mini|Schloss Weingartsgreuth mini|Kanzleigebäude
Weingartsgreuth ist ein Gemeindeteil des Marktes Wachenroth im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Weingartsreuth hat eine Fläche von 4,202 km². Sie ist in 620 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6777,74 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Buchfeld.
Geografie Das Pfarrdorf liegt am Vocksgraben, der einen Kilometer nordöstlich als rechter Zufluss in die Reiche Ebrach mündet. Im Süden befindet sich die Autobahnraststätte Steigerwald und es grenzen kleinere Waldgebiete an. Ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Etwa einen Kilometer westlich erhebt sich der Schellenberg ().
Die Kreisstraße ERH 23 verläuft nach Wachenroth zur Staatsstraße 2260 (1,8 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Buchfeld zur Kreisstraße ERH 22 (2,8 km südwestlich) bzw. nach Horbach (1,3 km nordöstlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verläuft zur Raststätte Steigerwald (0,7 km südwestlich) und weiter nach Ailsbach zur ERH 22.
Geschichte Nach einer Binnenrodung im 11./12. Jahrhundert wurden die Orte Hohen- und Weingartsgreuth angelegt. Darauf verweist auch der Ortsname (greuth, Rodung) und der Ortstyp (Kettendorf). 1357 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Die Rodung erfolgte zur Anlage eines Weingartens, der 1495 ausdrücklich bezeugt wurde. Lehnsherren waren die Herren von Hohenlohe. Von diesen empfing Ulrich von Lauffenholz den Zehnt des Dorfes als Lehen. Später ging die Lehensherrschaft an das Hochstift Bamberg über. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurde der Ort 1553 gebrandschatzt. Zu dieser Zeit war Klaus von Egloffstein Lehensträger. 1574 gab das Hochstift das Lehen an Georg Marschalk von Ebnet, in dessen Familie es bis 1728 blieb. Vom Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort schwer getroffen. Von 1709 bis 1712 errichtete Georg Christian Marschalk von Ebnet zwölf neue Herdstätten und stattete sie mit je fünf Morgen Feld aus. Nach dessen Tod im Jahr 1728 gelangte das Rittergut an seinen Schwager Christoph Friedrich von Seckendorff-Aberdar.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 179f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 136f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Weingartsgreuth aus 31 Anwesen (Schloss, Wirtshaus, 13 Güter, 11 Gütlein, 3 Tropfhäuser, 1 Schmiede, 1 Ziegelei) und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Wachenroth aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Seckendorff’sche Rittergut Weingartsgreuth.
1802 kam Weingartsgreuth an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Schirnsdorf zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Weingartsgreuth, zu der Buchfeld und Fallmeisterei gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Ortspolizei unterstand der Ort dem Patrimonialgericht Weingartsgreuth. Am 9. September 1854 wurde Warmersdorf eingemeindet, während die Fallmeisterei nach Schirnsdorf umgemeindet wurde. Ab 1862 gehörte Weingartsgreuth zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972 Finanzamt Forchheim, seit 1972 Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umgewandelt), von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,075 km².
Am 1. Mai 1978 wurde Weingartsgreuth im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Wachenroth eingegliedert.
Baudenkmäler In Weingartsreuth gibt es fünf Baudenkmäler: Haus Nr. 19, 21, 23: Schloss Weingartsgreuth mit Kanzlei- und Nebengebäude und Schlosspark Haus Nr. 58: Wirtschaftshof Martersäule, sogenannte Ochsenmarter Gedenkkreuz „Kreuzlein“ Steinkreuz
Bodendenkmäler Östlich des Ortes in der Waldflur Kappelschlag befindet sich der Turmhügel Weingartsgreuth, der unter der Nummer D-5-6230-0012 als Bodendenkmal geführt wird. Der Bereich des Schlosses wird unter der Nummer D-5-6230-0117 als Bodendenkmal geführt.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Weingartsgreuth Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 316 502 576 597 602 622 628 640 683 674 641 639 592 595 615 597 574 583 575 906 844 805 400 407HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 83 83 86 84 85 86 83 Quelle Für die Gemeinde Weingartsgreuth zuzüglich der Einwohner von Buchfeld (S. 14).
Ort Weingartsgreuth Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2020Einwohner 258 255 250 264 231 216 301 212 215 312 278Häuser 48 49 47 46 44 84 Quelle
Religion Weingartsreuth ist Sitz einer Pfarrei und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Gertrud (Wachenroth) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Wachenroth) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ersterwähnung 1357 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt