mini|Katholische Pfarrkirche St. Leonhard mini|Ehemaliges Amtshaus, jetzt Pfarrhaus
Zentbechhofen ist ein Gemeindeteil der Stadt Höchstadt an der Aisch im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Zentbechhofen hat eine Fläche von 14,319 km². Sie ist in 1133 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12637,73 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Fallmeisterei und Jungenhofen.
Geografie Südlich des Pfarrdorfs fließt der Haidweihergraben (im Unterlauf Aischgraben genannt), ein linker Zufluss der Aisch. Im Norden liegen die Waldgebiete Zentschläge, Galgenholz und Pfaffenhölzer, im Südwesten die Waldgebiete Großlindig und Hängig. Unmittelbar östlich liegt das Flurgebiet Weingarten, unmittelbar südlich das Flurgebiet Bürstig.
Die Staatsstraße 2254 führt nach Herrnsdorf (3,6 km nördlich) bzw. nach Bösenbechhofen (4,2 km südwestlich). Die Kreisstraße ERH 17/BA 24 verläuft nach Schweinbach (1,9 km nordwestlich) bzw. nach Greuth (1,7 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Jungenhofen (2 km nordöstlich). Ein Anliegerweg führt zur Fallmeisterei (1 km nordwestlich).
Geschichte Der Ort wurde 1109 im Stiftungsbrief von St. Jakob in Bamberg erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich wurde der Ort „Linhardsbechhofen“ genannt. Zwischen 1304 und 1327 erwarb das Hochstift Bamberg die schlüsselbergischen Anteile an Zentbechhofen. Im gleichen Zeitraum verkauften die Herren von Hohenlohe-Brauneck ihren Besitz. 1317 veräußerten sie dem Bamberger Schultheißen Friedrich Zollner das Holz oberhalb des Ortes und Eberhard Gross den Keller zu St. Jakob. 1341 vergaben sie dem Kloster Schlüsselau fünf Lehengüter, 1357 noch ein weiteres Gut. 1322 wurde dort erstmals eine Kirche erwähnt, die eine Filiale von Seußling war. 1455 wurde St. Leonhard zur Pfarrei erhoben. Seit 1478 war der Ort Sitz eines Centgerichts, das sich zuvor in Schnaid befunden hatte. Im Dreißigjährigen Krieg blieb der Ort weitgehend verschont.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 134 = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 139ff. = Zentbechhofen auf der Website hoechstadt.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Zentbechhofen aus 38 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Bechhofen aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Bechhofen. Grundherren waren das Hochstift Bamberg (Kastenamt Bechhofen: Amtshaus, Jägerhaus, Schäferei, 1 Wirtshaus mit Brauerei, 1 Hube, 1 Tropfhaus, 3 Häuser, 1 Fallhaus; das Kastenamt Schlüsselau: 3 Huben, 1 Hof, 2 Lehen, 8 Sölden, 2 Häuslein), das Stift St. Stephan Bamberg (1 Hof, 2 Güter), das brandenburg-bayreuthische Klosteramt Frauenaurach (4 Güter, 3 Tropfhäuser) und die Pfarrei Zentbechhofen (Pfarrhaus, Schulhaus).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 90.
1802 kam Zentbechhofen zu Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Zentbechhofen gebildet, zu dem Fallmeisterei, Förtschwind, Greuth und Jungenhofen gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden zwei Ruralgemeinden: Greuth mit Förtschwind, Zentbechhofen mit Fallmeisterei, Jungenhofen und Uttstadt. Die Gemeinde Zentbechhofen war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 137. Bereits 1820 wurde Uttstadt nach Gremsdorf umgemeindet.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 128. Ab 1862 gehörte Zentbechhofen zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umgewandelt), von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,573 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Zentbechhofen im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Höchstadt an der Aisch eingegliedert.
Baudenkmäler In Zentbechhofen gibt es elf Baudenkmäler: Greuther Straße 4: Wohnhaus und Scheune Pfarrer-Reichelt-Platz 1: Pfarrhof, ehemaliges Amtshaus mit Nebengebäude Pfarrer-Reichelt-Platz 3: Katholische Pfarrkirche St. Leonhard Pfarrer-Reichelt-Platz 5, 7: Wohnhäuser Bildstock Steinkreuze
Einwohnerentwicklung Gemeinde Zentbechhofen Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 403 264 366 365 352 329 314 336 341 364 350 340 356 344 359 390 378 377 359 556 482 445 385 403HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 70 68 69 73 72 70 76 Quelle Für die Gemeinde Zentbechhofen zuzüglich der Einwohner von Jungenhofen (S. 57) und Uttstadt (S. 130).
Ort Zentbechhofen Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 246 249 243 269 253 281 370 301 301 308Häuser 50 52 54 52 59 82Quelle
Religion Zentbechhofen ist Sitz der römisch-katholischen Pfarrei St. Leonhard. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Maria und Johannes (Pommersfelden) gepfarrt.
Persönlichkeiten Friedrich Harth (* 1880 in Zentbechhofen; † 1936 in Bamberg), Segelflugpionier, Flugzeugkonstrukteur
Literatur
Manfred Welker: 900 Jahre Förtschwind, Jungenhofen, Schweinbach, Zentbechhofen und Bösenbechhofen, Herzogenaurach 2009.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Höchstadt an der Aisch) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1109 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt