Nadine Ahr (* 1982 in Hannover) ist eine deutsche investigative Journalistin und Autorin.

Werdegang Nach ihrem Abitur 2001 an der Sophienschule HannoverAbiturientinnen und Abiturienten seit 2000. In: Sophienschule Hannover. studierte Ahr Geschichte, Medien- und Politikwissenschaften an der Universität Hannover. Anschließend ging sie für ein halbes Jahr nach Namibia, wo sie in Windhoek für die Namibian Broadcasting Corporation arbeitete. 2009/2010 absolvierte sie mit einem Stipendium der Süddeutschen Zeitung eine Volontärsausbildung an der Evangelischen Journalistenschule (EJS) in Berlin. Seither schreibt sie als freie Journalistin unter anderem für Printmedien wie Die Zeit, die taz, Die Welt sowie Hörfunksender wie den Bayerischen Rundfunk und das rbb Kulturradio. Seit 2019 fungiert sie als Mentorin an der EJS.Mentorenprofil Nadine Ahr. In: Evangelische Journalistenschule, abgerufen am 27. Oktober 2019.

Bei der Wahl zum „Journalist des Jahres 2011“ des Medium Magazins wurde Ahr in der Kategorie „Kulturjournalismus“ auf den sechsten Platz gewählt.Die Journalisten des Jahres. In: Medium Magazin. Ausgabe 1+2/2012, S. 18–25.

Ihre 2012 erschienene Reportage „Gottes Mühlen“Nadine Ahr: Gottes Mühlen. In: Die Zeit. Nr. 27/2012, 28. Juni 2012. über den Kriminalfall Lolita Brieger wurde von der Jury des Deutschen Reporterpreises als eine der zwanzig besten Reportagen des Jahres 2012 ausgewählt.Beste Reportage 2012 – die Nominierten. In: reporter-forum.de. Dezember 2012. Ihre Undercover-Reportage zu Weihnachten 2012 „Maria und Josef in Neukölln“ Nadine Ahr, Henning Sußebach: Maria und Josef in Neukölln. In: Die Zeit. Nr. 52/2012, 19. Dezember 2012. wurde von der Vor-Jury des Henri Nannen Preises unter die Top-10-Reportagen des Jahres gelistet. Auch Ahrs 2018 erschienener Artikel „Anton fiel auf den Kopf. Er musste in die Klinik“Nadine Ahr: Anton fiel auf den Kopf. Er musste in die Klinik. In: Die Zeit. Nr. 46/2018, 8. November 2018. wurde von der Vor-Jury des Nannen Preises unter die Top-10-Dokumentationen des Jahres gewählt. Gleichzeitig wurden ihre zusammen mit einer Journalistengruppe der Zeit im Zuge der #MeToo-Debatte durchgeführten Recherchen über die Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Dieter Wedel mit in die Short-List des Nannen Preises der Kategorie „Investigation“ aufgenommen,Nannen Preis 2019 – Shortlists. In: Nannen Preis. April 2019. die Artikel wurden mit dem Deutschen Reporterpreis und dem Leuchtturm-Preis ausgezeichnet.

Ahrs 2011 erschienene und mehrfach ausgezeichnete Reportage „Das Versprechen“ basiert auf persönlichen Eindrücken, wie ihre eigenen Großeltern mit der Demenz der Großmutter zurechtkamen. 2013 verarbeitete sie das Thema zu einem Buch, das Anja Maier als „glasklare und tieftraurige“ Erzählung davon wahrnahm, „wie aus einem Paar verzweifelte Gegner werden. Und Verlierer, beide. Und wie sie das als Enkeltochter erlebt und dabei erkennt, dass sie nichts tun kann, außer da zu sein, wenn diese beiden Erwachsenen ihre Liebe zu einem Ende bringen.“Anja Maier: Nicht mehr können. In: die tageszeitung. 30. Dezember 2013, S. 17.

2018 recherchierte Ahr zusammen mit Christiane Hawranek, wie in Deutschland ledige schwangere Frauen noch bis zu Beginn der 1980er Jahre als „gefallene Mädchen“ in sogenannten Entbindungsheimen versteckt wurden und nach der Entbindung ohne Kontrolle durch das Jugendamt teilweise unter Zwang Adoptionen der Neugeborenen erfolgten.Nadine Ahr, Christiane Hawranek: Zwangsadoptionen in Bayern?. In: Bayerischer Rundfunk. 14. Juni 2018. Dieser sowohl in Die Zeit wie auch im Hörfunk auf Bayern 2 publizierte Beitrag zählte aus Sicht der Jury des Deutschen Radiopreises 2019 in der Kategorie „Beste Reportage“ zu den drei herausragenden Beiträgen.Nominiert in der Kategorie „Beste Reportage“ 2019. In: Deutscher Radiopreis 2019.

Bücher Nadine Ahr: Das Versprechen. Droemer, München November 2013, ISBN 978-3-426-27596-2. Nadine Ahr: Es bleiben zwei Koffer. In: Friederike von Kirchbach: Heute war es schön: ein Lesebuch über Demenz. Wichern-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-88981-314-5, S. 33–42.

Auszeichnungen für die Artikel „Im Zwielicht“Jana Simon, Annabel Wahba, Christian Fuchs, Nadine Ahr, Anne Kunze, Amrai Coen und Götz Hamann: Im Zwielicht. In: ZEITMagazin. Nr. 2/2018, 3. Januar 2018. und „Der Schattenmann“ (2018)Jana Simon, Annabel Wahba, Christian Fuchs, Khuê Pham und Nadine Ahr: Der Schattenmann. In: Die Zeit. Nr. 5/2018, 25. Januar 2018. über die Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Dieter Wedel Deutscher Reporterpreis in der Kategorie „Investigation“ZEITmagazin und DIE ZEIT gewinnen drei Auszeichnungen. In: Zeit Online. 4. Dezember 2018. Leuchtturm-PreisLeuchtturm 2018 für das MeToo-Rechercheteam der ZEIT. In: Netzwerk Recherche. 29. Juni 2018. für den Artikel „Die gefallenen Mädchen“ (2018)Nadine Ahr, Christiane Hawranek: Die gefallenen Mädchen. In: ZEITMagazin. Nr. 25/2018. und ihre Berichterstattung im HörfunkChristiane Hawranek, Nadine Ahr: Zwangsadoptionen in Bayern? – Die gefallenen Mädchen. In: Bayern 2. 10. Juni 2018. Robert-Geisendörfer-Preishttps://www.geisendoerferpreis.de Karl-Buchrucker-PreisPreisträger 2019. Innere Mission München. März 2019. Dr.-Georg-Schreiber-MedienpreisDr.-Georg-Schreiber-Medienpreis 2018. für den Artikel „Das Ende der Dunkelheit“Das Ende der Dunkelheit. In: Die Zeit. Nr. 49/2015, 3. Dezember 2015. Medienpreis – Medizin Mensch Technik von medtronic und Charité für den Artikel „Die gespendeten Kinder“ (2014)Nadine Ahr, Christiane Hawranek: Die gespendeten Kinder. In: Die Zeit. Nr. 40/2014. Medienpreis – Medizin Mensch Technik von medtronic und Charité für den Artikel „Eine Überdosis Risiko“ (2014)Eine Überdosis Risiko. In: Die Zeit. Nr. 12/2014. und ihre Berichterstattung im HörfunkTests mit Nebenwirkungen - Pharmafirmen machen Billig-Studien in Osteuropa. In: Bayern 2. 20. Januar 2014. Dr.-Georg-Schreiber-MedienpreisDr.-Georg-Schreiber-Medienpreis 2014. Deutscher Journalistenpreis Neurologie der DGNJournalistenpreis Neurologie: zweimal Multiple Sklerose – zweimal aus einem anderen Blickwinkel. In: DGN. 10. September 2014. für den Artikel „Das Versprechen“ (2011)Nadine Ahr: Das Versprechen. In: Die Zeit. Nr. 33/2011, 11. August 2011. und ihre Berichterstattung im Hörfunk „Demenz in der Ehe – wenn die Liebe sich nicht mehr erinnert“Nadine Ahr: Demenz in der Ehe – wenn die Liebe sich nicht mehr erinnert. In: rbb Kulturradio. Februar 2012. Deutscher Reporterpreis in der Kategorie „Beste freie Reportage“Nadine Ahr „Das Versprechen“. In: reporter-forum.de. 20. Januar 2012. Alexander-Rhomberg-PreisMarietta Slomka und Stefan Niggemeier ausgezeichnet. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Mai 2012. Journalistenpreis „Demenz“ der Diakonie Neuendettelsau In: Neuendettelsauer Chronik. 1/2013, Februar 2013, S. 10.

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