Frimmersdorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Vestenbergsgreuth im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Frimmersdorf hat eine Fläche von 8,483 km². Sie ist in 1141 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7434,63 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Unterwinterbach und Weickersdorf.

Geographie Durch das Dorf fließt die Kleine Weisach. Im Nordwesten befinden sich die Waldgebiete Distelteich und Kleiner Winterbachwald, im Nordosten das Flurgebiet Rosenleite, im Südwesten der Sandknock. Im Südosten gibt es ebenfalls ein größeres zusammenhängendes Waldgebiet. Die Kreisstraße ERH 18 verläuft an Hermersdorf vorbei nach Dutendorf (3,3 km westlich) bzw. nach Unterwinterbach (1,3 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Fetzelhofen (1,8 km östlich).

Geschichte Der Ort wurde um 1100 als „Frimmerheresdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Fridmar, der Personenname des Ortsgründers. Aus der Urkunde geht hervor, dass eine Edelfreie Bertha dem Kloster Michelsberg ihr Eigengut Frimmersdorf samt Wald schenkte. In der Folgezeit gingen deren Ansprüche an andere Herrschaften über. Die Reichsstadt Nürnberg, die den größten Einfluss im Ort hatte, löste in der Reformationszeit Frimmersdorf aus dem Pfarrverband Höchstadt und wies dieses der neu gebildeten protestantischen Pfarrei Lonnerstadt zu.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 172f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 64f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Frimmersdorf aus 16 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht südlich des Bachs wurde vom bambergischen Centamt Höchstadt ausgeübt, nördlich des Bachs vom Castell’schen Amt Burghaslach. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das nürnbergische Rittergut Rezelsdorf. Grundherren waren das Hochstift Bamberg (Kastenamt Höchstadt: 4 Güter; Kastenamt Wachenroth: 1 Halbhof), die Reichsstadt Nürnberg (Spitalamt: 1 Hof), Nürnberger Eigenherren (Löffelholz: 2 Güter, Peller: 1 Sölde), das Rittergut Rezelsdorf (3 Güter, 1 Mühle), das Rittergut Vestenbergsgreuth (1 Hof, 1 Gut) und das Rittergut Weingartsgreuth (1 Hof).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 64. Dort sind abweichend 15 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

1806 kam Frimmersdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Ort dem Steuerdistrikt Unterwinterbach zugeordnet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Frimmersdorf. Zu dieser gehörten Unterwinterbach, Warmersdorf und Weickersdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden vier Anwesen dem Patrimonialgericht (PG) Frimmersdorf (Kreß, bis 1830), sechs Anwesen dem PG Frimmersdorf (Peller, bis 1834), ein Anwesen dem PG Pommersfelden (bis 1848), zwei Anwesen dem PG Rauschenberg-Frimmersdorf, zwei Anwesen dem PG Vestenbergsgreuth (bis 1848), ein Anwesen dem PG Weingartsgreuth (bis 1848).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 130. Am 9. September 1854 wurde Warmersdorf nach Weingartsgreuth umgemeindet.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 137. Ab 1862 gehörte Frimmersdorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umgewandelt), von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,477 km².

Am 1. Januar 1974 wurde Frimmersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Vestenbergsgreuth eingegliedert.

Baudenkmäler In Frimmersdorf gibt es zwei Baudenkmäler: Haus Nr. 8: Dazugehöriges Kleinhaus Haus Nr. 14: Satteldachbau

Einwohnerentwicklung Gemeinde Frimmersdorf Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 376 324 299 295 306 309 298 292 315 307 303 316 313 300 286 258 262 275 246 395 351 319 289 295HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 54 55 56 55 51 55 60 Quelle Für die Gemeinde Frimmersdorf zuzüglich der Einwohner von Unterwinterbach (S. 130), Warmersdorf (S. 134) und Weickersdorf (S. 136).

Ort Frimmersdorf Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2020Einwohner 146 197 187 196 207 164 207 196 201 193 359Häuser 34 35 33 35 39 54 Quelle

Religion Frimmersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Oswald (Lonnerstadt) gepfarrt.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 64. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Georg (Höchstadt an der Aisch) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Vestenbergsgreuth) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1100 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt