Der Death-Valley-Nationalpark liegt in der Mojave-Wüste und ist der trockenste Nationalpark in den USA. Er liegt südöstlich der Sierra Nevada, zum größten Teil auf dem Gebiet Kaliforniens und zu einem kleineren Teil in Nevada. Die Region ist ein Hitzepol.

Der Nationalpark ist nach dem Death Valley (; Tal des Todes) benannt, das in seiner Mitte liegt. Das wenige Millionen Jahre alte Tal ist von mehreren Gebirgen umschlossen, die höchste Gebirgskette ist die Panamint Range mit dem 3366 m hohen Telescope Peak. Der tiefste Punkt des Tales liegt 85,95 Meter unter dem Meeresspiegel und ist zugleich die tiefste begehbare Stelle ganz Nordamerikas (von Kryptodepressionen abgesehen).

1933 wurde das Death Valley zum National Monument ernannt. 1994 wurde es, stark erweitert, zum Nationalpark aufgewertet. Hierzu zählt auch Devils Hole als kleine Exklave weiter östlich in Nevada, im Schutzgebiet Ash Meadows National Wildlife Refuge gelegen. Der Nationalpark gehört zusammen mit weiteren Naturschutzgebieten in Kalifornien zum 1984 begründeten UNESCO-Biosphärenreservat Mojave and Colorado Deserts Biosphere Reserve.

Am 20. Februar 2011 wurde der Nationalpark von der International Dark Sky Association auch als International Dark Sky Park (IDSP, in Gold) anerkannt; das Lichtschutzgebiet heißt seitdem auch Death Valley International Dark Sky Park. Es ist das weitaus größte derartige Schutzgebiet in den USA und das zweitgrößte weltweit (nach dem Wood-Buffalo-Lichtschutzgebiet in Kanada).Death Valley National Park Designated as Largest International Dark Sky Park; darksky.org;Lightscape / Night Sky, nps.gov;Death Valley Named Largest Dark Sky Park. Andrea Thompson,OurAmazingPlanet, 20. Februar 2013, abgerufen am 4. November 2013;Death Valley named world’s largest 'dark sky park'.Laura Bly, Usa Today, 21. Februar 2013, abgerufen am 4. November 2013.

Namensherkunft Das Tal erhielt seinen Namen, nachdem 1849 zwei Gruppen von Reisenden mit insgesamt etwa 100 Wagen eine Abkürzung des Old Spanish Trail suchten und dabei in das Tal gerieten. Nachdem sie wochenlang keinen Ausweg aus dem Tal gefunden hatten und bereits gezwungen waren, mehrere ihrer Ochsen zu verspeisen (wobei sie das Holz ihrer Wagen als Brennholz verwendeten), ließen sie ihre restlichen Wagen zurück und verließen das Tal über den Wingate Pass. Dabei drehte sich eine der Frauen aus der Gruppe um und rief dem Tal ein „Goodbye, Death Valley“ hinterher.

Trotz einer weitverbreiteten Legende soll niemand aus der Gruppe bei der Taldurchquerung umgekommen sein, bis auf einen Greis namens Culverwell, der schon beim Betreten des Tales sterbensmatt gewesen war.The Lost '49ers In: nps.gov, abgerufen am 15. Mai 2019 Als Teilnehmer der Reisegruppe beschrieb William Lewis Manly in seinem autobiographischen Werk Death Valley in ’49 die Begebenheiten.

Geografie thumb|Straße im Death Valley Das Death Valley ist Teil des endorheischen Großes Beckens. In östlicher Richtung wird das Tal durch die Amargosa Range begrenzt, die Panamint Range trennt es in westlicher Richtung vom Panamint Valley.

Im Badwater Basin befindet sich mit 85,95 Meter unter dem Meeresspiegel der tiefste begehbare Punkt Nordamerikas, etwa 2 Meter tiefer als die heute vom Saltonsee gefüllte Senke. Der höchste Punkt der Contiguous United States, Mount Whitney (), liegt nur knapp 140 Kilometer nordwestlich. Nach stärkeren Regenfällen durchfließt der Amargosa River periodisch das Tal, bevor sein Wasser dort versickert bzw. verdunstet.

Geologie

Es gab in der Vergangenheit im Death Valley mindestens vier Perioden mit aktivem Vulkanismus, drei oder vier Perioden, in denen Sedimente abgelagert wurden, und einige plattentektonische Verschiebungen. Außerdem war die Gegend mindestens zweimal vergletschert.

Bodenschätze mini|Boraxknolle aus dem Death ValleyDas Tal ist reich an Metallen, beispielsweise Gold und Silber, sowie an Mineralien wie Talkum und Borax. Viele Jahre lang arbeitete hier eine Minengesellschaft, die das Borax für die Seifenproduktion förderte. Das fertige Produkt wurde in großen Wagen, die jeweils mit 18 Mulis und zwei Pferden bespannt waren, aus dem Tal heraustransportiert. Daher stammt der Markenname 20-Mule-Team.

Klima Obwohl das Tal des Todes nur wenige hundert Kilometer vom Pazifischen Ozean entfernt liegt, ist es eine der trockensten Gegenden der Erde. Dies liegt daran, dass sich die feuchten Winde auf ihrem Weg vom Pazifik an fünf Bergrücken abregnen, bevor sie über das Gebiet des Parks ziehen können. Das Death Valley ist außerdem eine der heißesten Gegenden Amerikas.

Am 10. Juli 1913 wurde bei Greenland Ranch (heute bekannt als Furnace Creek Ranch) vom National Weather Service eine Temperatur von 56,7 °C (134 °F) gemessen, welche die bisher höchste auf der Erde gemessene Temperatur darstellt. Jedoch führen einige Meteorologen dieses Ergebnis, gestützt durch neuere Untersuchungen, auf einen Beobachtungsfehler zurück. Während das Messergebnis von 1913 weiterhin offiziell als Hitze-Weltrekord anerkannt wird, ist die am 10. Juli 2021 von einem automatisierten Messsystem des National Weather Service in Furnace Creek gemessene Temperatur von 54,4 °C (130 °F) die bisher höchste unbestrittene auf der Erde gemessene Lufttemperatur.

Am 12. Juli 2012 wurde im Death Valley mit 41,7 °C (107 °F) die damals höchste Nachttemperatur der Welt gemessenHot temperatures in the Desert Southwest of the US - CIMSS Satellite Blog Archive, 12. Juli 2012; dieser Wert wurde am 17. Juni 2017 in al-Chasab in Oman auf der Arabischen Halbinsel mit 44,2 °C (111,6 °F) überboten.

Nach dem für das Gebiet ungewöhnlich ergiebigen Regenfall am 5. August 2022 (bei Furnace Creek wurden 37 mm gemessen) kam es zu Vermurungen und der Beschädigung aller Zufahrtsstraßen. Hunderte per PKW gekommene Besucher waren bis zum Morgen des 7. Augusts eingesperrt, PKW wurden verschoben und beschädigt. In der Messgeschichte seit 1911 wurde nur einmal mehr Regen an einem Tag gemessen.

Besiedlung Zu den wenigen ständigen Bewohnern des Death Valley gehört seit alters die kleine Kolonie der Timbisha Shoshone in der Nähe der Hotel-Oase von Furnace Creek. Die Timbishas sind die südlichste geschlossene Stammesgruppe der Western-Shoshone-Indianer.

Fauna Die Fauna ist mit über 400 Arten relativ vielfältig:Pierre Gouyou Beauchamps, Au cœur des parcs américains, in Terre sauvage , Nr. 223, (Dezember 2006 – Januar 2007), Seite 30 Hierzu gehören 51 heimische Säugetierarten, 307 Vogelarten, 36 Reptilienarten und drei Amphibienarten.Animals, United States Department of the Interior, National Park Service, Website der Nationalpark-Verwaltung. Abgerufen am 23. Dezember 2011 Es ist möglich, einzeln herumstreifenden Kojoten von meist magerem Wuchs zu begegnen. Diese Tiere sind in der Lage, sich von nahezu allen Kleintieren und Pflanzenteilen zu ernähren. Gerne stöbern sie in den von Touristen hinterlassenen Resten und anderem Müll.Animal University Web, Website der University of Michigan – Museum of Zoology, siehe Abschnitt Food habits, abgerufen am 23. Dezember 2011 Weitere im Park anzutreffende Säugetiere sind Kitfüchse, Rotluchse, Pumas und Maultierhirsche. Schlangen verlassen in der Regel nur nachts ihr Versteck, während die eher zahlreichen Eidechsen Felsspalten und Gesteinsspalten bewohnen. Im Park und in der Umgebung leben Dickhornschafe. Diese sind eine Unterart der Bergschafe, die in der Sierra Nevada und im Death Valley in kleinen, isolierten Herden leben. Diese äußerst anpassungsfähigen Tiere können beinahe alle Arten von Pflanzen fressen. Sie haben keine natürlichen Feinde, konkurrieren aber im Lebensraum mit dem Menschen.Fauna Series No. 6 – 1961, United States Department of the Interior, National Park Service, Online-Version. Abgerufen am 23. Dezember 2011

Der Death-Valley-Nationalpark ist für viele Zugvögel ein Aufenthalts- und Ruheort auf ihrer Durchreise: So kann man vor allem im Frühling Schwalben, Ibisse, und Stockenten beobachten. Ganzjährig sind nur wenige Vögel heimisch; hierzu gehört der Große Rennkuckuck, bekannt auch als Roadrunner.Birds, United States Department of the Interior, National Park Service, Website der Nationalpark-Verwaltung. Siehe bird list (pdf). Abgerufen am 23. Dezember 2011 Sechs Fischarten aus der Familie der Cyprinodontidae leben im Nationalpark: Fünf Arten gehören zur Gattung der Wüstenkärpflinge, darunter der vom Aussterben bedrohte, endemische Teufelskärpfling, von dem es 2013 nur noch 35 Exemplare gab.US Fish and Wildlife Service: Devils Hole Pupfish, abgerufen am 10. April 2023 Eine weitere Art ist der vom Menschen eingeführte Koboldkärpfling, eine höchst invasive Fischart.Fish, United States Department of the Interior, National Park Service, Website der Nationalpark-Verwaltung. Abgerufen am 23. Dezember 2011

Flora Der Nationalpark zählt über 1000 Pflanzenarten; hierzu gehören 23 endemische Arten. Die Vegetation variiert mit der Höhenlage: karges Strauchwerk wie der Kreosotbusch und vereinzelte Pflanzen der Gattungen Prosopis und Melden im Tal, Josua-Palmlilien, Biegsame Kiefern und Langlebige Kiefern in den Höhen. Auffallend sind Salzkräuter, frei im Wind herumrollende Sträucher.Plants, United States Department of the Interior, National Park Service, Website der Nationalpark-Verwaltung. Abgerufen am 23. Dezember 2011 Anpassung ist der Schlüssel für ein Überleben an einem der trockensten und heißesten Orte Nordamerikas: Melden können ein bis zu 15 Meter langes Wurzelsystem entwickeln, um an tiefes Grundwasser zu gelangen. Die Blätter von Atriplex hymenelytra sind an der Oberfläche mit Salz überzogen; dies führt zur Reflexion des Sonnenlichts und damit zu einer Minderung der Verdunstung. Wenige Regentage im Wintervergleiche Niederschlagsmenge im Klimadiagramm unter Klima führen in einigen Regionen des Parks zu kurzen Blütezeiten; gleichwohl reichen weder die geringen Niederschläge noch die insgesamt spärliche Biomasse aus, um einen auch nur annähernd fruchtbaren Boden zu bilden. In einigen besonders regenreichen Jahren verwandelt sich das Death Valley im Frühjahr in ein Blütenmeer.

Interessante Orte Artist’s Palette mini|Artist’s Palette Artist’s Palette liegt an den Hängen der Black Mountains, die parallel zur Gebirgskette Panamint Range verlaufen und einen Grabenbruch einschließen; es ist berühmt für seine vielfarbigen Gesteinsformationen. Der Farbenreichtum wird durch Oxidation verschiedener Metalle verursacht, die in den Felsen vorkommen; zum Beispiel Eisen (rot bis dunkelrot) oder Kupfer (türkis bis grün).

Badwater Basin mini|Badwater Basin – tiefster Punkt der USA

Badwater ist der tiefste Punkt der USA (85,95 Meter unter Meeresniveau) (). Die sechseckigen Strukturen, die hier zu sehen sind, haben rund 2 bis 2,5 m Durchmesser und sind Teil einer weit größeren und ebenfalls sechseckigen Struktur, die vom rund 1750 Meter höher gelegenen Dante’s View aus beobachtet werden kann. Diese Strukturen entstehen durch das Trocknen und die damit verbundene Ausdehnung der hier vorkommenden Salzkristalle. In der Nähe der flachen Salzpfanne liegt eine Wetterstation, wo im Sommer regelmäßig Temperaturen von über 50 °C gemessen werden. Die Salzpfanne entstand durch das Austrocknen eines ehemals bis zu 200 m tiefen Sees vor 3000 Jahren.

Barker Ranch → Hauptartikel: Thomason-Barker Ranch mini|Gebäude auf der Barker Ranch, 2014