Diese Liste beschreibt das Gedeck für Isabella d’Este auf dem Tisch der Kunstinstallation The Dinner Party von Judy Chicago. Sie ist Teil der Liste der 999 Frauen des Heritage Floor, die den jeweiligen Gedecken auf dem Tisch zugeordnet sind. Die Namen der 999 Frauen befinden sich auf den Kacheln des Heritage Floor, der unterhalb des Tisches angeordnet, zur Kunstinstallation gehört.

Beschreibung Die Installation besteht aus einem dreiseitigen Tisch, an dem jeweils 13 historische oder mythologische Persönlichkeiten, somit insgesamt 39 Personen, von der Urgeschichte bis zur Frauenrechtsbewegung Platz finden. Diesen Personen wurde am Tisch jeweils ein Gedeck bestehend aus einem individuell gestalteten Tischläufer, einem individuell gestalteten Teller sowie einem Kelch, Messer, Gabel, Löffel und einer Serviette zugeordnet. Die erste Seite des Tisches widmet sich der Urgeschichte bis zur Römischen Kaiserzeit, die zweite der Christianisierung bis zur Reformation und die dritte von der Amerikanischen Revolution bis zur Frauenbewegung. Jedem Gedeck auf dem Tisch sind weitere Persönlichkeiten zugeordnet, die auf den Fliesen des Heritage Floor, der den Raum unter dem Tisch und die Mitte des Raumes zwischen den Seite des Tisches einnimmt, einen Eintrag erhalten haben. Diese Liste erfasst die Persönlichkeiten, die dem Gedeck von Isabella d’Este zugeordnet sind. Ihr Platz befindet sich an der zweiten Tischseite.

Hinweise Zusätzlich zu den Namen wie sie in der deutschen Transkription oder im wissenschaftlichen Sprachgebrauch benutzt werden, wird in der Liste die Schreibweise aufgeführt, die von Judy Chicago auf den Kacheln gewählt wurde.

Die Angaben zu den Frauen, die noch keinen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia haben, sind durch die unter Bemerkungen angeführten Einzelnachweise referenziert. Sollten einzelne Angaben in der Tabelle nicht über die Hauptartikel referenziert sein, so sind an der entsprechenden Stelle zusätzliche Einzelnachweise angegeben. Bei Abweichungen zwischen belegten Angaben in Wikipedia-Artikeln und den Beschreibungen des Kunstwerks auf der Seite des Brooklyn Museums wird darauf zusätzlich unter Bemerkungen hingewiesen. Gedeck für Isabella d’Este mini|Tizian, Porträt der Isabella d’Este (etwa 1534–1536)

Isabella d’Este wurde am 18. Mai 1474 in Ferrara als Tochter von Ercole I. d’Este, Herzog von Ferrara, und Leonora von Neapel geboren. Gemeinsam mit ihren Geschwistern wurde sie in Latein, Musik, Tanz, griechischer und römischer Geschichte und klassischer Literatur unterrichtet. Ihr großes Interesse galt der Astrologie und sie studierte Landkarten, zudem spielte sie leidenschaftlich Schach und Kartenspiele. Im Februar 1490 heiratete sie Gianfrancesco II. Gonzaga, Markgraf von Mantua, mit dem sie acht Kinder hatte. Mehrfach regierte sie die Markgrafschaft. So von 1489 bis 1498, als Gianfrancesco für die Republik Venedig als Militärkommandeur tätig war, 1509 bis 1510, als er sich in venezianischer Gefangenschaft befand, die sie mit diplomatischen Mitteln beenden konnte und nach seinem Tod im Jahr 1519, bis ihr Sohn Federico II. Gonzaga die Regierungsgeschäfte übernehmen konnte.

Ihrer Begabung ist es zu verdanken, dass sich die politische Position Mantuas verbesserte. Mantua wurde 1530 zum Herzogtum erhoben und die Ernennung ihres jüngeren Sohnes Ercole 1527 zum Kardinal ging ebenfalls auf ihre Bemühungen zurück. Um ihre Söhne zu fördern, schickte sie diese zur Ausbildung an wichtige europäische Königshöfe. Diese Praktik ging auf ihre Erfahrung zurück, als ihr ältester Sohn Federico 1510 als Geisel für den Vater an den Hof von Julius II. nach Rom gegeben werden musste, was sich jedoch positiv auf seine Erziehung auswirkte. Ein weiterer Nebenaspekt waren die Verbindungen, die sich durch den Aufenthalt am Hof entwickelten. Nach Federicos Rückkehr aus Rom schickte sie ihn an den Hof des französischen Königs und ihren Sohn Ferrante an den Hof Karls V. Dadurch konnte sich die Familie Gonzaga mit den wichtigen Machtzentren vernetzen.

Isabella d’Este reiste 1525 nach Rom, um sich dort zugunsten eines Kardinalstitels für ihren Sohn Ercole einzusetzen. Auch nachdem dies geregelt war, blieb Isabella noch in Rom, um das kulturelle und gesellschaftliche Leben zu genießen. So war sie noch in Rom, als die außer Kontrolle geratenen Söldnertruppen Karls V. im Sacco di Roma Rom angriffen, mordeten und plünderten. Isabella organisierte den Palazzo Colonna zu einer Verteidigungsbastei und versammelte dort über 2000 Adelige mit deren Bediensteten. Sie hoffte, dass ihr Sohn Ferrante, der im Heer von Karl V. diente, sie zusammen mit anderen schützen könnte. Durch die Zahlung von Lösegeld konnte sie den Palast von Plünderern frei halten und organisierte die Flucht der Gruppe mit Hilfe von Barken über den Tiber. Über Genua, wo die Gruppe in Sicherheit war, erreichte Isabella schließlich Mantua.

Isabella d’Este gilt als die bedeutendste Kunstmäzenin der Renaissance. Ihre umfangreiche Korrespondenz, etwa 28.000 Briefe an Isabella und Kopien von ca. 12.000 Briefen, die sie geschrieben hat, dokumentieren ihr Wirken. Sie förderte die Malerei, in dem sie berühmte Künstler beauftragte, ebenso wie die Bildhauerei, beschäftigte Baumeister, war in Kontakt mit Geisteswissenschaftlern und unterstützte Komponisten und Musiker. In der Mode galt sie als Vorbild ihrer Zeit. Ihre Mode wurde in Italien und am französischen Hof kopiert.

Das Gedeck für Isabella d’Este greift zwei wesentliche Züge von ihr auf, ihre Rolle als Herrscherin in Mantua und als Kunstmäzenin. Ihr Teller ist in den Farben Gold, Weiß und Königsblau gehalten, im Stil der Urbino-Majolika, die auch von Isabella d’Este gefördert wurde. Die goldenen Elemente sind erhöht gearbeitet und bilden einen strukturellen Rahmen für das Design. In der Mitte des Tellers findet sich ein Kreis, in dem Kolonnaden räumlich dargestellt sind. Die in der Renaissance wiederbelebten Techniken zur Schaffung dreidimensionaler und realistischer Werke mittels Perspektive, Horizontlinien und Fluchtpunkten greift der Teller auf. Der äußere Kranz des Tellers ist durch sechs Bogenelemente getrennt und durch vier Leiterelemente und zwei Blütenelemente gestaltet. Der Tischläufer trägt auf der Vorderseite drei verschiedene Lilienmuster und auf der Rückseite das Wappen der Familie d’Este, verziert mit Quasten. Die Seiten sind mit Schilden gestaltet, als Hintergrundfarbe für die gestalteten Bereiche wählte Chicago Blau, die Zierelemente sind in Gold eingefasst und die Mitte des Läufers ist weiß gehalten. Der initiale Buchstabe „I“ auf der Vorderseite ist mit einer blütenähnlichen Form umgeben, die ebenfalls die Farben des Läufers aufnimmt.