100px|mini|Veranstaltungsort: Berlin Die Deutsche Dreiband-Meisterschaft 1975/76 (DDM) war die 42. Ausgabe dieser Turnierserie und fand vom 26. bis 28. September 1975 in Berlin statt.

Geschichte Es sollte eine Meisterschaft ohne große Überraschungen werden, sieht man vom Abschneiden der Neulinge Wolfgang Geukes und Peter Sporer ab. Überraschend war die Kritik vieler Spieler am Material und dem „Polierverhalten“ der Schiedsrichter. Es war kaum zu erklären, dass die besten deutschen Spieler anscheinend nach 100 Aufnahmen nicht in der Lage waren, sich an das neue Material zu gewöhnen. Der Berliner Landesverband als Co-Ausrichter war der Meinung: nur „besstes Material“ für die „besten Spieler“! Die Tische, Tücher, Banden und Bälle waren optimal. Sie sahen keinen Grund dafür, die von den Spielern geforderte Wertung dieses „schwierigen Materials“ mit in die Wertung fließen zu lassen. Das polieren der Bälle durch die Schiedsrichter nach jedem Satz wurde ebenfalls beanstandet. Es wurde sogar bei jedem Nachstoß poliert. Selbst die einfachsten Dreibänder waren durch den Bandenabschlag kaum berechenbar und unkontrollierbar. Die Einwände wurden von der Turnierleitung ignoriert.

Modus Die Spieler wurden in drei Gruppen à vier Spieler eingeteilt (GR). Das Spielsystem wurde zum Vorjahr geändert. Es wurde im Satzsystem mit zwei Gewinnsätzen zu je 20 Punkten gespielt, Jeder-gegen-Jeden. Die beiden Gruppenbesten kamen in die Finalrunde, ebenfalls Jeder-gegen-Jeden, ohne gesondertem Finale oder Spiel um Platz 3. Die Endplatzierung ergab sich aus den Matchpunkten (MP). Gruppeneinteilung Nach dem Ausgangsklessement ergaben sich folgende Gruppeneinteilungen: + Gruppeneinteilung Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Dieter Müller Gert Tiedtke Günter Siebert Paul Kimmeskamp Joseph Bücken Peter Donnert Peter Kuhring Udo Kleine-Weischede Siegfried Spielmann Peter Sporer Wolfgang Geukes Jürgen Meissburger

Turnierverlauf Gruppenrunde Gruppe 1 Der Titelverteidiger und Gruppenfavorit Dieter Müller fing gleich mit einer Satzniederlage gegen seinen Vereinskameraden Peter Kuhring an, setzte sich dann aber doch noch 2:1 durch. Paul Kimmeskamp vom DBC Bochum 1926 konnte sich erwartungsgemäß gegen den Cadre-Spezialisten Peter Sporer durchsetzen. In der zweiten Runde verlor Paul Kimmeskamp dann gegen Peter Kuhring, die Hoffnung der Gastgeber auf zwei Spieler in der Endrunde schien sich zu erfüllen. Dieter Müller spielte gleichzeitig mit 1,081 GD die beste Partie des Turniers gegen Peter Sporer. Dem wiederum gelang es dann in Runde drei gegen einen zerfahrend spielenden Peter Kuhring in nur zwei Sätzen zu gewinnen und setzte sich damit noch vor Paul Kimmeskamp, der seinerseits ebenfalls 2:0 gegen Müller verlor. Endstand Gruppe 1 # Name MP SV GD HS1 Dieter Müller 6:0 12:2 0,893 62 Peter Sporer 2:4 6:8 0,637 7 3 Peter Kuhring 2:4 6:10 0,613 7 4 Paul Kimmeskamp 2:4 6:10 0,561 7 Gruppe 2 Gruppenfavoriten waren nach Meinung der Experten hier Gert Tiedtke und Joseph Bücken, beide gewannen dann auch erwartungsgemäß ihre beiden Partien sicher gegen Udo Kleine-Weischede und Wolfgang Geukes. In Runde zwei musste Tiedke dann aber bei einem Remis gegen Geukes einen Punkt abgeben, wohingegen Bücken gegen Kleine-Weischede gewann. Als dann in der letzten Runde Geuken gegen Kleine-Weischede 2:0 gewann und Tiedtke gegen Bücken unterlag, war die Überraschung perfekt, auch wenn Bücken nur aufgrund seines besseren Satzverhältnisses die Nase vorne hatte. Endstand Gruppe 2 # Name MP SV GD HS1 Joseph Bücken 6:0 12:2 0,617 62 Wolfgang Geukes 3:3 7:7 0,539 5 3 Gert Tiedtke 3:3 7:9 0,520 4 4 Udo Kleine-Weischede 0:6 4:12 0,509 5

Gruppe 3 Gruppe drei wurde als die ausgewogenste hingestellt und so begann die erste Runde auch gleich mit einem Remis zwischen Siegfried Spielmann und Peter Donnert, während sich Günter Siebert klar mit 2:0 gegen Jürgen Meissburger durchsetzte. Erwartungsgemäß hatte Siebert mit Altmeister Spielmann mehr Mühe und es ging mit 2:1 über die volle Distanz. Donnert konnte seine gute Leistung aus Runde eins nicht halte und verlor klar in zwei Sätzen gegen Jürgen Meissburger. Dem wiederum widerfuhr dieses Ereignis dann in Runde drei gegen Spielmann, wohingegen Siebert auch seine letzte Runde gegen Donnert mit 2:1 gewann. Endstand Gruppe 3 # Name MP SV GD HS1 Günter Siebert 6:0 12:4 0,665 62 Siegfried Spielmann 3:3 9:7 0,615 6 3 Jürgen Meissburger 2:4 4:8 0,549 5 4 Peter Donnert 1:5 5:11 0,647 5

Da nach dem neuen Satzsystem nur die Punkte von Spielern gewertet werden, die ebenfalls in die Endrunde einzogen, ergab sich folgendes Ausgangsklassement für die Finalrunde: Ausgangsklassement Finalrunde # Name MP SV Pkt. Aufn. GD HS 1 Dieter Müller 2 4:0 40 37 1,081 4 2 Joseph Bücken 2 4:0 40 61 0,656 6 3 Günter Siebert 2 4:2 50 79 0,633 5 4 Siegfried Spielmann 0 2:4 42 79 0,532 4 5 Peter Sporer 0 0:4 24 37 0,649 5 6 Wolfgang Geukes 0 0:4 29 61 0,475 5

Diese Sechs zogen in die Finalrunde weiter und waren damit automatisch für die Qualifikation zur 43. DDM 1976 in Hamburg zugelassen.

Die Plätze 7–12 waren damit folgendermaßen ausgespielt: Platzierungen Gruppenverlierer # Name MP SV Pkt. Aufn. GD BED HS 7 Gert Tiedtke 3:3 7:9 142 273 0,520 0,589 4 8 Peter Kuhring 2:4 6:10 136 222 0,613 0,621 7 9 Paul Kimmeskamp 2:4 6:10 119 212 0,561 0,613 7 10 Jürgen Meissburger 2:4 4:8 100 182 0,549 0,625 5 11 Peter Donnert 1:5 5:11 145 224 0,647 0,678 5 12 Udo Kleine-Weischede 0:6 4:12 119 234 0,509 – 5

Finalrunde Jeder gegen Jeden, kein Finale. In der letzten Spielrunde gab es dann doch noch ein „echtes Finale“, die beiden anderen Partien hatten nur noch statistischen Wert. Sowohl Spielmann und Bücken gewannen ihre Spiele gegen Geukes bzw. Sporer ungefährdet mit jeweils 2:0. Die Hauptattraktion war dann das Spiel Müller-Siebert. Der Berliner war im ersten Satz sichtlich nervös, spielte unsicher und gab diesen dann auch nach 23 Aufnahmen mit 14:20 an den Essener ab. Um seinen Titel erfolgreich verteidigen zu können, musste er nun die beiden nächsten Sätze gewinnen. Der zweite Satz entwickelte sich dann auch zum Höhepunkt der Veranstaltung als Müller eine Serie von 11 (Turnierrekord!) produzierte und Siebert in 11 Aufnahmen mit 20:6 am Tisch stehen ließ. Auch der letzte Satz ging in 19 Aufnahmen mit 20:18, wenn auch knapp, an den Berliner, der damit zum dritten Mal in Folge Deutscher Dreibandmeister wurde. Endstand Finalrunde # Name MP SV Pkt. Aufn. GD BSD HS1 Dieter Müller 10:0 20:6 250 277 0,902 1,818 11 2 Günter Siebert 8:2 18:12 254 380 0,668 1,000 6 3 Joseph Bücken 6:4 16:8 211 313 0,674 1,429 6 4 Siegfried Spielmann 4:6 12:14 216 364 0,593 0,952 4 5 Wolfgang Geukes 2:8 6:18 161 304 0,529 1,250 6 6 Peter Sporer 0:10 6:20 176 326 0,539 1,111 5

Abschlusstabelle Ergebnisse ausgeschiedener Gegner (7–12) kamen nicht mit in die Wertung. Angegeben wird der beste Satzdurchschnitt (BSD).

Endklassement Runde Platz Name MP SV GD Pkt. Aufn. BED HS Final-runde 1 Dieter Müller (Berlin) 10:0 20:6 250 277 0,902 1,081 11 2 Günter Siebert (Altenessen) 8:2 18:12 254 380 0,668 0,689 6 3 Joseph Bücken (Aachen) 6:4 16:8 211 313 0,674 0,800 6 4 Siegfried Spielmann (Düsseldorf) 4:6 12:14 216 364 0,593 0,645 4 5 Wolfgang Geukes (Neustadt) 2:8 6:18 161 304 0,529 0,794 6 6 Peter Sporer (München) 0:10 6:20 176 326 0,539 - 5 Gruppenrunde 7 Gert Tiedtke (Köln) 3:3 7:9 142 273 0,520 0,589 4 8 Peter Kuhring (Berlin) 2:4 6:10 136 222 0,612 0,621 7 9 Jürgen Meissburger (Hattingen) 2:4 4:8 100 182 0,549 0,625 5 10 Paul Kimmeskamp (Bochum) 2:4 6:10 119 212 0,561 0,613 7 11 Peter Donnert (Saarlouis) 1:5 5:11 145 224 0,647 0,678 5 12 Udo Kleine-Weischede (Köln) 0:6 4:12 119 234 0,508 - 5 Turnierdurchschnitt: 0,621

Einzelnachweise

#1975 Kategorie:Karambolageveranstaltung 1975 Kategorie:Billardturnier in Berlin