Diese Liste enthält Lokomotiven, die bis zum Betriebsbeginn der Liverpool and Manchester Railway, der ersten ausschließlich mit Dampflokomotiven betriebenen öffentlichen Bahnstrecke der Welt, am 15. September 1830 gebaut wurden.

NameBildBaujahrErbauerTechnische MerkmaleEinsatz und VerbleibBesonderheiten und Anmerkungen Coalbrookdale Locomotive zentriert|80px 1802 Coalbrookdale Company im Auftrag und nach Plänen von Richard Trevithick Spurweite 914 mm (3 Fuß), Achsfolge B Trevithick ließ von der Coalbrookdale Company auf Basis seiner patentierten stationären Hochdruck-Dampfmaschine eine Lokomotive bauen, über die allerdings bis auf eine Zeichnung und einige Aussagen in einem Brief Trevithicks wenig bekannt ist. Es steht nicht einmal fest, ob sie jemals eine Fahrt absolviert hat. Die erste Eisenbahn-Dampflokomotive der Welt. Penydarren Locomotive Keine bildliche Darstellung bekannt 1803/1804 Richard Trevithick Spurweite 1280 mm (4 Fuß und 2 Zoll), Achsfolge B; Höchstgeschwindigkeit mit 10 Tonnen Last 3,9 km/h 1802 hatte Richard Trevithick zum Betreiben eines Hammers ein Exemplar seiner stationären Hochdruck-Dampfmaschine in den Penydarren Ironworks bei Merthyr Tydfil gebaut. Für den Eigentümer des Eisenwerks, Samuel Homfray, setzte er die Maschine auf Räder und baute auf dieser Grundlage eine Lokomotive, die auf den Gleisen der Industrieanlage fahren konnte. Homfray war so beeindruckt, dass er mit Richard Crawshay, dem Eigentümer eines anderen Eisenwerks, um die seinerzeit bedeutende Summe von 500 Guineen wettete, dass die Lokomotive in der Lage sei, auf der Pferdebahn der Penydarren Ironworks mit 10 Tonnen Eisen beladene Wagen über eine Distanz von 15,7 km von Penydarren nach Abercynon zu ziehen. Die Fahrt fand am 21. Februar 1804 statt, und Trevithicks Lokomotive beförderte 5 Wagen, auf denen sich 10 Tonnen Eisen und 70 Personen befanden, innerhalb von 4 Stunden und 5 Minuten vom Ausgangsort zum Ziel, wodurch Homfray die Wette gewann. Allerdings hatte sich gezeigt, dass die gusseisernen Schienen nicht für die schwere Lokomotive geeignet waren, viele brachen unter dem hohen Achsdruck. Über diese eine Fahrt hinaus kam es daher zu keinem weiteren Einsatz, die Lokomotive wurde wieder zu einer stationären Dampfmaschine umgerüstet und betrieb dann wie ursprünglich vorgesehen den Hammer des Eisenwerks. Das Aussehen der Penydarren Locomotive ist nicht bekannt, da bislang keine Zeichnungen von ihr gefunden wurden. In der Konstruktion ähnelte sie vermutlich der vorher entstandenen Coalbrookdale Locomotive, da beide auf Trevithicks Hochdruck-Dampfmaschine basierten. Newcastle Locomotive zentriert|80px 1804/1805 John Whinfield nach Plänen von Richard Trevithick Spurweite 1524 mm (5 Fuß), Achsfolge B Von Christopher Blackett, Eigentümer der Wylam-Kohlengrube nahe Newcastle upon Tyne, in Auftrag gegebene Grubenbahnlokomotive, die zwischen Oktober 1804 und Mai 1805 nach Trevithicks Plänen von John Whinfield in Gateshead gebaut wurde. Die fertiggestellte Lokomotive führte auf dem Gelände der Eisengießerei in Gateshead Probefahrten durch, erwies sich jedoch mit 4,6 Tonnen Gewicht als zu schwer für die noch hölzernen Schienen der Wylam-Bergwerksbahn und gelangte dort nicht zum Einsatz, sondern wurde als stationäre Dampfmaschine in der Gießerei verwendet. Vermutlich die erste Lokomotive mit Spurkranz-Rädern Catch me who can zentriert|80px 1808 Richard Trevithick Demonstrationslokomotive, Achsfolge 1A; Höchstgeschwindigkeit zwischen 19 und 24 km/h Trevithick hatte die Catch me who can zu Demonstrationszwecken gebaut, um Interesse für seine Erfindung zu wecken. Auf einer als Steam Circus bezeichneten eigens errichteten Kreisbahn in London präsentierte er sie vom Juli 1808 an zahlenden Zuschauern, die auch eine Fahrt in einem angehängten Wagen unternehmen konnten. Dies macht die Catch me who can zur ersten Lokomotive, die für die kommerzielle Personenbeförderung eingesetzt wurde. Allerdings zeitigte das kostspielige Unternehmen für Trevithick keine positiven Resultate, sondern trug vielmehr zu seinem Bankrott bei. Nach zwei Monaten wurde der Betrieb eingestellt. Der Verbleib der Catch me who can ist nicht dokumentiert; es bestehen ausschließlich Vermutungen. Seit 2008 entsteht unter Leitung der Trevithick 200 Charity ein funktionsfähiger Nachbau der Catch me who can. zentriert|80px Salamanca zentriert|80px 1812 Matthew Murray Lokomotive des Blenkinsop-Typs mit Antrieb über ein einzelnes seitliches Zahnrad; Spurweite 1245 mm (4 Fuß und 1 Zoll). Grubenbahnlokomotive der Middleton Railway, am 24. Juni 1812 in Betrieb genommen und am 28. Februar 1818 durch eine Kesselexplosion zerstört. Die Salamanca ist im Hintergrund des 1813 entstandenen Bildes The Collier von George Walker (1781–1856) dargestellt, was sie zur ersten von einem Künstler gemalten Dampflokomotive macht. zentriert|80px Chain Locomotive zentriert|80px 1813 William Chapman und Edward Chapman Antrieb durch Kettenlaufwerk Am 30. Dezember 1812 erhielten die Brüder William und Edward Chapman das Patent Nr. 3632 für England und Wales (das schottische Patent wurde am 21. April 1813 erteilt) für eine Lokomotivkonstruktion, bei der weder die auf den Schienen laufenden Räder noch ein Zahnrad für die Bewegung sorgten; vielmehr trieb die Dampfmaschine einen Mechanismus an, durch den sich die Lokomotive an einer Kette vorwärtszog, die zwischen den Schienen gespannt war. Sie ließen nach ihren Plänen bei der Butterley Company in Derbyshire eine derartige Lokomotive bauen, die im August 1813 fertiggestellt war und dann zur praktischen Erprobung zur Kohlegrube Heaton Colliery in Newcastle-upon-Tyne gebracht wurde. Nach ihrer Endmontage unterzog man die Kettenlokomotive ab Oktober 1813 ausgiebigen Tests, die nicht zufriedenstellend verliefen. Der Kettenvortrieb erwies sich als anfällig und leistungsschwach. Bis 1815 wurde mit der Lokomotive noch experimentiert, wobei man sie vermutlich vorübergehend zu Demonstrationszwecken zum Lambton Waggonway brachte, ohne dass sie überzeugende Eigenschaften entwickelte. Ihr Verbleib ist nicht bekannt; möglicherweise verwendete man sie, nachdem sie sich für ihren eigentlichen Zweck als ungeeignet erwiesen hatte, im Bergwerk als stationäre Dampfmaschine. Die erste Lokomotive mit einem Drehgestell Puffing Billy zentriert|80px 1813 William Hedley und Timothy Hackworth Spurweite 1524 mm (5 Fuß), Achsfolge B (1815–1830 Achsfolge D zur Verminderung des Achsdrucks auf den Schienen); Höchstgeschwindigkeit 8 km/h Grubenbahnlokomotive der Wylam-Kohlengrube, bis 1862 dort im Einsatz und dann an das Patent Office Museum in London abgegeben. Älteste erhaltene Dampflokomotive der Welt, heute im Science Museum in London. Mechanical Traveller (auch als Steam Horse bekannt) zentriert|80px 1813 William Brunton Spurweite 1067 mm (3 Fuß und 6 Zoll), durch Beine vorwärtsgestoßen; Höchstgeschwindigkeit 4 km/h Der für die Butterley Company arbeitende Ingenieur William Brunton ging davon aus, dass die Reibung eiserner Lokomotivräder auf eisernen Schienen nicht ausreichen konnte, um größere Lasten zu bewegen. Seine Konstruktion, für die er am 22. Mai 1813 ein englisches Patent erhielt, sollte dieses Problem dadurch lösen, dass nicht die Räder durch die Dampfmaschine angetrieben wurden, sondern zwei Beine, die die Lokomotive vorwärtsstießen. Auf eigene Kosten ließ er bei Butterley eine Maschine nach diesem Prinzip bauen, die zunächst auf der werkseigenen Bahn getestet wurde, die die Crich-Kalkgrube mit dem Cromford-Kanal verband. Hierbei wurden die geringe Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit der Maschine deutlich. Die anschließenden Geschehnisse sind widersprüchlich überliefert: Es ist nicht eindeutig klar, ob die Lokomotive nach einigen konstruktiven Veränderungen zerlegt, an die Kohlengrube Newbottle Colliery im County Durham geliefert und dort im Oktober 1814 wieder montiert wurde oder ob es sich dabei um eine nach demselben Prinzip gebaute zweite Maschine handelte. Der auf der Newbottle-Grubenbahn eingesetzte Mechanical Traveller war über den Winter 1814/15 hinweg in Betrieb, ohne höhere Leistungen als die auf der Crich-Bahn beobachteten zu erbringen. Am 31. Juli 1815 explodierte die Lokomotive auf der Newbottle-Strecke, wobei es 13 Tote und mehrere Verletzte gab. Die Maschine wurde nie repariert, und es wurden keine weiteren Lokomotiven nach diesem Prinzip gebaut. Blücher zentriert|80px 1814 George Stephenson Normalspur, Achsfolge B; Höchstgeschwindigkeit mit einem Zug von 30 Tonnen Gewicht auf einer leicht ansteigenden Strecke 6,5 km/h Grubenbahnlokomotive des Kohlebergwerks Killingworth Colliery in Newcastle upon Tyne, Erstfahrt dort am 25. Juli 1814. Die Maschine wurde vorwiegend als Versuchsträger betrachtet; sie zeigte sich im Betrieb mechanisch anfällig, erbrachte weniger Leistung als erhofft und brachte aufgrund hoher Wartungs- und Betriebskosten keine hinreichenden Vorteile gegenüber pferdebespannten Zügen. Sie erwies sich jedoch durch ihre Schwächen als nützlich, um Erkenntnisse für künftige Konstruktionen zu sammeln. George Stephenson zerlegte die Blücher zu einem nicht dokumentierten Zeitpunkt, um die Teile für weiterentwickelte Nachfolger zu verwenden. Laut den Tagebüchern von Edward Pease war sie noch 1821 im Einsatz, denn am 19. April jenes Jahres suchte Stephenson ihn auf und lud ihn ein: Kommen Sie nach Killingworth und sehen Sie, was meine 'Blücher' leisten kann. Jedoch ist nicht klar, ob damit diese konkrete Lokomotive gemeint war oder der Name der recht bekannten Maschine als generischer Begriff diente. Die erste von George Stephenson gebaute Lokomotive. Wylam Dilly zentriert|80px ca. 1815 William Hedley und Timothy Hackworth Spurweite 1524 mm (5 Fuß), Achsfolge B (1815–1830 Achsfolge D zur Verminderung des Achsdrucks auf den Schienen); Höchstgeschwindigkeit 8 km/h Grubenbahnlokomotive der Wylam-Kohlengrube, 1862 an die Craghead Colliery in Durham verkauft, 1868 außer Dienst gestellt und 1883 dem Edinburgh Museum of Science and Art übergeben. Zweitälteste erhaltene Dampflokomotive der Welt, heute im Royal Museum in Edinburgh. Kein Name bekannt zentriert|80px 1815 George Stephenson Normalspur, Achsfolge B Grubenbahnlokomotive des Kohlebergwerks Killingworth Colliery in Newcastle upon Tyne. George Stephenson konstruierte diese Lokomotive, für die kein Name überliefert ist, auf Grundlage seiner Erfahrungen mit der Blücher. Die Erstfahrt erfolgte am 6. März 1815; ihr Verbleib ist nicht bekannt. Die zweite von George Stephenson gebaute Lokomotive. Steam Elephant zentriert|80px 1815 Vermutlich John Buddle und William Chapman Normalspur, Achsfolge C; Höchstgeschwindigkeit 7 km/h Grubenbahnlokomotive auf dem Wallsend Waggonway der Kohlengrube Wallsend, bis mindestens Mitte der 1820er Jahre im Einsatz. Anschließend möglicherweise nach Umbau noch weitere zehn Jahre bei den Kohlengruben in Hetton-le-Hole in Betrieb. Verbleib unbekannt. 2002 ließ das North of England Open Air Museum eine Rekonstruktion der Steam Elephant bauen, die seitdem auf dem Pockerley Waggonway des Freilichtmuseums im Einsatz ist.