Deborah „Debbie“ Schöneborn (* 13. März 1994 in Troisdorf, Nordrhein-Westfalen) ist eine deutsche Sportlerin, die ehemals im Modernen Fünfkampf antrat und sich nun in der Leichtathletik auf Mittel-, Lang-, Cross-, Straßen- und Marathonläufe spezialisiert hat.
Berufsweg Schöneborn studiert Medizin an der zur Humboldt-Universität gehörenden Charité. Im April 2019 legte sie das Staatsexamen ab, danach stand das Praktische Jahr an.Philip Häfner: Deborah Schöneborn, Schwester der Modernen-Fünfkampf-Olympiasiegerin Lena Schöneborn, glänt auf der Bahn, in der Halle und im Gelände., Berliner Champions, auf: morgenpost.de, vom 20. Januar 2019, abgerufen am 14. Oktober 2019 Am 14. Dezember 2020 beendete sie mit dem Bestehen des dritten Staatsexamens offiziell ihr Medizinstudium.Nicolas Walter: Flash-News des Tages – Deborah Schöneborn besteht drittes Staatsexamen, Notizen, auf: leichtathletik.de, vom 15. Dezember 2020, abgerufen am 15. Dezember 2020 An der Abteilung für Sportmedizin schreibt Schöneborn an ihrer Doktorarbeit mit dem Titel: „Laborparameterveränderungen beim 160 km Ultralauf.“JoAnna Zybon: , Porträt Deborah Schöneborn, auf: westberliner-laufmasche.de, Laufmagazin SPIRIDON 7-8/18, Seite 50, abgerufen am 14. Oktober 2019 (pdf 1,2 MB)Peter Middel: Deborah Schöneborn: „Ich will mich in der Spitze etablieren“, Interview der Woche, auf: leichtathletik.de, vom 3. April 2018, abgerufen am 14. Oktober 2019
Sportliche Karriere Deborah Schöneborn spielte als Kind zunächst Tennis und turnte, merkte aber schon früh, dass Ausdauer ihre große Stärke ist und begann im Alter von zwölf Jahren mit Schwimmen und Laufen bei den Schwimm- und Sportfreunden Bonn (SSF Bonn), wo sie sich auch als Triathletin versuchte. Anschließend baute sie langsam die verschiedenen Disziplinen für den Modernen Fünfkampf auf, da man bei dieser Sportart nicht mit allen fünf Einzeldisziplinen gleichzeitig beginnt.
Ihre größten Erfolge als Fünfkämpferin waren ein dritter Platz bei Deutschen Jugendmeisterschaften und 2014 die Finalteilnahme bei den Juniorenweltmeisterschaften. Schöneborn blieb bis zu ihrem Studienbeginn beim Modernen Fünfkampf. Sie konnte dann die Anwesenheitspflicht an der Charité nicht mehr mit der sehr trainingsintensiven Sportart mit fünf Trainingsplänen und unterschiedlichen Trainingsorten in Einklang bringen, blieb aber bei der Disziplin, die ihr beim Fünfkampf die liebste war: dem Laufen. Wegen ihrer Ausdauerstärke bestreitet Schöneborn Langstrecken. Lag ihr Fokus zunächst auf den kürzeren Langstreckendistanzen, wandte sich Schöneborn mit der Zeit immer längeren Laufstrecken zu. Sie tendiert langfristig zum Straßenlauf, da sie sich mit Tempoverschärfungen und plötzlichen Antritten schwer tut, was eine Karriere auf der Bahn erschwert, wo viele Rennen taktisch geprägt sind.
Schon 2016, noch beim SSF Bonn, war Schöneborn bei Laufwettbewerben erfolgreich. Beim Mittsommernachts-Sportfest in Berlin kam sie über 3000 Meter auf den zweiten Platz. Bei den Deutschen U23-Meisterschaften erreichte sie über 5000 Meter den vierten Rang und Deutsche U23-Vizemeisterin wurde sie beim 10-km-Straßenlauf.
2017 holte Schöneborn bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften Bronze mit der Mannschaft und kam im 10.000-Meter-Lauf der Deutschen Meisterschaften auf den vierten Platz. Erneut Bronze holte sie über 3000 Meter bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften., auf: adh.de, abgerufen am 8. Oktober 2019 (pdf 6,0 MB) Im Herbst wurde sie beim 10 km-Straßenlauf Deutsche Hochschulmeisterin.Hochschulmeister im Straßenlauf unter Siegburgs Sonne, auf: h-brs.de, vom 26. September 2017, abgerufen am 16. Oktober 2019
2018 begann Schöneborn als Deutsche Hochschulhallenmeisterin über 3000 Meter, auf: adh.de, abgerufen am 1. Oktober 2019 (pdf 277 kB) das Jahr, wurde mit der Mannschaft Deutsche Crosslauf-Meisterin und über 10.000 Meter Deutsche Vizemeisterin. Über 5000 Meter kam sie bei den Deutschen Meisterschaften auf den vierten Platz. Weiteres Gold holte sie als Deutsche 10-km-Straßenlaufmeisterin mit der Mannschaft und Silber im Einzel. Ihr internationales Debüt hatte Schöneborn bei den Crosslauf-Europameisterschaften, wo sie mit der Mannschaft Bronze errang. Neben den Meisterschaftsrennen siegte Schöneborn beim Citylauf Dresden, war beste Deutsche beim 10 Kilometer langen Paderborner Osterlauf und Zweitplatzierte beim Frauenlauf Berlin. Bei ihrem Halbmarathondebüt Anfang Oktober kam sie in 1:14:13 h auf Anhieb auf den dritten Rang.
2019 holte Schöneborn über 3000 Meter bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Bronze. Erneut wurde sie Deutsche Crosslaufmeisterin mit der Mannschaft und belegte über 10.000 Meter bei den Deutschen Meisterschaften den vierten Platz. International erreichte sie bei der Sommeruniversiade im Halbmarathon den 4. Rang., auf: universiade2019napoli.it, abgerufen am 16. Oktober 2019 (pdf 156 kB) Bei den Deutschen Meisterschaften holte Schöneborn über 5000 Meter ebenfalls den 4. Platz und wurde Deutsche 10-km-Straßenlaufvizemeisterin mit der Mannschaft. Bei ihrem Marathondebüt Mitte Oktober beim Köln-Marathon lief Schöneborn in 2:31:18 h nicht nur als erste Frau über die Ziellinie, sondern auch als vierter Teilnehmer des Gesamtfeldes, wobei sie die Norm (2:29:30 h) für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio nur knapp verpasste.Jane Sichting: Deborah Schöneborn mit starkem Marathon-Debüt, Pfeiffer verpasst Olympia-Norm, Köln, auf: leichtathletik.de, vom 13. Oktober 2019, abgerufen am 14. Oktober 2019
2020 wurde sie erneut Deutsche Crosslaufmeisterin mit der Mannschaft, wozu sie mit einer Vizemeisterschaft im Einzel beitrug. In der wegen der COVID-19-Pandemie verspätet gestarteten Freiluftsaison gelang ihr die Normerfüllung am Nikolaustag beim Valencia-Marathon. Mit ihrer Zeit von 2:26:55 h schob sich Schöneborn hinter Melat Kejeta auf Platz zwei in der Liste der deutschen Läuferinnen mit erfüllter Olympianorm.
2021 belegte Schöneborn beim Olympiamarathon in Sapporo mit einer Zeit von 2:33:08 h den 18. Rang unter 88 Teilnehmerinnen. Sie war die fünftbeste Europäerin im Feld.
Mit der Mannschaft gewann sie bei den Europameisterschaften in München Gold im Marathon.
Vereinszugehörigkeiten Schöneborn startet seit Januar 2022 für den SCC Berlin, sie ist dort Mitglied im Marathon-Team Berlin. Vorher war sie bei der LG Nord Berlin und beim SSF Bonn.
Persönliche Bestleistungen Stand: 22. März 2023, Quelle Halle 1500 m: 4:29,86 min, Berlin, 19. Januar 2019 3000 m: 9:21,60 min, Dortmund, 18. Februar 2018 Freiluft 1500 m: 4:29,50 min, Erfurt, 26. Juli 2017 3000 m: 9:34,71 min, Regensburg, 10. Juni 2017 5000 m: 15:49,81 min, Nürnberg, 22. Juli 2018 10.000 m: 33:02,87 min, Mainz, 1. Mai 2021 10 km: 32:53 min, Dresden, 16. Oktober 2022 Halbmarathon: 1:09:41 h, Sevilla, 29. Januar 2023 Marathon: 2:24:54 h, Houston, 14. Januar 2024
Erfolge national 2016: 4. Platz Deutsche U23-Meisterschaften (5000 m) 2016: Deutsche U23-Vizemeisterin (10 km Straße) 2017: 3. Platz Deutsche Crosslauf-Meisterschaften (Mannschaft – 5,84 km) 2017: 4. Platz Deutsche Meisterschaften (10.000 m) 2017: 3. Platz Deutsche Hochschulmeisterschaften (3000 m) 2017: 6. Platz Deutsche Meisterschaften (5000 m) 2017: 14. Platz Deutsche Straßenlauf-Meisterschaften (10 km Straße) 2017: Deutsche Hochschulmeisterin (10 km Straße) 2018: 6. Platz Deutsche Hallenmeisterschaften (3000 m) 2018: Deutsche Hochschulhallenmeisterin (3000 m) 2018: Deutsche Crosslauf-Meisterin (Mannschaft, 6. Platz Einzel) 2018: Deutsche Vizemeisterin (10.000 m) 2018: 4. Platz Deutsche Meisterschaften (5000 m) 2018: Deutsche 10-km-Straßenlaufmeisterin (Mannschaft, Vizemeisterin Einzel) 2019: 3. Platz Deutsche Hallenmeisterschaften (3000 m) 2019: Deutsche Crosslaufmeisterin (Mannschaft, 4. Platz Einzel) 2019: 4. Platz Deutsche Meisterschaften (5000 m und 10.000 m) 2019: Deutsche 10-km-Straßenlaufvizemeisterin (Mannschaft, 4. Platz Einzel) 2020: Deutsche Crosslaufmeisterin (Mannschaft, 2. Platz Einzel) 2023: 3. Platz Einzel, 2. Platz Mannschaft Deutsche Meisterschaften 10-km-Straßenlauf
international 2018: 3. Platz Crosslauf-Europameisterschaften (Mannschaft, 27. Platz Einzel) 2019: 4. Platz Sommeruniversiade (Halbmarathon) 2021: 18. Platz Olympische Sommerspiele (Marathon)
Familie Ihre Zwillingsschwester Rabea konkurriert ebenfalls auf den Laufstrecken, und die ältere Schwester Lena ist Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf.
Weblinks
Deborah Schöneborn auf Vereinsseite Deborah Schöneborn bei der Association of Road Racing Statisticians Deborah Schöneborn auf leichtathletik-datenbank.de Athletenprofil auf ladv.de
Einzelnachweise
Kategorie:1500-Meter-Läufer (Deutschland) Kategorie:3000-Meter-Läufer (Deutschland) Kategorie:5000-Meter-Läufer (Deutschland) Kategorie:10.000-Meter-Läufer (Deutschland) Kategorie:10-km-Straßenläufer (Deutschland) Kategorie:Crossläufer (Deutschland) Kategorie:Marathonläufer (Deutschland) Kategorie:Mittelstreckenläufer (Deutschland) Kategorie:Langstreckenläufer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Meister (Leichtathletik) Kategorie:Teilnehmer an den World University Games (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Sommer-Universiade 2019 Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2020 Kategorie:Sportler (Rhein-Sieg-Kreis) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1994 Kategorie:Frau