Botowo () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Biskupiec (Bischofsburg) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein).
Geographische Lage Botowo liegt im Zentrum der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 26 Kilometer nördlich der früheren Kreisstadt Ortelsburg () bzw. 31 Kilometer östlich der heutigen Kreismetropole Olsztyn ().
Geschichte Ortsgeschichte Bottowen ist vor 1570 gegründet worden.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Bottau Eine Erneuerung der Gründungshandfeste erfolgte am 10. Februar 1615, als dem Dorfschulzen Jakob Denda vier zinsfreie Hufen zuerkannt wurden.Bottowen/Bottau bei der Kreisgemeinschaft Ortelsburg Im 17. Jahrhundert hatte die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes wohl keinen guten Verlauf genommen, Fortschritte zeigten sich erst im 18. Jahrhundert. Dann mehrten sich Ende des 20. Jahrhunderts die Anzeichen für das Anlaufen einer neuen Entwicklungsperiode.
Im Jahre 1874 wurde Bottowen in den neu errichteten Amtsbezirk Kobulten () im ostpreußischen Kreis Ortelsburg eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Kobulten
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreussen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Bottowen stimmten 305 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen 60 Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 93
„Bottau“ war dann ab 1938 die aus politisch-ideologischen Gründen geänderte Ortsbezeichnung für das Dorf Bottowen.
In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und bekam die polnische Namensform „Botowo“. Heute ist es Sitz eines Schulzenamtes (polnisch Sołectwo) und somit eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Biskupiec (Bischofsburg) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1820 116 1885 526 1905 528 1910 550 1933 486 2011 234
Kirche Bis 1945 war Bottowen resp. Bottau in die evangelische Kirche KobultenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 497 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Kirche Kobulten im Bistum Ermland eingepfarrt.
Heute gehört Botowo zur evangelischen Kirche Rasząg (Raschung), einer Filialkirche der Pfarrei Sorkwity (Sorquitten) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Katholischerseits ist Botowo nach weiterhin zur Pfarrei in KobułtyPfarrei Kobułty ausgerichtet, deren Filialgemeinde Botowo heute ist, jetzt im Erzbistum Ermland.
Schule In Bottowen war während der Regierungszeit Friedrich Wilhelms I. eine Dorfschule gegründet worden.
Verkehr Botowo ist von der Landesstraße 57 (frühere deutsche Reichsstraße 128) aus auf einer Nebenstraße von Labuszewo (Haasenberg) nach Rasząg (Raschung) zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Weblinks Historische Aufnahme aus Bottowen/Bottau
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Biskupiec (Powiat Olsztyński)