mini|Ludger tom Ring d. J.: Selbstbildnis, 1547, Öl auf Holz, Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig Ludger tom Ring der Jüngere (* 19. November 1522 in Münster; † 1584 in Braunschweig) war ein deutscher Maler, der vor allem als Porträt-, Stillleben- und Genremaler tätig war.

Leben

Ludger tom Ring der Jüngere wurde 1522 in Münster geboren. Er war der Sohn des Malers Ludger tom Ring der Ältere und der Anna von Rorup. Sein Bruder war der Maler Hermann tom Ring. Er erhielt seine Ausbildung auf Reisen und in der väterlichen Werkstatt. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1547 führte er die Werkstatt gemeinsam mit seinem Bruder Hermann mindestens bis 1555 weiter. Sein frühestes erhaltenes Gemälde ist ein Selbstbildnis aus dem Jahr 1547, das sich im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig befindet. Nach der Auflösung der Werkstattgemeinschaft sind seine folgenden Jahre nicht belegt, doch ein Brief legt einen Aufenthalt in Antwerpen nahe.

Ab 1569 war er in Braunschweig tätig und wurde am 27. März 1572 Braunschweiger Bürger. Er war evangelisch, während sein Vater und sein älterer Bruder katholisch waren. In Braunschweig heiratete er Ilse Badenwerper, die Witwe des Hermann Kuer. Er starb 1583 oder 1584 in Braunschweig.

Werke (Auswahl) Porträt Ernst von Redens Selbstbildnis Eichenholz, 35 × 24,5 cm von 1547, Herzog Anton Ulrich-Museum Küchenstück mit der Hochzeit von Kana (1562), ehemals Staatliche Museen Berlin Porträt Hermann Huddaeus vor einer Ansicht der Stadt Minden (1568), Gemäldegalerie Berlin Das offene Messbuch (um 1570) Bildnisse des Patriziers Reinhard Reiners und seiner Frau Gese, Herzog Anton Ulrich-Museum

Literatur

Dinah Wijsenbeek: Ring, Ludger tom d. J. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 99, De Gruyter, Berlin/Boston 2018, S. 9. Gabriel Diss, Laurent Thurnherr (Hrsg.): Un cabinet imaginaire. Natures mortes et vanités du XVIIème siècle. Ausstellungskatalog, Musée départemental Georges de La Tour, Vic-sur-Seille 2005. Jochen Sander (Hrsg.): Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei 1500–1800. Ostfildern: Hatje Cantz, 2008. Ring, Ludger tom d. J. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 28, E. A. Seemann, Leipzig 1934.

Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent et al. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7. Angelika Lorenz (Hrsg.): Die Maler tom Ring. 2 Bände. Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster 1996, ISBN 3-88789-122-8 (Ausstellungskatalog, Münster, Westfälisches Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, 1. September – 10. November 1996).

Theodor Riewerts, Paul Pieper: Die Maler tom Ring. Ludger der Ältere, Hermann, Ludger der Jüngere (= Westfälische Kunst). Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1955.

Weblinks

Einzelnachweise

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