Boxbrunn ist ein Gemeindeteil des Marktes Weisendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Boxbrunn liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Weisendorf, teils auf dem Gemeindegebiet von Höchstadt an der Aisch. Sie hat eine Fläche von 4,643 km² und ist in 635 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7311,31 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Ailersbach und Mechelwind.

Geografie Durch das Dorf fließt der Herrnwiesgraben, der zahlreiche Weiher speist. Im Osten liegen die Weiher Buselweiher und Boxbrunner Teiche. Ansonsten ist der Ort überwiegend von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. 0,5 km nördlich, westlich und südlich gibt es ein zusammenhängendes Waldgebiet, im Südwesten Langholz genannt. 1 km südlich befindet sich der Heuberg ().

Die Staatsstraße 2263 verläuft nach Großneuses (1,1 km nördlich) bzw. nach Oberlindach (2,7 km südlich). Die Kreisstraße ERH 27 verläuft nach Ailersbach (1,4 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Biengarten (1,2 km östlich).

Geschichte Im Jahr 1400 wurden die Brüder Leonhard und Joachim Pfannenmüller aus Boxbrunn urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. 1504 war das Kloster Frauenaurach Grundherr des Ortes. Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus, was vom Hochstift Bamberg bestritten wurde (z. B. im Jahr 1535).F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 182. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch. Vergangenheit und Gegenwart, S. 54. Ergänzt durch Boxbrunn auf der Website weisendorf.de

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Boxbrunn aus 7 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus. Grundherren waren das brandenburg-bayreuthische Klosteramt Frauenaurach (4 Höfe, 2 Güter) und das Rittergut Neuenbürg (1 Hof).

Von 1797 bis 1810 unterstand Boxbrunn dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kairlindach und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Kairlindach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Boxbrunn, zu der Ailersbach, Biengarten und Mechelwind gehörten.= Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden in Boxbrunn zwei Anwesen dem Patrimonialgericht Neuenbürg (bis 1835). Am 22. Juli 1822 wurde Biengarten eine Ruralgemeinde. Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde Boxbrunn dem Landgericht Herzogenaurach und dem Rentamt Erlangen zugewiesen, am 1. Oktober 1847 dem Rentamt Herzogenaurach. Ab 1862 gehörte Boxbrunn zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929 Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in Amtsgericht Herzogenaurach umbenannt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,596 km².

Am 30. April 1978 wurde die Gemeinde Boxbrunn im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Boxbrunn wurde nach Weisendorf eingegliedert, Ailersbach, Biengarten und Mechelwind wurden nach Höchstadt an der Aisch eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Boxbrunn Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 238 186 170 166 169 161 159 171 187 189 183 175 189 163 170 149 177 178 152 221 208 197 183 165HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 42 28 32 30 33 29 31 32 Quelle Für die Gemeinde Boxbrunn zuzüglich der Einwohner und Feuerstellen von Ailersbach (S. 4), Biengarten (S. 10) und Meckelwind (S. 58).

Ort Boxbrunn Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2019Einwohner 62 66 66 72 68 73 93 76 68 76 75Häuser 11 13 14 12 13 14 21 Quelle

Religion Boxbrunn ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Kilian (Kairlindach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Georg (Höchstadt an der Aisch) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Weisendorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1400 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt