mini|Persistierende Pupillarmembran Als Persistierende Pupillarmembran, , wird das Fortbestehen einer Membran aus der embryonalen Entwicklung im Bereich der Pupille bezeichnet. Bei dieser recht häufigen angeborenen Erkrankung bleiben nach der Geburt Reste eines fetalen Gefäßnetzes mit feinen Fäden bestehen, die normalerweise noch in den ersten Monaten nach der Geburt vor dem Sehloch zurückgebildet werden können.Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 266., aktualisierte Auflage, de Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-033997-0B. J. Burton, G. G. Adams: Persistent pupillary membranes. In: The British journal of ophthalmology. Band 82, Nummer 6, Juni 1998, S. 711–712, doi:10.1136/bjo.82.6.709b, PMID 9797680, .

Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1957 durch J. R. Cassady und A. Light.J. R. Cassady, A. Light: Familial persistent pupillary membranes. In: A.M.A. archives of ophthalmology. Band 58, Nummer 3, September 1957, S. 438–448, doi:10.1001/archopht.1957.00940010450021, PMID 13457538.

Verbreitung und Ursache Beim Menschen lassen sich rudimentäre Anteile der Pupillarmembran bei etwa 95 % der Neugeborenen nachweisen. Die Ursache ist nicht bekannt.P. Meier, U. Gütz, P. Wiedemann: Hyperplastisch persistierende Pupillarmembran - Chirurgisches Vorgehen. In: Klinische Monatsblatter fur Augenheilkunde. Band 214, Nummer 4, April 1999, S. 255–257, doi:10.1055/s-2008-1034784, PMID 10407808.

Die Persistenz der Pupillenmembran tritt auch beim Gorlin-Chaudhry-Moss-Syndrom auf.

Klinische Erscheinungen Eine Beeinträchtigung des Sehvermögens ist selten.

Diagnose Die Diagnose ergibt sich aus der augenärztlichen Untersuchung, auch mit der Spaltlampe.

Therapie Die Behandlung erfolgt im klinischen Bedarfsfalle operativ.

Bei Tieren Das Krankheitsbild kommt auch in der Tiermedizin vor, insbesondere bei Haushunden und Hauskatzen. Es handelt sich vermutlich eine erblich bedingte Störung, auch wenn der genaue Erbgang unbekannt ist. Eine Rasseprädisposition gibt es für Basenjis, aber auch bei anderen Rassen wird ein familiäres Auftreten beobachtet. Sie ist gekennzeichnet durch eine unvollständige Rückbildung des vorderen Anteils der Tunica vasculosa lentis, eines fetalen Gefäßnetzwerks der Linse in der vorderen Augenkammer, welches von der Arteria hyaloidea gespeist wird.J. Marolt, M. Peitel, I. Somek: [Persistent pupillary membrane in the dog]. In: DTW. Deutsche tierarztliche Wochenschrift. Band 80, Nummer 12, Juni 1973, S. 281, PMID 4578373.K. N. Gelatt (Hrsg.): Veterinary Ophthalmology (3. Auflage). Lippincott, Williams & Wilkins. 1999 ISBN 0-683-30076-8.

Literatur W. B. Trattler, P. Keiser, N. J. Friedman: Review of ophthalmology. 3. Auflage Ed. Elsevier Inc; 2017. S. 105–278. ISBN 978-0-323-39056-9 M. Gavriş, I. Horge, E. Avram, R. Belicioiu, I. A. Olteanu, H. Kedves: Persistent Pupillary Membrane Or Accessory Iris Membrane?. In: Romanian journal of ophthalmology. Band 59, Nummer 3, 2015 Jul-Sep, S. 184–187, PMID 26978889, . S. M. Lee, Y. S. Yu: Outcome of hyperplastic persistent pupillary membrane. In: Journal of pediatric ophthalmology and strabismus. Band 41, Nummer 3, 2004 May–Jun, S. 163–171, PMID 15206602 (Review).

Einzelnachweise

Kategorie:Fehlbildung Kategorie:Krankheitsbild in der Augenheilkunde