Kenoma () ist ein von dem Gnostiker Valentinus (2. Jahrhundert) verwendeter Begriff, der im Gegensatz zu dem von geistigen Wesenheiten erfüllten Pléroma () steht. Die Götter werden in der valentianischen Gnosis Äonen (griechisch ἀιών aiṓn „Ewigkeit“) genannt. Es sind Geistwesen, die zumeist gepaart (συζυγίαι Syzygien) auftreten. Die valentianische Schule beschreibt dreißig Äonen. Die Gesamtheit der höchsten Äonen wird Pléroma (griechisch, πλήρωμα pléroma „Fülle“) bezeichnet.Martin R. von Ostheim: Selbsterlösung durch Erkenntnis. Die Gnosis im 2. Jahrhundert n. Chr. Schwabe, Basel 2013, ISBN 978-3-7965-2894-1, S. 15–16; 71. Kenoma kennzeichnet die ‚geistige Leere‘ der Welt, die auf die äußeren sinnlichen Phänomene hinweist.Jan Rohls: Philosophie und Theologie in Geschichte und Gegenwart. Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147812-6, S. 119–120 auf books.google.de
In anderen gnostischen Strömungen wird hierfür der Begriff Hysterema (griech. ὑστέρημα „Mangel, Armut, Bedürftigkeit“) verwendet.
Einzelnachweise
Kategorie:Gnosis