Sichartshof ist eine Wüstung auf dem Gemeindegebiet des Marktes Lonnerstadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern).

Geografie Die ehemalige Einöde wurde unmittelbar von einigen Weihern und ansonsten von Acker- und Grünland umgeben. Etwas weiter westlich befand sich die Einöde Abdecker. Heute erinnern noch die Sichartsgrundteiche und das davon östlich gelegene Flurgebiet Sichartsgrund an den Ort. Mittlerweile besteht die Gegend hauptsächlich aus Waldgebieten.

Geschichte Der Ort wurde im 15. Jahrhundert als „Sighartshof“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Gründer war Peter Sighart, der zur vogtländischen Ritterschaft (Neustädter Bezirk) zählte. Dieser erhielt den Grund vom Fürstentum Kulmbach zu Lehen. Ausgang des 18. Jahrhunderts ging dessen Besitz an die Herren von Schedlin.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 154 = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 99.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Sichartshof 4 Anwesen (1 großer Hof, 1 Schäferei, 1 Haus, 1 Wasenmeisterei). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus, was bis 1796 vom bambergischen Centamt Höchstadt strittig gemacht wurde. Alleiniger Grundherr war das Rittergut Sichartshof.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 84.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 130. Das Rittergut Sichartshof war außerdem Grundherr in Emelsdorf (1 Anwesen), Grieshof (1 Anwesen), Kästel (2 Anwesen) und Leitsmühle (1 Anwesen).

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Sichartshof dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Uehlfeld und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Mailach zugewiesen.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 133 = H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 209.

1856 wurde das Gut versteigert und in 23 Teile zerschlagen. Die Gebäude wurden nach 1861 abgebrochen.Neben der Fallmeisterei wird der Sichardshof im Ortsverzeichnis von 1861 noch erwähnt. Offensichtlich gab es aber noch ein Gebäude, das mindestens bis 1900 bewohnt war (s. u.). Vermutlich war dieses Gebäude das Fallhaus.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1836 1840 1861 1871 1885 1900 Einwohner 31 22 27 12 7 3 2HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1836, 1885 und 1900 als Wohngebäude. 3 3 3 1 1 Quelle

Religion Der Ort war seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Jakob (Uehlfeld) gepfarrt.

Literatur

Weblink

Fußnoten

Kategorie:Lonnerstadt Kategorie:Wüstung im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Ersterwähnung im 15. Jahrhundert Kategorie:Wüstwerdung im 19. Jahrhundert