Oberndorf () ist ein Gemeindeteil von Pommersfelden im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Oberndorf hat eine Fläche von 5,232 km². Sie ist in 585 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8942,78 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Weiher und die Ziegelhütte.
Geografie Das Dorf ist von Acker- und Grünland umgeben. Südlich des Orts fließt die Reiche Ebrach, in die der Egelsgraben als linker Zufluss mündet. Die Staatsstraße 2260 verläuft nach Steppach (1,3 km südwestlich) bzw. nach Sambach (1,3 km östlich). Die Kreisstraße BA 22 verläuft nach Weiher (0,7 km nördlich).
Geschichte Oberndorf wurde im Würzburger Lehenbuch von 1303 erstmals urkundlich erwähnt. Orte, die im Namen Richtungsangaben haben, sind meist späte Gründungen. Oberndorf dürfte von Sambach aus gegründet worden sein. Die Herren von Egloffstein hatten einen Sitz im benachbarten Weiher und ein Gut in Oberndorf. Auch das Kloster Schlüsselau hatte im Ort grundherrliche Ansprüche. 1404 verkauften Albrecht und Hartung von Egloffstein ihre Ansprüche an Peter Esel. Dieser veräußerte den Besitz 1410 an Peter Truchseß von Pommersfelden. Mit dem Aussterben der Truchseß von Pommersfelden im Jahr 1710 fiel deren Besitz, zu dem auch Oberndorf gehörte, an den Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn. Weiher bildete mit Oberndorf im 16. Jahrhundert eine Gemeinde, wovon eine Dorfordnung von 1584 zeugt.G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 110.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Oberndorf aus 15 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden aus. Sie hatte an das bambergische Centamt Bechhofen auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Herrschaft Pommersfelden. Grundherren waren das Hochstift Bamberg (Kastenamt Bechhofen: 1 Gülthof, Kastenamt Schlüsselau: 2 Höfe, 1 Gütlein, 4 Sölden), die Herrschaft Pommersfelden (1 Gut, 5 Sölden) und die Pfarrei Pommersfelden (1 Gut).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 78.
1802 kamen die bambergischen Güter in Oberndorf an das Kurfürstentum Bayern, 1806 auch die der Herrschaft Pommersfelden. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sambach und der im selben Jahr gebildeten gleichnamigen Ruralgemeinde zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Oberndorf, zu der Weiher gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Ortspolizei war für den gesamten Ort das Patrimonialgericht Pommersfelden bis 1848 zuständig.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 134. Ab 1862 gehörte Oberndorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Bamberg). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umgewandelt), von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Bamberg. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,238 km².
Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Oberndorf zum aufgelösten Landkreis Höchstadt an der Aisch. Die Gemeinde Oberndorf wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Pommersfelden eingegliedert.
Baudenkmäler In Oberndorf gibt es drei Baudenkmäler: Haus Nr. 8: Bauernhaus Haus Nr. 12: Backhaus Grenzstein
Bodendenkmäler In der Gemarkung Oberndorf gibt es zwei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberndorf Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 Einwohner 167 227 200 186 208 220 222 214 224 222 196 208 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden sie als Wohngebäude bezeichnet. 36 37 39 Quelle Jahr 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 193 212 209 202 197 208 195 294 274 271 213 197 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden sie als Wohngebäude bezeichnet. 37 37 38 39 Quelle
Ort Oberndorf Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2018 2021 Einwohner 123 125 123 96 93 150 104 87 75 89 81 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden sie als Wohngebäude bezeichnet. 18 18 18 18 18 19 18 Quelle auf der Website pommersfelden.de. Abgerufen am 31. März 2024.
Religion Oberndorf ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Lutheraner sind nach St. Erhard (Steppach) gepfarrt, die Katholiken nach St. Antonius Abbas (Sambach).
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Pommersfelden) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ort an der Reichen Ebrach Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg