mini|hochkant|Sühnekreuz bei Mailach
Mailach ist ein Gemeindeteil des Marktes Lonnerstadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Mailach hat eine Fläche von 4,872 km². Sie ist in 583 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8357,24 m² haben.
Geografie Das Dorf liegt unmittelbar am linken Ufer der Aisch. Der Ort liegt in einer breiten Talebene und ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Westen wird die Flur Lehmgrube genannt, im Norden Edelgraben und im Nordosten Boden. Die Bundesstraße 470 führt nach Uehlfeld (2,3 km südwestlich) bzw. nach Lonnerstadt (2,5 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Weidendorf (0,8 km südlich).
Geschichte Der Ort wurde 1327 erstmals urkundlich erwähnt, als das Hochstift Bamberg den Lonnerstädter Ministerialen ein Lehen im Ort übergab. 1348 wurde im Urbar des Hochstifts von der Entfremdung eines Haupthofes durch die Burggrafschaft Nürnberg berichtet. Dass die Burggrafschaft im Ort ebenfalls Lehensherr war, geht aus dem burggräflichen Urbar 1361/64 hervor. Auch die Grafschaft Castell war zu dieser Zeit Lehensherr. 1358 wurde beurkundet, dass Hermann III. zu Castell einen Hof verlieh. 1408 verkaufte Konrad von Lonnerstadt seine Besitzungen an Nürnberger Patrizier. Durch den Dreißigjährigen Krieg – vor allem aber durch eine Pestwelle im Jahr 1627 – wurde der Ort schwer getroffen.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 153f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 98f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Mailach aus 28 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Höchstadt aus, was aber vom brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach strittig gemacht wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach. Grundherren waren das Hochstift Bamberg (Amt Höchstadt: 1 Hof, 2 Güter), Brandenburg-Bayreuth (KJA Dachsbach: 3 Güter; Klosteramt Frauenaurach: 1 Gut, 1 Hofrait, 1 Häuslein; Verwaltung Uehlfeld: 1 Schmiede, 1 Schenkstatt, 1 Tropfhaus), die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt-Vogtei Lonnerstadt: 1 Hof, 1 Sölde; Spitalamt: 1 Hof, 1 Gut), Nürnberger Eigenherren (von Behaim: 1 Mühle, 1 Gut, 1 Sölde, von Gugel: 1 Gut, von Haller: 1 Gut, von Marstaller: 1 Haus), Grafschaft Castell (Amt Burghaslach: 1 Sölde), die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden (1 Gut), Pfarrei Höchstadt (1 Sölde), Pfarrei Uehlfeld (1 Sölde), Pfarrei Lonnerstadt (1 Sölde). Der Gemeinde unterstand 1 Haus.
Von 1797 bis 1810 unterstand Mailach dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. 1810 kam Mailach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Uehlfeld zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Mailach, zu der Sichardshof, Voggendorf und Weidendorf gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Voggendorf in die neu gebildete Ruralgemeinde Demantsfürth umgemeindet.= Die Gemeinde Mailach war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden in Mailach ein Anwesen dem Patrimonialgericht Pommersfelden (bis 1848) und ein Anwesen dem Herrschaftsgericht Burghaslach (bis 1849). 1840 wurde die Einöde Fallhaus erstmals erwähnt. Am 1. Oktober 1857 wurde die Gemeinde Mailach dem Landgericht Höchstadt und dem Rentamt Höchstadt überwiesen. Ab 1862 gehörte Mailach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umgewandelt), von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,493 km². Nach 1961, jedoch vor 1970 wurde Weidendorf in die Gemeinde Sterpersdorf eingegliedert.Bei G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 128, wird der Ort bereits im Artikel der Gemeinde Sterpersdorf aufgelistet.
Am 1. Mai 1978 wurde Mailach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Lonnerstadt eingegliedert.
Baudenkmäler In Mailach gibt es vier Baudenkmäler: Haus Nr. 15: Drei Hoftorpfosten Haus Nr. 21: Wohnstallhaus Haus Nr. 23: Wohnhaus mit Stall und Hofeinfahrt Steinkreuz
Einwohnerentwicklung Gemeinde Mailach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 280 292 313 307 305 323 297 313 320 317 295 295 277 268 263 271 277 255 248 477 396 338 283 233 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 45 45 48 52 53 52 55 52 54 Quelle Für die Gemeinde Mailach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Sichardshof (S. 86) und Weidendorf (S. 100). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 286 Einwohner.
Ort Mailach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2020 2024 Einwohner 211 215 245 233 261 232 236 353 249 233 198 175 179 Häuser 32 34 42 42 47 45 47 50 Quelle
Religion Mailach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Oswald (Lonnerstadt) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Georg (Höchstadt an der Aisch) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Lonnerstadt Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1327 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt