Human ( für „Mensch“ bzw. „menschlich“) ist das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen R&B-Sängerin Brandy. Es wurde erstmals am 5. Dezember in Frankreich und der Schweiz und am 9. Dezember in Kanada und den Vereinigten Staaten veröffentlicht, und brachte mit „Right Here (Departed)“, „Long Distance“ zwei Singleauskopplungen hervor. In Deutschland und Österreich wurde das Album erst am 27. März 2009 über Sony BMG veröffentlicht.

Produktion Obwohl viele Teile des Albums erst 2008 entstanden, begann Brandy bereits seit 2005, als Folge ihrer Trennung von Atlantic Records im selben Jahr, Human zu arbeiten. Unter dem neuen Label „Knockout Entertainment“ (der Besitzer ist ihr Bruder), betrat sie das Studio mit Produzenten wie das skandinavische Musikprojekt Maximum Risk, Tim & Bob und Rockwilder. Auch nahm sie eine Handvoll Songs mit Bryan Michael Cox auf. 2007 verkündete er im Interview mit AllHiphop der ausführende Produzent des Albums zu sein, was sich letzten Endes als eine falsche oder verfrühte Aussage herausstellte.

Für das fünfte Album engagierte Brandy mitunter den Rapperin Missy Elliott und Produzenten Ray J und „Kerry ‘Krucial’ Brothers“, doch keines der entstandenen Werke konnte den Sprung auf die Titelliste des Albums machen, stattdessen landeten viele Darkchild-Produktionen auf dem Longplayer (Long Distance, Right Here (Departed), The Definition). Neben den von Rodney Jerkins produzierten Liedern entstanden auch Aufnahmen mit Timbaland, RedOne, Jim Beanz, Tim & Bob, Tonéx, Soundz und Brian Kennedy, Rockwilder und WyldCard. Als Songschreiber und Gast-Musiker agierten unter anderem Natasha Bedingfield, Keri Hilson, Taio Cruz, Yung Berg und Esthero.

Viele dieser Werke schafften es jedoch ebenfalls nicht auf die Titelliste, obwohl bspw. sogar für die zusätzlichen Aufnahmen mit Timothy Mosley – der die Sängerin in mit einem kurzfristigen Anruf überraschte – extra das Veröffentlichungsdatum vom 11. November um einen Monat auf den 9. Dezember verschoben wurde. Wie sie bei Ryan Seacrest mitteilte, scheiterte die Aufnahme des Liedes in das Album am Fehlen von Mosleys charakteristischem Backgroundgesang. Ryan Seacrest (englisch)

Brandy selbst beschrieb das Album als ihr bisher persönlichstes Album. „Ich bin seit dem letzten Album so sehr gewachsen... das Gefühl sich selbst und seine Reise durch Musik auszudrücken ist unbeschreiblich“. Mit ihrem Bruder Ray J sang sie seit 2005 eine Menge Duette ein. Diese jedoch sollen auf einem für 2010 geplanten Kollaborationsalbum namens R&B, Ray J und Brandy, erscheinen.

Inhalt Als Einleitung in das Album fungiert das gesprochene Human Intro, Brandys Definition des menschlichen Daseins. Der Opener lautet The Definition, eine der wenigen Up-tempo-Aufnahmen auf dem Album. Der Text stammt von der US-amerikanischen Songwriterin Crystal Johnson, dessen Demoversion bereits vorher im Internet zu hören war. Generell erhielt das Lied gute Rezensionen, indem der Boston Globe es als den wesentlichsten Track auf dem Album verstand. Ohne eine vollständige Singleveröffentlichung, nur durch Downloadverkäufe, erreichte die Nummer Platz 16 der Billboard Bubbling Under R&B/Hip-Hop Singles. Warm It Up (With Love) eine weitere Darkchild-Produktion, wurde um ein Klavier-Sample geschaffen und traf auf starke positive Reaktionen.[ Rezension von AllMusic] (englisch) Die Leadsingle Right Here (Departed) handelt von den Gesprächen einer Frau über die gegenseitige Unterstützung zwischen geliebten Menschen. Das vierte Lied Piano Man ist eine Ode an die kreative und musikalische Beziehung sowie die Chemie im Studio zwischen der singenden Person und dem Produzenten.

Long Distance, angekündigt durch das Long Distance Interlude, die zweite und letzte Single, ist eine Ballade über die Schwierigkeiten einer Fernbeziehung. Die New York Times bezeichnete das Lied als „hymnenartige Single, welche entfernt an Janet Jacksons ‚Again‘ erinnert“. Der achte Track Camouflage, eines von zwei Liedern auf dem Album, die vom Songschreiber Claude Kelly stammen, erzählt davon, dass Brandy sich nicht für die Liebe verändern möchte. Sie akzeptiert hier ihre Fehler und Macken. Torn Down, welches eine gemeinsame Produktion durch Midi Mafia und nigerianischen Musiker Dapo Torimiro ist, ist einer der wenigen Songs des neuen Albums, welche es auf die Setlist der „Human Welt-Tournée“ geschafft haben. Der Song beinhaltet Elemente der Country-Musik und Kritiker bezeichneten ihn unter anderem als „entschlossene, knusprige Mischung aus statischen Synths, akustischer Gitarre und Handclaps“.

Brandy selbst schrieb den Titelsong des Albums in Kollaboration mit Toby Gad und der kanadischen Sängerin Esthero. Die zeitgenössische Ballade und „seidige R&B-Hymne“, wie Newsday den Track bezeichnet, befasst sich mit Vergebung und Reue. Der zwölfte Titel True ist eine Ballade über Herzschmerz und Fremdgehen. Ende 2008 schaffte das Lied es bis auf Platz 18 der Billboard Bubbling Under R&B/Hip-Hop Singles. Produziert wurde der Charthit von RedOne. 1st & Love ist der vorletzte Song des Albums und beschreibt Liebe auf den ersten Blick an einer fiktiven Kreuzung zweier fiktiver Straßen namens „First“ (zu deutsch: Erste) und „Love“ (zu deutsch: Liebe). Fall, der letzte Song des Albums, genauso wie Teile des Songs 1st & Love, leakte bereits vorher und hatte die Funktion einer sogenannten „Buzz-Single“. Der Song wurde gemeinsam mit der britischen Kollegin Natasha Bedingfield geschrieben und ist eine weitere Liebesballade des Albums. Der Bonustitel Gonna Find My Love ist der erste Song auf dem Brandy rappt. Wiederholen würde sie dies ein Jahr später auf dem Timbalands Album Shock Value 2 unter dem Pseudonym Bran'Nu.

Veröffentlichung Bei der Veröffentlichung des Albums am 9. Dezember konkurrierte sie mit weiteren Hip-Hop- und R&B-Künstlern wie Common,rap-up.com EPMD,amazon.co.uk Avantamazon.com und Musiq Soulchild.rap-up.com

Um einem solchen Wettkampf zu entgehen, haben weitere, weitaus bekanntere R&B/Hip-Hop-Interpreten und Interpretinnen wie Jay-Z,amazon.com 50 Cent,prefixmag.com Jadakiss,amazon.com Ciara, Bow Wow und Keri Hilson, welche anfänglich denselben Termin im Visier hatten, die Veröffentlichung verschoben und ihre Longplayer auf 2009 verlegt.

Human stieg mit lediglich 74'000 in der ersten Woche verkauften Kopien auf Platz 15 der Billboard 200 ein und ist damit das kommerziell schwächste Debüt der Sängerin, verglichen mit beispielsweise der letzten als „Flop“ gehandelten CD Afrodisiac, welche mit knapp 140.000 verkauften Einheiten einstieg. Auch in den Top R&B/Hip-Hop Albums reicht es gerade für Platz 5. In beiden Charts stieg sie jeweils hinter Common und Musiq Soulchild, jedoch vor Avant und EPMD ein. Auch international wurden bislang mäßige Erfolge gefeiert.

Obwohl die Lead-Single Right Here (Departed), bereits seit Monaten auf den Websites der führenden deutschen Musikstationen MTV und VIVA hochgeladen war und der Song auch Anfang Februar auf beiden Sendern Premiere feierte wurde der Song aus unbekannten Gründen, im Gegensatz zu den Schweizer Musikstationenvivatv.ch bis Februar nicht gespielt beziehungsweise in die Playlist aufgenommen. Dadurch erlangte der Song kaum Radioeinsätze (Platz 49 in den deutschen Airplaycharts) und die Single wurde samt Album je um eine Woche verschoben (statt des 6. und des 20. nun der März 13. und der 27. März).

Human erzielte generell positive Kritiken, obwohl das Album teilweise als „zu ernst“ und als „nicht partytauglich“ bezeichnet wurde, jedoch einigten sich die meisten Kritiker, dass die Songs inhaltlich und textlich sehr „reflektierend“, „verletzlich“, „nützlich“, „reif“, „intim“, „tiefgründig“, „ernsthaft“, „gefühlsbetont“ aber auch „freudig“ seien.digitalspy.co.uktheguardian.com Daneben wird ihre Stimme als eine „rauchige“, „flüstrige“, „soulige“ als auch „samtige“ und gar „himmlische“ oder „sirupartige“ mehrfach gelobt.digitalspy.co.ukboston.com Außerdem ist auffällig, dass die CD sehr oftmals mit der aktuellen Musik Beyoncés verglichen und unter anderem als eine positive Alternative und Gegenstück zu ihrer Bootylicious- und Club-Banger-Musik dargestellt wird.digitalspy.co.uk

Human ist das erste Album der Sängerin, welches für keinen Grammy-, MTV- oder Soul-Train-Music-Award nominiert bzw. mit einem ausgezeichnet wurde.

Illustration Das Album-Cover zeigt eine frontale Nahaufnahme von Brandys Brust bis hin zum Gesicht. Sie trägt schwarze lange Weaves, Perücken für afrikanisch-texturiertes Haar (vergleichbar mit Extensions), welche vom Kameralicht so getroffen werden, dass sie teilweise wirken als würden sie brennen. Der Hintergrund ist schwarz. Brandy trägt zudem ein schwarz-blaues Bustier. Das Booklet selbst enthält lediglich zwei Bilder (auf dem Cover sowie auf der letzten Seite). Das zweite Bild stammt von derselben Fotostrecke. Jedoch ist Brandy hier im Profil abgelichtet worden. Außerdem enthält das Beiheft die Songtexte zu jedem Track und über zwei Seiten verteilte Danksagungen. Diese geringe Anzahl an Bildern (verglichen mit vorherigen Alben) soll den Titel des Albums Human also Mensch darstellen. Es ginge weniger um eine Kunstfigur, sondern um einen Menschen. Denn am „Ende des Tages seien wir alle Menschen, egal ob Prominent oder nicht“.Interview mit AllHipHop wurde im Artikel paraphrasiert Das Album wurde im Slimcase-Verpackungssystem verkauft. Die japanische Deluxe-Version des Covers ist zusätzlich links am Bild mit den Worten „Brandy Is Back“ versehen und enthält eine Bonus-DVD.

Vermarktung Um für das Album zu werben, absolvierte Brandy Promo-Auftritte in unter anderem der Today Show, der Tyra-Banks-Show, der Early Show, der Morning Show und in The View. Zusätzlich war Brandy auch in den Reality-TV-Serien The Hills und For The Love of Ray J zu sehen. Zudem sollte sie auch zur Veröffentlichung des Albums am 9. Dezember 2008 bei Oprah zu Gast sein, lehnte jedoch ab da Oprah Winfrey bzw. die Produzenten von Winfreys Sendung darauf bestanden in größerem Maße über den 2006 geschehenen Autounfall, welcher Ende 2006 über fast drei Jahre lang bis hin zum Sommer des Jahres 2009 weltweite Medienaufmerksam erfuhrfocus.de und u. a. einer Frau das Leben kostete, zu sprechen. Brandy persönlich promotete das Album lediglich in den Vereinigten Staaten, abgesehen von ihrer Welttour. Dies ist das erste Mal seit 10 Jahren, dass Brandy nur bei US-amerikanischen Talkshows zu Gast war um ihr Album zu vermarkten. Dies hängt womöglich mit dem neuen Label Epic (zuvor stand sie bei Atlantic unter Vertrag) zusammen, da ihr wohl ein kleines Budget für Promotion (Musikvideos, Produktion, Verpackung etc.) zur Verfügung stand. In europäischen Musiksendern wurde jedoch ein Werbespot ausgestrahlt, welcher Right Here (Departed) als große Comeback-Single ankündigte. Das Musikvideo zu ersten Single wurde zudem auch an die Musiksender Europas geschickt. Jedoch bekam man bspw. in Australien oder Neuseeland, ein damals recht großer Markt für Brandy, nichts von der Veröffentlichung mit, da dort weder der Song oder das Musikvideo zur ersten Single an die Radio- und Musikstationen zugeschickt wurde, noch Brandy als Gast in einer ozeanischen TV- oder Radiosendung fungierte. Die zweite Single Long Distance und das dazugehörige Video, welches in den USA mit einem zusätzlichen Remixvideo vermarktet wurde, wurden weltweit weder veröffentlicht noch vermarktet.

Die Pressetexte, die das Tonträgerunternehmen zu Beginn der Promotion des Albums an die weltweite Kulturpresse verschickte, besannen sich darauf, dass jeder, auch Brandy nur menschlich seien, wobei sie sich wahrscheinlich auf vergangene Ereignisse, wie den eben genannten Autounfall, bezogen:

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