Anthony José Zambrano de la Cruz (* 17. Januar 1998 in Maicao) ist ein kolumbianischer Leichtathlet, der sich auf den 400-Meter-Lauf spezialisiert hat. 2019 wurde er bei den Weltmeisterschaften in Doha mit Südamerikarekord Vizeweltmeister. 2021 gewann er bei den Olympischen Spielen in Tokio die Silbermedaille.
Herkunft und Leben Anthony Zambrano stammt aus dem Norden Kolumbiens. 2012 fing er mit der Leichtathletik an, zunächst in Schulwettkämpfen.
Sportliche Laufbahn Anthony Zambrano trat erstmals 2014 an nationalen Jugendmeisterschaften, also bei den Unter-18-Jährigen, an, startete allerdings auch bereits gegen Athleten der Altersklasse U23. In seiner kolumbianischen Heimat fanden 2014 die U18-Südamerikameisterschaften statt. Dort startete Zambrano über seine Spezialdisziplin, die 400 Meter. Im Finale belegte er in 48,17 s den fünften Platz, die damals eine neue Bestzeit für ihn bedeuteten. Ein Jahr später fanden, ebenfalls in Cali, die U18-Weltmeisterschaften in Cali an. Nachdem Zambrano souverän Vor- und Halbfinallauf überstand, wurde er im Finale in 46,57 s Siebter. Mit der 4-mal-400-Meter-Staffel wurde er im Vorlauf disqualifiziert.
2016 trat er im Juli bei den U20-Weltmeisterschaften im polnischen Bydgoszcz an. Im Finale wurde er in 46,50 s Sechster. Einen Monat später nahm er mit 18 Jahren als Teil der Staffel auch an den Olympischen Spielen, und damit seinen ersten internationalen Titelkämpfen bei den Erwachsenen, teil. Zusammen mit seinen Mannschaftskollegen scheiterte die 4-mal-400-Meter-Staffel als Sechste in ihrem Vorlauf. Die zwei folgenden Saison warfen ihn Verletzungen immer wieder zurück. 2018 gewann er schließlich dennoch bei den U23-Südamerikameisterschaften drei Goldmedaillen. Über 400 Meter gewann er in 45,19 s. Zudem siegte er mit der 4-mal-100- und mit der 4-mal-400-Meter-Staffel.
Im Mai 2019 wurde Zambrano über 400 Meter und mit der Staffel Südamerikameister bei den Meisterschaften in Lima. Dort fanden im August auch die Panamerikanischen Spiele statt, bei denen er über die gleichen Distanzen ebenfalls zweimal triumphierte. Seinen bislang größten sportlichen Erfolg stellte er dann mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften in Doha auf. In 44,15 s stellte er im Finale dabei auch einen neuen Südamerikarekord über die 400 Meter auf. Dieser hatte zuletzt seit 1999 bestanden und wurde vom Brasilianer Sanderlei Claro Parrela gehalten. Die Silbermedaille bedeutete zudem die erste WM-Medaille in einem Laufwettbewerb für Zambranos Heimatland.Sampaolo, Diego (2019-11-14). Rising 400m star Zambrano: ‘Look how far I have come, and how much farther I can go’ . IAAF. Abgerufen am 2020-07-11. Zwei Tage nach dem Gewinn der Silbermedaille, lief er auch im Finale als Teil der kolumbianischen 4-mal-400-Meter-Staffel. Das Quartett erreichte dabei in einer Zeit von 2:59,50 min auf dem vierten Platz das Ziel und stellte damit ebenfalls einen neuen Nationalrekord auf.
2021 belegte Zambrano Anfang Mai, zusammen mit seinen Teamkollegen, den sechsten Platz im 4-mal-400-Meter-Staffelwettbewerb bei den World Athletics Relays in Chorzów. Später im August nahm er in Tokio zum zweiten Mal an den Olympischen Spielen teil. Im Halbfinale verbesserte er seinen eigenen Kontinentalrekord auf 43,93 s und erreichte das Finale. Darin musste er sich in 44,08 s nur Steven Gardiner von den Bahamas geschlagen geben und gewann die Silbermedaille. Danach musste er die komplette Saison 2022 aussetzen. 2023 nahm er dann in Brasilien wieder an den Südamerikameisterschaften teil. Wie bereits 2019 konnte er sich wieder im 400-Meter-Lauf durchsetzen und gewann zudem mit der kolumbianischen 4-mal-400-Meter-Mixed-Staffel eine weitere Goldmedaille. Im August trat er, zum zweiten Mal nach, bei den Weltmeisterschaften in Budapest an. Vier Jahre zuvor hatte er die Silbermedaille im 400-Meter-Lauf gewinnen können, diesmal wurde er nach dem Vorlauf disqualifiziert. 2024 trat er in Paris wieder bei den Olympischen Spielen an. Nachdem er in Tokio noch die Silbermedaille gewinnen konnte, reichte es diesmal zunächst in seinem Vorlauf nur für den siebten Platz. Im anschließenden Hoffnungslauf konnte er nicht an den Start gehen.
Wichtige Wettbewerbe Jahr Veranstaltung Ort Platz Disziplin ZeitStartet für 2014U18-Südamerikameisterschaften4.400 m48,17 s2015U18-Weltmeisterschaften7.400 m46,57 s4 × 400 mDSQ2016U20-Weltmeisterschaften6.400 m46,50 sOlympische Spiele11.4 × 400 m3:01,84 min2018U23-Südamerikameisterschaften1.400 m45,19 s1.4 × 100 m40,08 s1.4 × 400 m3:09,77 min2019Südamerikameisterschaften1.400 m45,53 s1.4 × 400 m3:04,04 minPanamerikanische Spiele1.400 m44,83 s1.4 × 400 m3:01,41 minWeltmeisterschaften2.400 m44,15 s4.4 × 400 m2:59,50 min2021World Athletics Relays6.4 × 400 m3:05,91 minOlympische Spiele2.400 m44,08 s2023Südamerikameisterschaften1.400 m45,52 s1.4 × 400 m (Mixed)3:14,79 minWeltmeisterschaften400 mDSQ (Vorlauf)2024Olympische Spiele30.400 m45,49 s
Persönliche Bestleistungen 200 m: 20,61 s, 30. November 2019, Cartagena de Indias 400 m: 43,93 s, 2. August 2021, Tokio, (Südamerikarekord)
Sonstiges Zambranos stammt aus Barranquilla. Den Großteil des Jahres verbringt er in Quito, im Nachbarland Ecuador, wo er lebt und trainiert.Landells, Steve (2021-02-17). Doha to Tokyo: Anthony Zambrano . IAAF. Abgerufen am 2021-02-18.
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