mini|Rüdiger Wagner, undatiert Rüdiger Werner Ludwig Wagner (* 9. Januar 1939 in Beuthen O.S.; † 30. November 2007 in Agatharied, Hausham) war ein deutscher Schriftsteller, Dichter, Lehrbuchautor und Lehrer. Bis 1996 war er stellvertretender Direktor (Studiendirektor) des Klenze-Gymnasiums München.
Leben Wagner wurde als Sohn des Münchner Obergewandmeisters Georg Wagner (1906–1963) und seiner Ehefrau, der Weißnäherin Frieda, geb. Bauer (1903–1996), geboren.
Nach der Flucht aus Oberschlesien besuchte er in Neustrelitz (Mecklenburg) die ersten beiden Klassen der Volksschule; ab 1947 dann in München die dritte und vierte Klasse. 1949 wurde er Schüler der Klenze-Oberrealschule (heute Klenze-Gymnasium) in München und bestand an dieser Schule 1958 das Abitur. Seit dem Winter-Semester 1958/59 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Technischen Hochschule München (heute Technische Universität München) Germanistik, Geographie und Geschichte. Im fünften Semester war er an der Universität Erlangen immatrikuliert.
1964 bestand er das Staatsexamen für das höhere Lehramt in Deutsch, Erdkunde und Geschichte. Zunächst war er Studienreferendar an der Rupprecht-Oberrealschule (heute Rupprecht-Gymnasium) in München.
1965 promovierte Rüdiger Wagner zum Doktor der Philosophie (Dr. phil.) an der Ludwig-Maximilians-Universität in München zum Thema „Hans Henny Jahnns Roman Perrudja – Sprache und Stil“.Verleihungsurkunde der Ludwig-Maximilians-Universität München vom 16. Juni 1965.
Von 1973 bis 1974 befand er sich zusammen mit seiner ersten Ehefrau, der promovierten Ethnologin und Afrikanistin Dagmar Wagner-Robertz (1944–1991),Heiratsurkunde vom 14. April 1966. auf Forschung, mit anschließender Forschungsreise durch den ganzen südlichen Teil Afrikas. 1975/1976 folgte ein halbjähriger Forschungsaufenthalt in Südwestafrika. Ziel dieser Feldforschung war es, den Dama-Dialekt auf Tonband aufzuzeichnen, alte einheimische Lieder sowie Erzählungen zu sammeln und die geistige Kultur dieses zum damaligen Zeitpunkt weitgehend unerforschten Volkes festzuhalten.Rüdiger Wagner: Südwester Reisenotizen. In: Afrika-Post. Januar 1976, S. 8–11. Sein autobiographisches Buch Fünf Cent für den Weißen widmete Wagner der namibischen Siedlung Okombahe. Fünf Cent für den Weißen besteht aus Briefen und Tagebucheinträgen, die Wagner während seiner Zeit in Südwestafrika schrieb.
Im Jahre 1995 hielt er einen Vortrag über „Mythos und Harmonik im Werk Hans Henny Jahnns“.
Wagner war in den späten 50er-Jahren mit Hans Henny Jahnns Werk in Berührung gekommen, weil sein Onkel, der Musikverleger Werner Bauer (1894–1958) in Hamburg, an Hans Henny Jahnns Ugrino Verlag als Verlagsleiter beteiligt war und seine Tante Elisabeth, Bauers Ehefrau, ihn darauf aufmerksam machte. Werner Bauer war ab 1935 Geschäftsführer des Ugrino Verlages.Rüdiger Wagner: Der Orgelreformer Hans Henny Jahnn (= Hans Heinrich Eggebrecht (Hrsg.): Veröffentlichungen der Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung. Heft 4). Musikwissenschaftliche Verlags-Gesellschaft, Stuttgart 1970, S. 6.
Der Literaturwissenschaftler Thomas P. Freeman meinte 2001 über Wagner:
Außerdem nennt Freeman ihn einen:
Rüdiger Wagner war Mitglied des Prüfungsausschusses des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus und erstellte Gutachten für die Zulassung von Lehrmitteln im Auftrage dieses Ministeriums.
Neben der deutschen besaß er ab den 70er-Jahren auch die südafrikanische Staatsangehörigkeit.
Wagner war mit dem Tibetologen Helmut Hoffmann (1912–1992) befreundet.Rüdiger Wagner: Niemand kehrt zurück. Konstellation I. Selbstverlag, Otterfing 1997, S. 7–11.
Seinen Lebensabend verbrachte Wagner in Otterfing, wo er auch beerdigt wurde.
Seit 1994 war Wagner mit einer Chemikerin verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn Konstantin Wagner (* 2000) ist ebenfalls Autor.
Werke (Auswahl) Dissertation Hans Henny Jahnns Roman Perrudja – Sprache und Stil. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München. Dissertations-Druckerei Charlotte Schön, München 1965.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen
Hans Henny Jahnns Roman "Fluss ohne Ufer" – Summa Harmonica. In: Antaios. Band XI, Nr. 1. Ernst Klett Verlag, Stuttgart Mai 1969, S. 66–84.
Anmerkungen zur Harmonik im Werk Hans Henny Jahnns. Die Rezeption harmonikalen Denkens in den Jahren 1929 bis 1939. In: Bernd Goldmann et al. (Hrsg.): Hans-Henny-Jahnn-Woche; 27. bis 30. Mai 1980; 5. Kasseler Hochschulwoche. Eine Dokumentation. Johannes Stauda Verlag, Kassel 1981, S. 87–113.
Lehrbücher
Gedichte Eugen Gomringer: Manifeste und Darstellungen der konkreten Poesie, 1954-1966. Mit einem Vorwort von Rüdiger Wagner. Édition Galerie Press, St. Gallen 1966.
Erzählungen
Romane Der Schoß. Selbstverlag, München 1969 / 1970. Niemand kehrt zurück. Konstellation I. Selbstverlag, Otterfing 1997. Kâli Yûga. Konstellation III. Selbstverlag, Otterfing 1997. Ende im Omaruru. Konstellation II. Selbstverlag, Otterfing 1998.
Zeitungs- und Zeitschriftenartikel
Vorträge
Autobiographisches Fünf Cent für den Weißen. Selbstverlag, München 1976.
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Lyrik Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Person (Otterfing) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Gestorben 2007 Kategorie:Mann