in Polen auf 258 Standorte mit einem Marktanteil von 23 Prozent. Ende 2018 betrieb KiK europaweit insgesamt 3697 Filialen, Tengelmann-Pressemitteilung vom 15. August 2019, abgerufen am 13. November 2019. und erzielte nach eigenen Angaben einen Netto-Umsatz von 2,05 Milliarden Euro.Kik wächst weiter – aber nur im Ausland, TextilWirtschaft, 15. August 2019, abgerufen am 18. November 2019.

Pläne für eine Expansion in die USA im Jahr 2019KiK sucht den Kick in den USA. In: Manager Magazin. 19. Januar 2017. wurden verworfen.Modehändler Kik stoppt US-Start wegen Trumps Handelspolitik, Handelsblatt vom 11. Juli 2018, abgerufen am 13. November 2019. Mittelfristig strebte KiK eine Erhöhung der Filialanzahl auf 5000 an, davon 3000 in Deutschland.KiK will Zahl der Filialen europaweit auf 5000 steigern, Die Presse vom 17. Mai 2010, abgerufen am 8. April 2017. Geschäftsführer Patrick Zahn formulierte darüber hinaus das Ziel, „KiK in jeden europäischen Kleiderschrank“ zu bringen.

2020 eröffnete das Unternehmen die erste Filiale in Bulgarien in der Hauptstadt Sofia.

Vollständige Übernahme und neue Entwicklungen Im Dezember 2020 übernahm die Tengelmann-Gruppe die verbleibenden Anteile von Unternehmensgründer Stefan Heinig, der zuvor über die H. H. Unternehmensgruppe 15,2 Prozent der Anteile gehalten hatte. Dies erfolgte im Tausch gegen Heinigs Beteiligung am Non-Food-Discounter TEDi.

2022 wurde die Expansion in Südeuropa vorangetrieben und KiK stieg in den spanischen und portugiesischen Markt ein. Zudem wurden weitere Filialen in Osteuropa eröffnet. Ende 2023 eröffnete KiK ein neues Lager in Polen.

Am 24. März 2026 gab KiK bekannt, dass Hunderte Filialen in Europa geschlossen werden, darunter 135 in Deutschland. Die Maßnahme diene der strategischen Bereinigung des Filialnetzes zur Steigerung der Profitabilität, da Standorte teilweise zu dicht beieinander lägen. Bis Ende 2026 soll die Zahl der Geschäfte europaweit um etwa 225 auf rund 4.000 sinken, in Deutschland verbleiben rund 2200 Filialen. Das Unternehmen betonte, dass die verbleibenden Standorte profitabel und keine Kündigungen geplant seien.

Unternehmensstruktur Die KiK Textilien und Non-Food GmbH gehört zur Tengelmann Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH. Zum 1. August 2025 übernahm Christian Kümmel das Amt des Finanzvorstands (CFO) bei KiK. Seit dem 1. November 2025 gehört Agnieszka Jaworska als Geschäftsführerin (CCO) zum Führungsteam. Seit dem 1. Juni 2026 komplettiert Ulrich Hanfeld als CEO die Geschäftsführung. Der Umsatz von KiK lag 2023 bei 2,4 Milliarden Euro, die Mitarbeiterzahl beträgt 2025 rund 32.000.

Standorte mini|KiK-Filiale in Deutschland Neben dem deutschen Markt ist KiK auch in Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Polen, Niederlande, Italien, Rumänien, Bulgarien, Spanien und Portugal vertreten. Insgesamt betreibt KiK mehr als 4200 Filialen, darunter 2400 in Deutschland. Darüber hinaus verfügt KiK über Lager in Bönen, Holzwickede sowie in Polen und der Slowakei. Die einzelnen Filialen befinden sich meist in der Nähe von anderen Discountern oder in Fachmarktzentren.

KiK besitzt keine eigenen Produktionsstätten, sondern lässt die Ware vor allem in Asien produzieren, insbesondere in China und Bangladesch. 2006 wurde von KiK ein Code of Conduct entwickelt, der die Handelsbeziehung mit rund 800 Direktlieferanten regelt. In diesem Verhaltenskodex sind die elementaren Arbeitsrichtlinien und Sozialstandards beschrieben, die bei der Herstellung zu beachten sind. KiK verzichtet auf Zwischenhandel und importiert die Waren zu 98 Prozent direkt über den Seeweg.Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG: Geschäftsbericht 2014 (PDF; 6,3 MB), abgerufen am 2. September 2015. + Die Filialen im internationalen Vergleich Staat Filialen MitarbeiterSeit 2400 >19.0001994 >100 >6002011 >65 >5502013 >220 >15001998 >450 >29002012 >100 >9502008 >60 >3002007 >230 >20002007 >120 >8602008 >150 >9752017 >140 >8002017 >60 >4002020>40>3502022>20>2002022

Mitarbeiter Stand 2025 arbeiten für KiK 32.000 Mitarbeiter, davon über 19.000 in Deutschland. 93 Prozent aller Mitarbeiter arbeiten im Filialbereich. Die Frauenquote liegt bei 91 Prozent, die Führungspositionen sind zu 58 Prozent mit Frauen besetzt (Stand 2025).

Der Discounter bietet verschiedene Ausbildungsberufe und Praktika an, darunter die Ausbildung zum Bürokaufmann, zum Einzelhandelskaufmann, zum geprüften Handelsassistenten, zum geprüften Handelsfachwirt, zum Personaldienstleistungskaufmann und zum Bauzeichner. Neben den klassischen Berufen bildet KiK auch im dualen System zum Bachelor of Arts – Wirtschaft und Management (Vertiefung Handel oder Logistik) oder Bachelor of Science (Bekleidungstechnik) aus. 2024 stellte KiK 520 Auszubildende ein.

Im Oktober 2011 startete KiK eine Imagekampagne, um sich als Arbeitgeber vom schlechten Ruf zu befreien. Für die Imagekampagne hat der Discounter eigene Mitarbeiter zu Testimonials gemacht. Mit Statements wie „Die Arbeit macht hier richtig Spaß“ oder „Lieber echte Karriere, als falsche Ideale“ warben KiK-Mitarbeiter in roten T-Shirts in Print- und Online-Anzeigen für ihr Unternehmen.

Anfang 2025 startete KiK eine weitere Imagekampagne als Arbeitgeber. Zu den Werbemaßnahmen gehörten Plakate, Postkarten und digitale Formate, die über Karrierethemen informieren. Im Rahmen der Kampagne teilten zudem über 120 Mitarbeiter ihre persönlichen Erfahrungen bei KiK.

In der jährlich von der Textilwirtschaft durchgeführten Studie „Working in Fashion“ erreichte KiK 2019 im Arbeitgeber-Ranking von 40 Modeunternehmen insgesamt den 10. Platz. Sichere Arbeitsplätze, Zukunftspotential und Internationalität sowie eine hohe Bekanntheit wurden besonders positiv bewertet.

Leitung Zum 1. Januar 2012 übergab Gründer Heinig den Vorsitz der Geschäftsführung an Heinz Speet, der bis Ende 2015 das Unternehmen leitete. Vom 1. Januar 2016 bis zu seinem Ausscheiden Anfang September 2025 war Patrick Zahn Vorsitzender der Geschäftsführung.Florian Kolf: Der Angreifer. In: Handelsblatt. 25. Februar 2016, S. 47.Patrick Zahn neuer Chef von Kik. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. September 2015, Nr. 205, S. 20. mini|KiK-Filiale Textil mini|KiK-Filiale Non-Food

Tätigkeit und Produkte KiK vertreibt Bekleidung, Wohntextilien, Dekorationsprodukte sowie Haushaltsprodukte. Die Hälfte des Angebots besteht dabei aus Kleidung für Damen, Herren und Kinder. Die restlichen Produkte sind Non-Food-Artikel. KiK sieht sich dabei selbst als Nahversorger und achtet auf schnelle und einfache Erreichbarkeit der Filialen.Mathias Vogel: Tengelmann zieht Bilanz. In: Lebensmittel Zeitung. 10. Juli 2015, S. 6.

KiK bietet eine diverse Auswahl an Textilien für verschiedene Zielgruppen. Dazu gehören Damen-, Herren- und Kinderbekleidung sowie Babybekleidung. Das Sortiment umfasst Alltagsmode, Freizeitbekleidung und saisonale Artikel wie Winterjacken oder Sommermode. Neben Basics führt KiK auch Nacht- und Sportbekleidung.Carmen Maiwald, Vanessa Materla: Bis zum letzten Fetzen. In: Die Zeit. 31. August 2023, Nr. 37, S. 25.Friesingers neuer Job. In: Abendzeitung. 23. Juni 2015, S. 32.

Im Bereich Wohnen und Dekoration bietet KiK Artikel für die Verschönerung und Ausstattung des Zuhauses an. Zum Angebot gehören Wohntextilien wie Vorhänge, Kissen, Bettwäsche und Tischdecken. Ergänzt wird das Angebot durch saisonale Dekorationsartikel, etwa für Weihnachten, Ostern oder andere Anlässe und Feierlichkeiten. KiK führt auch kleinere, preisgünstigere Möbelstücke, Wanddekorationen, Kerzen und Vasen.Hans Peter Brodüffel, Tobias Wolff: Den Bedürfnissen der Kölner angepasst. In: Kölnische Rundschau. 10. November 2023, S. 23.

KiK vertreibt auch zahlreiche Haushaltsartikel für den täglichen Gebrauch. Dazu zählen Küchenutensilien sowie Reinigungsprodukte und Aufbewahrungsprodukte.Steffen Gerth: Die Wohnkultur-Verkäufer. In: Der Handel. 2. März 2020, S. 10–13.

Seit der Erneuerung des Ladendesigns befinden sich im Eingangsbereich statt Rundständern hauptsächlich Präsentationsflächen für saisonale, monatlich wechselnde Waren und Angebote. Die Bekleidungsbereiche (Babybekleidung, Kinderbekleidung, Damenoberbekleidung und Herrenbekleidung) werden größtenteils auf T-Ständern und Stufentischen präsentiert statt auf den Rundständern. Der Non-Food-Bereich befindet sich im hinteren Teil der Ladenfläche und verfügt über einheitliche Regalsysteme. KiK plant, das neue Ladendesign bis 2028 europaweit umzusetzen.

Sponsoring und Werbung Der Discounter schaltet Anzeigen in Tageszeitungen, produziert Prospekte und wirbt im Rundfunk und Fernsehen.

2023 startete KiK eine internationale Werbekampagne zur Kundenaktivierung mit dem Namen „KiK – Mehr als du denkst“. Für diese Kampagne nutzt KiK verschiedene Werbemittel, darunter die Social-Media-Kanäle, Influencer-Kooperationen und Fernseh- und Radiowerbung. Ziel der Kampagne ist es, Bestands- und Neukunden neben den bekannten Produkten auch das Non-Food-Angebot vorzustellen.

Sport