mini|Giovanni Stefano Menochio Giovanni Stefano Menochio (Pseudonym: Giovanni Corona;MENOCHIO, Giovanni Stefano. In: Dizionario Biografico degli Italiani. Band 73 (2009), abgerufen am 25. Juli 2025. * 9. Dezember 1575 in Padua; † 4. Februar 1655 in Rom) war italienischer Jesuit, Hochschullehrer und Exeget in der Renaissance.

Leben Giovanni Stefano Menochios Vater war der bekannte, aus Pavia stammende Jurist Giacomo Menochio (1532–1607), der die Rechte in Mailand gelehrt hatte. Menochio schrieb ein umfangreiches exegetisches Werk (956 Seiten Text ohne Indices, Widmung und Vorwort) über die Bedeutung der Kohanim in der Zeit des Alten Testamentes, das unter dem Titel Hieropoliticon, sive institutionis politicae e sacris Scripturis depromptae libri tres 1625 in Lyon erschien. Neben den lateinischen Schriften erschienen auch Werke in seiner italienischen Muttersprache. Vielfach wieder neu aufgelegt und weithin rezipiert wurde seine Brevis explicatio sensus literalis totius Sacrae Scripturae ex optimis quibusque auctoribus per epitome collecta (1630).

1648 erschienen seine De republica Hebraeorum libri octo. Menochio wollte zwar an das Werk Carlo Sigonios anknüpfen, blieb aber viel mehr als dieser der römisch-katholischen Theologie verpflichtet. Mit Menochios Werk, das fast 800 Seiten zu je zwei Spalten umfasste, und seinem orthodox-reformierten Pendant, dem Werk De republica Hebraeorum. Libri XII (1704) des niederländischen Theologen Melchior Leydecker (1642–1721), erreichte die Respublica-Hebraeorum-Literatur vom Umfang her gesehen ihren Höhepunkt.

Schon in der Einleitung bezieht sich Menochio auf Sigonio und versucht ihn als orthodoxen Autor, der der römisch-katholischen Lehre verpflichtet geblieben sei, darzustellen. Aber obwohl Menochios Titelarchitektur des Werkes in vielen Punkten noch Übereinstimmungen zeigt und weiterhin ein Hauptinteresse an einer rechtlichen Betrachtung besteht, haben seine De republica Hebraeorum libri octo doch nicht mehr sehr viel mit Sigonios Beitrag zu der Thematik gemein. Menochio schenkte neuen Themen Aufmerksamkeit, so etwa den Gewohnheiten (consuetudines) und Riten der Juden. Für die gesamte Darstellung wählte er – im Unterschied zu Sigonio – ein Frage-Antwort-Schema (Quaestio-Methode). Vor allem liegt Menochios römisch-katholisches Augenmerk auf einem unabhängigen Priestertum, das für ihn neben einem ebenfalls positiv dargestellten Königtum bereits unter den Juden der Königszeit existiert habe.

Werke

Historia vitae Christi, in-4°. Historia sacra ex libro Actuum Apostolorum, in-4°. Diatribae eruditae seu storeae etc., 6 voll. in-4°, Rom, 1647. De Œconomia Christiana, Venedig, in-4°, 1656 Historia sacra miscella ex variis auctoribus, Venedig, 1657.

Literatur Markus M. Totzeck: Die politischen Gesetze des Mose: Entstehung und Einflüsse der politia-judaica-Literatur in der Frühen Neuzeit (= Refo500 academic studies. Band 49). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, ISBN 978-3-647-57073-0.

Weblinks

Eintrag (mit Veröffentlichungen) im Opac des Servizio Bibliotecario Nazionale (SBN)

Einzelnachweise

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