mini|Kathedralbasilika Unserer Lieben Frau im Bistum Kabgayi (2023)
Die Römisch-katholische Kirche in Ruanda ist Teil der weltweiten römisch-katholischen Kirche. Sie umfasst das Staatsgebiet Ruandas.
Geschichte
mini|Katholische Kirche bei Kibuye mit einer Gedenkstätte und einem Massengrab für Opfer eines dortigen Massakers während des Völkermords an den Tutsi
Papst Pius XI. begründete das Apostolische Vikariat Ruanda am 25. April 1922 aus Gebietsabtretungen des Apostolischen Vikariats Kivu. Am 14. Februar 1952 nahm es den Namen Apostolisches Vikariat Kabgayi an. Mit der Apostolischen Konstitution Cum parvulum wurde es am 10. November 1959 in den Rang eines Metropolitanerzbistums erhoben.
Bereits am 14. Februar 1952 war aus Gebietsabtretungen des Erzbistums Kabgayi das Apostolische Vikariat Nyundo entstanden, es folgten am 20. Dezember 1960 das Bistum Ruhengeri, am 11. September 1961 das Bistum Astrida und am 5. September 1968 das Bistum Kibungo.
Mit der Errichtung der Erzdiözese Kigali am 10. April 1976 als Metropolitanbistum Ruandas wurde schließlich das Erzbistum Kabgayi zu einem Suffraganbistum des Erzbistums Kigali herabgestuft. Während des Völkermords in Ruanda 1994 wurden zahlreiche Kirchen zu Tatorten: Die meisten der rund 800.000 Opfer des Genozids starben in Gotteshäusern, wobei viele Geistliche die Schutzbefohlenen weder schützten noch das Morden öffentlich verurteilten. Auf einer Synode im Jahr 2000 entschuldigte sich die katholische Kirche Ruandas; Bischof Esmeralde Mbonyintege, Sprecher der Kirche, verwies dabei auf den Kolonialismus, der das Rassendenken in der Kirche und ihren Bildungseinrichtungen verfestigt habe.
Apostolischer Nuntius ist seit Januar 2022 Erzbischof Arnaldo Catalan.
Diözesen mini|Lage der Diözesen in Ruanda
Erzbistum Kigali (Metropolitanbistum) mit den Suffragandiözesen: Bistum Butare Bistum Byumba Bistum Cyangugu Bistum Gikongoro Bistum Kabgayi Bistum Kibungo Bistum Nyundo Bistum Ruhengeri
Anteil an der Bevölkerung Der Anteil der römisch-katholischen Gläubigen betrug 2016 nach Angaben des Annuario Pontificio zwischen 32,5 % (Bistum Kibungo) und 62,3 % (Bistum Kabgayi) der Bevölkerung. Im Landesdurchschnitt Ruandas lag der Anteil der Katholiken bei ca. 55 %. Nach dem Zensus der ruandischen Statistikbehörde aus dem Jahr 2022 sind dagegen 39,91 % der Bevölkerung katholisch.
Weblinks
Einzelnachweise