mini|Wappen der König von Tegernau Die Herren von Tegernau (auch Degernau, Tegernowe, Tegernaw, Tegernöwe) genannt König von Tegernau waren ein seit 1228 nachgewiesenes Ministerialengeschlecht in Diensten der Habsburger und der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, das 1729 erloschen ist.
Geschichte Das Geschlecht nannte sich nach dem Dorf Tegernau einem Ortsteil der Gemeinde Kleines Wiesental im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg. Es handelte sich aber wahrscheinlich um keinen Ortsadel, da keine Rechte der Familie am Dorf nachgewiesen sind. 1228 wurde in einer Urkunde ein Walterus von Tegernowe als Gefolgsmann der Grafen von Habsburg genannt.siehe Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden. Band 5, Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach, S. 191 im Internet Archive
1428 trat ein Hans von Tegernau genannt König auf, dessen Nachkommen den Beinamen König bis ins 17. Jahrhundert beibehielten.siehe Julius Kindler von Knobloch, Badische Historische Kommission (Hrsg.): Oberbadisches Geschlechterbuch, Band 1, Heidelberg, 1898, A - Ha, S. 206 Digitalisat Das Geschlecht wird daher auch König von Tegernau genannt.
Ein Zweig der Familie lebte im 16. und 17. Jahrhundert im württembergischen Raum Balingen.siehe Alberti
Georg von Tegernau Bereits seit 1414 trat der Edelknecht Georg (Jörg) von Tegernau öfter als Mitsiegler und Zeuge bei der Beurkundung von Geschäften des Markgrafen Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg auf. In einer Urkunde vom 23. Februar 1428Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050–1515. Badische Historische Kommission (Hrsg.), Verlag der Wagnerschen Universitäts-Buchhandlung, Band 2, Heinrich Witte (Bearbeiter): Regesten der Markgrafen von Hachberg 1422–1503, Innsbruck 1901, S. 5, Reg.Nr. 1184 wird er als oberster Vogt des Markgrafen Wilhelm von Hachberg-Sausenberg bezeichnet. Der Markgraf war zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt und hatte gerade die Regierung von seinem am 8. Februar verstorbenen Vater, Rudolf III., übernommen. Auch 1429, 1430, 1431, 1437, 1438, und 1439 wird er in Urkunden als oberster Vogt des Markgrafen Wilhelm genannt.Heinrich Witte (Bearbeiter): Regesten der Markgrafen von Hachberg 1422–1503, Innsbruck 1901, 1429: Reg.Nr. 1225 (hier irrtümlich Gerie von Tegernow genannt) und 1430: Reg.Nr. 1241 und 1431: Reg.Nr. 1251 und 1437: Reg.Nr. 1452 und 1438: Reg.Nr. 1521 und 1439: Reg.Nr. 1573 Bei der Abdankung des Markgrafen am 21. Juni 1441 zugunsten seiner noch unmündigen Söhne, Rudolf IV. und Hugo, war Georg von Tegernau nicht unter den Zeugen. Markgraf Wilhelm befreite bei der Abdankung alle seine Vögte von ihren Eiden.Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg 1050–1515. Badische Historische Kommission (Hrsg.), Verlag der Wagnerschen Universitäts-Buchhandlung, Band 2, Heinrich Witte (Bearbeiter): Regesten der Markgrafen von Hachberg 1422–1503, Innsbruck 1901, Reg.Nr. 1644
Graf Johann von Freiburg-Neuenburg übernahm 1441 als Vormund die Regierung bis 1444. 1443 siegelt Georg von Tegernau wieder als oberster Vogt ein Urteil des Röttler Landgerichts, das im Namen des Markgrafen Wilhelm verkündet wurde.Reg.Nr. 1886
Im Dezember 1443 agiert Georg von Tegernau als oberster Vogt der Herrschaft Rötteln im Streit mit den Herren von Ramsteinzur Familie siehe über die Hohe Gerichtsbarkeit in Stetten.Reg.Nr. 1912 Am 16. Januar 1444 übernahmen die Markgrafen Rudolf IV. und sein Bruder Hugo die Regierung von ihrem Vormund Graf Johann von Freiburg.Reg.Nr. 1926 Markgraf Rudolf IV. ernennt kurz darauf Georg von Tegernau zu seinem Bevollmächtigten in diesem Streit.Reg.Nr. 1948
Wappen Schrägrechtsgeteilt, oben Silber, unten in schwarz ein silberner aufwärtsgerichteter Pfeil.
Literatur Julius Kindler von Knobloch, Badische Historische Kommission (Hrsg.): Oberbadisches Geschlechterbuch, Band 1, Heidelberg, 1898, A – Ha, S. 206 Digitalisat Julius Kindler von Knobloch, Badische Historische Kommission (Hrsg.): Oberbadisches Geschlechterbuch, Band 2, Heidelberg, 1905, He – Lysser, S. 335 Digitalisat Otto von Alberti: Württembergisches Adels- und Wappenbuch, Band 1 (1898), A–M, S. 121 im Internet Archive Albert Krieger: von Tegernau. In: Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden. Band 2, Heidelberg, 1904, Spalte 1152 Digitalisat der UB Heidelberg Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden. Band 5, Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach, S. 191 im Internet Archive Gemeinde Haagen (Hrsg.), Fritz Schülin: König von Tegernau. In: Rötteln-Haagen, 1965, S. 99
Weblinks
Einzelnachweise
Tegernau Tegernau Kategorie:Geschichte (Landkreis Lörrach) Kategorie:Ersterwähnung 1228