Mechelwind ist ein Gemeindeteil der Stadt Höchstadt an der Aisch im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Mechelwind liegt in der Gemarkung Boxbrunn.
Geografie Das Dorf ist unmittelbar von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Westen wird das Flurgebiet Brand genannt. Im Norden liegen die Ochsenweiher, im Nordosten die Mohrweiher, die vom Mohrhofgraben gespeist werden. Im Süden befinden sich neben einem kleinen Waldstück die Pfaffenweiher. Die Kreisstraße ERH 27 verläuft nach Kairlindach (2,2 km südöstlich) bzw. zur Staatsstraße 2263 (0,9 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mohrhof (1,3 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1303 als „Mechiltwinden“ bzw. 1322 als „Mechthildewinden“ urkundlich erwähnt. Das Grundwort des Ortsnamens –winden weist darauf hin, dass es sich beim Ort um eine von der Obrigkeit angeordnete Ansiedlung von Wenden handelte, was im Mittelalter des Öfteren geschah. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Mechthild. Vermutlich war damit Mathilde, die Tochter des polnischen Königs Bolesław I. gemeint, die 1035 Graf Otto von Schweinfurt heiratete. Der Ort könnte eine Morgengabe anlässlich der Hochzeit gewesen sein – Graf Otto war wohl in dieser Gegend begütert, wie es eine Urkunde aus den Jahren 1048/51 nahelegt. Der Ort selber dürfte wesentlich älter sein, worauf ein karolingisches Gräberfeld verweist, dessen Gegenstände und Grabbeigaben sich zwischen 700 und 900 n. Chr. datieren lassen. Von besonderer Bedeutung war die Schäferei mit ausgedehnter Weidegerechtigkeit.G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 54. Ergänzt durch Mechelwind auf der Website hoechstadt.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Mechelwind aus einem Schloss, einem Haus und einer Schäferei. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus. Alleiniger Grundherr war die brandenburg-bayreuthische Verwaltung Uehlfeld.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 112.
Von 1797 bis 1810 unterstand Mechelwind dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kairlindach zugewiesen. 1813 wurde die Ruralgemeinde Kairlindach gebildet, zu der der Ort gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde es in die neu gebildete Ruralgemeinde Boxbrunn umgemeindet.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 140 = H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 192.
Am 1. Mai 1978 wurde Mechelwind im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Höchstadt an der Aisch eingegliedert.
Baudenkmal Mechelwind 2: Herrenhaus
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 31 40 32 44 48 38 41 37 33 45HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 5 8 7 7 7 7 12 Quelle Dort als Meckelwind aufgelistet.
Religion Mechelwind ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Kilian (Kairlindach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Geburt Mariens (Hannberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Höchstadt an der Aisch) Kategorie:Ersterwähnung 1303