Katja Rost (* 2. April 1976 in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz;CV Katja Rost, 10. Juni 2026, abgerufen am 22. Juni 2026 (PDF). † 20. Juni 2026Birgit Schmid, Rico Bandle: «Eine starke, mutige Forscherin»: Die Zürcher Soziologin Katja Rost stirbt im Alter von 50 Jahren, Neue Zürcher Zeitung, 22. Juni 2026, abgerufen am 22. Juni 2026.) war eine deutsche Sozialwissenschaftlerin, Soziologin und Wirtschaftswissenschaftlerin. An der Universität Zürich wirkte sie seit 2012 als ordentliche Professorin für Soziologie mit den Schwerpunkten Wirtschafts- und Organisationssoziologie sowie als Privatdozentin für Wirtschaftswissenschaften. Sie wurde durch Arbeiten und öffentliche Beiträge zu Wirtschafts- und Organisationssoziologie, Gleichstellung, Arbeitsmarkt, Managervergütung, digitalen Debatten und unternehmerische Sozialverantwortung bekannt.

Leben Rost wuchs in der DDR auf und studierte Soziologie und Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Sie promovierte 2006 in Betriebswirtschaftslehre mit dem Thema Sozialstruktur und Innovation an der Technischen Universität Berlin. Im Jahr 2010 habilitierte sie sich mit dem Thema Different Views on Corporate Governance bei Margit Osterloh und erhielt die Venia Legendi in Betriebswirtschaftslehre der Universität Zürich. Im selben Jahr übernahm sie eine Assistenzprofessur in Organisationssoziologie an der Universität Mannheim, ließ sich aber bereits ein Jahr später an die Friedrich-Schiller-Universität Jena als Professorin für Management berufen. Von 2012 bis zu ihrem Tod 2026 war sie an der Universität Zürich als ordentliche Professorin für Soziologie mit den Schwerpunkten Wirtschafts- und Organisationssoziologie angestellt. An der Universität Zürich war sie von 2019 bis 2024 Präsidentin der Gleichstellungskommission und im Jahr vor ihrem Tod Institutsleiterin des Soziologischen Instituts. Dem Universitätsrat der Universität Luzern gehörte sie seit 2016 an und wirkte als Vizepräsidentin dieses Gremiums. Außerdem war sie stellvertretende Vorsitzende des Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung. Rost starb am 20. Juni 2026 im Alter von 50 Jahren nach langer Krankheit an einem multiplen Myelom, einer bösartigen Knochenmark-Erkrankung, an dem sie acht Jahre zuvor erkrankt war. Sie war verheiratet und Mutter eines Sohnes.

Wirken Katja Rosts Forschungsschwerpunkte lagen im Bereich der Wirtschafts- und Organisationssoziologie, der digitalen Soziologie, sozialer Netzwerke, Diversität, Arbeitsmarkt- und Gleichstellungsthemen sowie gesellschaftlicher Veränderungen der Arbeitswelt. In den letzten Jahren leitete sie den Universitären Forschungsschwerpunkt Human Reproduction Reloaded, der Sozialwissenschaften, Ethik und Medizin zusammenbrachte, und arbeitete im Nationalen Forschungsprogramm Digitale Transformation zur strategischen Positionierung von Hochschulen. Neben ihren wissenschaftlichen PublikationenAlle Veröffentlichungen von Katja Rost auf Google Scholar. Abgerufen am 11. Oktober 2019.Alle Veröffentlichungen von Katja Rost auf Publons. Abgerufen am 11. Oktober 2019. schrieb Katja Rost 2016 monatlich eine Kolumne für den SonntagsBlick und von 2017 bis 2020 eine Gastkolumne für die NZZ am Sonntag.SonntagsBlick SonntagsBlick. Abgerufen am 11. Oktober 2019.NZZ am Sonntag NZZ am Sonntag. Abgerufen am 11. Oktober 2019. Sie nahm regelmäßig zu kontroversen gesellschaftlichen Themen Stellung. In der Debatte über Managerlöhne und Bonussysteme kritisierte Rost variable Vergütung als Kontrollinstrument, das Solidarität im Unternehmen schwächen, Innovationen verdrängen und Fehlanreize setzen könne. Bereits 2013 ordnete sie hohe Managergehälter in den Kontext der Grundsätze der Unternehmensführung, Anreizsystemen, sozialen Normen und gesellschaftlicher Verantwortung ein. Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine Studie mit Margit Osterloh zur sogenannten Leaky Pipeline in der Wissenschaft, für die rund 9000 Studierende an der ETH Zürich und der Universität Zürich befragt wurden. Die Ergebnisse der Studie lösten heftige Reaktionen aus und erschienen später in der Fachzeitschrift European Management Review. Kurz vor ihrem Tod erschien mit Margit Osterloh, Maria Rebecca Augstburger und Pierrette Lamezan das Buch Bumerang Frauenquote, in dem Quotenregelungen in Schweizer Unternehmen und ihre möglichen Nebenwirkungen diskutiert wurden. In der Lehre füllte Rost große Hörsäle, förderte innovative Arbeiten und wurde von der Universität Zürich als energische Forscherin und engagierte akademische Mentorin gewürdigt.

Weblinks Literatur von und über Katja Rost im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Prof. Dr. Katja Rost auf der Website der Universität Zürich (mit CV und Publikationen) ResearchGate-Profil von Katja Rost Nachruf von Jörg Rössel

Einzelnachweise

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