Schwarzenbach ist ein Gemeindeteil der Stadt Höchstadt an der Aisch im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Schwarzenbach hat eine Fläche von 6,448 km². Sie ist in 789 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8171,82 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Großneuses, Kleinneuses und Lappach.
Geografie Durch das Dorf fließt der Schwarzenbach, ein rechter Zufluss der Aisch, der östlich die Schwarzenbachweiher speist. Im Westen liegen die Kapellenwegweiher, im Nordosten die Lerchenbergweiher. Ansonsten ist der Ort von Wald, Acker- und Grünland umgeben.
Die Kreisstraße ERH 18 verläuft über Sterpersdorf zur Bundesstraße 470 (2,5 km nordwestlich) bzw. nach Ailersbach (1,7 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Lappach (1,1 km nordöstlich).
Geschichte 1303 wurde der Ort im Würzburger Lehenbuch erstmals urkundlich erwähnt. Dort ist verzeichnet, dass einem Ulrich Gotsmann von Regensburg der Würzburger Altzehnt verliehen wurde, den man zuvor Albert Wienher überschrieben hatte. Im 15./16. Jahrhundert gewannen dort Nürnberger Patrizier Grundbesitz. Die Tucherische Stiftung, bestehend aus einem Hof, drei Gütlein und zwei weiteren Höfen, wurde von der Vogtei Lonnerstadt des nürnbergischen Landalmosenamtes verwaltet. Je einen Hof und eine Sölde besaßen die Haller von Hallerstein und das Kloster Frauenaurach. Die Grundherren hatten auf ihren Gütern jeweils die Vogtei, was dafür spricht, dass Schwarzenbach wohl aus einem zusammenhängenden Hofverband hervorgegangen ist.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 142 = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 124 = Schwarzenbach auf der Website hoechstadt.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Schwarzenbach aus 12 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Höchstadt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Nürnbergische Landesalmosenamt-Vogtei Lonnerstadt. Grundherren waren die Vogtei Lonnerstadt (1 Hof, 2 Halbhöfe, 3 Gütlein, 1 Haus), der Nürnberger Eigenherr Haller (1 Hof, 1 Sölde) und das brandenburg-bayreuthische Klosteramt Frauenaurach (1 Hof, 1 Sölde).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 82.
1802 kam Schwarzenbach an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sterpersdorf zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Schwarzenbach. Zu dieser gehörten Großneuses, Kleinneuses und Lappach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen bis 1812 den Freiherren Haller.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 135. Ab 1862 gehörte Schwarzenbach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umgewandelt), von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,460 km².
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Schwarzenbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Höchstadt an der Aisch eingegliedert.
Baudenkmäler In Schwarzenbach gibt es zwei Baudenkmäler: Haus Nr. 3: Wohnstallhaus mit Scheune Brunnen mit Brunnenhaus
Einwohnerentwicklung Gemeinde Schwarzenbach Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 244 238 226 242 227 219 229 238 229 198 177 201 206 217 219 195 207 220 197 311 287 242 239 257HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 37 41 43 39 35 34 38 Quelle Für die Gemeinde Schwarzenbach zuzüglich der Einwohner von Großneuses (S. 39), Kleinneuses (S. 61) und Lappach (S. 68).
Ort Schwarzenbach Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 82 80 78 56 80 74 94 103 109 92Häuser 13 13 13 13 15 25Quelle
Religion Seit der Reformationszeit war Schwarzenbach gemischt konfessionell und zwischen den Ansprüchen der katholischen Pfarrei Höchstadt und der neu gebildeten protestantischen Pfarrei Lonnerstadt umstritten, was schließlich 1701 durch einen Vertrag geklärt wurde. Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind die Katholiken nach St. Vitus (Sterpersdorf) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Höchstadt an der Aisch) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt