Die Erlöserkirche im Albstadter Stadtteil Tailfingen war eine evangelische Pfarrkirche, die 1952/1953 erbaut wurde. Anfang 2026 wurde sie abgerissen.

Geschichte Schon während der 1930er Jahre wurde in Tailfingen „auf der Siedlung“ gebaut. Es gab günstige Häuser für Selbstversorger: mit Hühner- und Schweinestall. Auch die Gärten waren zur Selbstversorgung gedacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen dann viele Flüchtlinge nach Tailfingen.Hermann Bizer: Tailfinger Heimatbuch. Stadtgemeinde Tailfingen 1953, S. 140.

Fanden zunächst Gottesdienste im Turnerheim statt, entstand nach und nach der Wunsch nach einer eigenen Kirche. 1952 wurde dann der Grundstein für die Erlöserkirche gelegt und schon am 29. November 1953 (1. Advent) konnte die Erlöserkirche eingeweiht werden.Peter Thaddäus Lang: Tailfingen. Die Wirtschaftswunderzeit. Sutton Verlag, Erfurt 2009, S. 23f. 1976 wurde der Eingang zum Pfarrhaus und Gemeindehaus verändert und 1986 war eine große Innen- und Außenrenovierung notwendig. Als letzte bauliche Tätigkeit wurde 1998 der Eingangsbereich zum Gemeindesaal erneuert.Website der Evangelischen Kirchengemeinde Tailfingen

Die Orgel aus dem Jahr 1954 wurde von der Orgelbaufirma Weigle mit zwei Manualen und 21 Registern erbaut.

Im Juni 2018 gab die Kirchengemeinde bekannt, die Erlöserkirche im Rahmen eines neuen Immobilienkonzepts mittelfristig verkaufen zu wollen. Bereits seit August 2018 befindet sich das zugehörige Pfarramt nicht mehr im Haus, sondern in der Liegnitzer Straße 38. Während im Gemeindesaal der Erlöserkirche noch zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, feiert die Kirchengemeinde ihre Gottesdienste seit 2021 üblicherweise nur noch in der Pauluskirche. Das Gebäude der Erlöserkirche wurde an die Stadt Albstadt veräußert, die es der Kirchengemeinde noch bis Ende 2024 zur Verfügung stellte. Anschließend war mit einem Abbruch zugunsten von neuer Wohnbebauung zu rechnen.Stadt Albstadt kauft die Erlöserkirche, von Martin Kistner, Schwarzwälder Bote, 15. April 2023 Das vierstimmige Geläute der Erlöserkirche (Glockengießerei Kurtz, Stuttgart) wurde 2025 von der katholischen Pfarrkirche St. Sigismund in Koźle in Oberschlesien übernommen.

2018 kündigte die Evangelische Kirchengemeinde an, dass die Pfarrstelle der Erlöserkirche entfallen werde, sobald die befristete Stelle von Pfarrer Christoph Fischer auslaufe.Karina und Max Eyrich: Abschied von der Moltkestraße. In: Schwarzwälder Bote, Ausgabe Albstadt-Ebingen, vom 27. Juni 2018, S. 13 (online, abgerufen am 2. Februar 2026). Er beendete seinen Dienst zum 31. Oktober 2023. Der bisher der Erlöserkirche zugeordnete Seelsorgebezirk Langenwand und Stiegel wird in Zukunft vom Pfarramt Pauluskirche betreut.

Pfarrer Pfarrer der Erlöserkirche waren:Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Tailfingen. Jahr Name 1952–1960 Adolf Kehrer 1960–1965 Friedrich Gölz 1965–1975 Emil Otto 1975–1986 Wolfgang Seybold 1987–1989 Reinhild Neveling 1989–2017 Ursula Hanna Scharpf 2018–2023 Christoph Fischer Anmerkung: 2003 wurde das bis dahin separate Pfarramt Stiegel aufgelöst. Dessen Aufgaben wurden vom Pfarramt Erlöserkirche mit übernommen.

Literatur Ernst Robert Ammann, Peter Thaddäus Lang, Fritz Leibfritz: 100 Jahre Pauluskirche. Evangelische Kirchengemeinde Tailfingen im Wandel der Zeiten, 1907–2007. Evangelischen Kirchengemeinde Tailfingen, Albstadt-Tailfingen 2007, ISBN 978-3-00-023021-9.

Weblinks Website der Evangelischen Kirchengemeinde Tailfingen

Einzelnachweise

Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Albstadt-Tailfingen Kategorie:Erbaut 1953 Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Erloser Kategorie:Sakralbau auf der Schwäbischen Alb Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Zerstört in den 2020er Jahren