mini|hochkant|Stolperstein in Palma de Mallorca
Die Liste der Stolpersteine auf Mallorca enthält die Stolpersteine auf der spanischen Insel Mallorca, Teil der Balearen, die vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers.
Die ersten Verlegungen in Spanien erfolgten am 9. April 2015 in Navàs und El Palà de Torroella, auf Mallorca am 16. Dezember 2018. Die katalanische Übersetzung des Begriffes Stolpersteine lautet: pedres que fan ensopegar. Auf Spanisch werden sie piedras de la memoria (Erinnerungssteine) genannt.
Einleitung mini|hochkant=1.2|links|Landung der Republikaner in Punta d’Amer
Der Spanische Bürgerkrieg dauerte von 17. Juli 1936 bis 1. April 1939. Mallorca war von Beginn an fest in der Hand der Nationalisten, während die Republikaner Menorca halten konnten. Im August 1936 scheiterte ein Landungsversuch der republikanischer Truppen aus Barcelona, die von Menorca aus die Befreiung von Mallorca versucht hatten. In der Schlacht um Mallorca siegten die Franquisten vor allem mit Unterstützung des faschistischen Italiens Anfang September, obwohl die Republikaner numerisch überlegen waren und auf Luft- und Seeunterstützung zurückgreifen konnten. Die Franquisten etablierten ihre politische Macht auf Mallorca mit hoher Brutalität. Beispielsweise ermordeten sie alle sozialistischen Bürgermeister der Insel, die nicht rechtzeitig flüchten konnten. An zwanzig von ihnen erinnern die ersten sogenannten Remembrance Stones, die von Gunter Demnig im Dezember 2018 verlegt wurden. Unterstützt wurden die Franquisten nicht nur von Italien, sondern massiv auch von Hitler-Deutschland – mit Direktzahlungen, Waffen und mit der Legion Condor, einem Freiwilligen-Regiment mit mindestens 12.000 Soldaten und 100 Flugzeugen, die Angriffe auch auf die Zivilbevölkerung durchführte. Die ersten zivilen Frachter mit Kriegsmaterial aus Deutschland, die Kamerun und Wigbert, trafen am 22. August 1936 in Spanien ein. Trotz der deutschen Unterzeichnung einer Nicht-Interventions-Vereinbarung vom September 1936 griff die Legion Condor Bilbao, Brunete, Teruel und den Ebro-Bogen an, zerstörte am 26. April 1937 Guernica und war am Massaker von Málaga mit mehr als 10.000 Opfern beteiligt. Die Legion Condor nutzte Mallorca als Basis für Luftangriffe am Festland, beispielsweise in Barcelona, wo ein Gasometer zerstört wurde, auf den Hafen von Valencia und auf Güterzüge bei Torreblanca.Braune Vergangenheit der Trauminsel: Wie sich Hitlers Nazis auf Mallorca breitmachten. In: Focus. 20. Oktober 2017 (focus.de). Die deutsche Unterstützung belief sich allein im Jahr 1939 auf rund 215 Millionen US-Dollar, davon 21,9 % für Waffenlieferungen und 62,6 % für die Legion Condor.Christopher Othen: Franco’s International Brigades: Foreign Volunteers and Fascist Dictators in the Spanish Civil War. Reportage Press, 2008.
Die NS-Opfer aus Mallorca waren alle Republikaner, die gegen die Franquisten gekämpft hatten und sich nach der Niederlage nach Frankreich gerettet hatten. Dort wurden sie teils interniert, teils konnten sie sich integrieren. Im Februar 1939 gab es fast 500.000 Kriegsflüchtlinge, die meisten von ihnen waren in Südfrankreich interniert. Mehr als die Hälfte von ihnen kehrte nach Spanien zurück und viele Franco-Gegner fanden Asyl in Lateinamerika.Walther L. Bernecker, Sören Brinkmann: Kampf der Erinnerungen. Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936–2006. Münster 2006, S. 184 Als Hitler-Deutschland im Mai und Juni 1940 weite Teile Frankreichs eroberte, gerieten auch die spanischen Bürgerkriegsflüchtlinge unter die deutsche Willkürherrschaft. Viele Spanier konnten untertauchen oder sich verstecken, zehntausende spanische Bürgerkriegsflüchtlinge gerieten jedoch in deutsche Gefangenschaft, ungefähr 15.000 wurden in Konzentrationslager deportiert, überwiegend nach Mauthausen und Gusen. Allein im Jahr 1941 starben 3.000 Spanier im KZ Gusen auf Grund der Zustände im Lager, der Unterernährung und der anstrengenden Zwangsarbeit. 1943 lebten von den nach Gusen deportierten, wahrscheinlich waren es ursprünglich 5.000 Spanier, nur noch 500.Mauthausen Memorial: Republikanische Spanier, abgerufen am 10. Mai 2020.
Verlegte Stolpersteine Algaida In Algaida wurde ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben120px HIER LEBTEJOANLLOMPART GARAUGEBOREN 1903VERHAFTET 28.5.1944DEPORTIERT 1944BUCHENWALDHALLE, PLÖMNITZBEFREIT Algaida, Camí de s'Estació 21 (1903−)
Andratx In Sant Elm, einem Ort in der Gemeinde Andratx wurde ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben120px IN ANDRATX LEBTERAFAEL MOYA PUJOLGEBOREN 1904VERHAFTET 16.11.1943PERTUISDEPORTIERT 1944BUCHENWALDFLOSSENBÜRGERMORDET 3.4.1945HRADISCHKO Sant Elm, Carrer Fabioler 1 (1904–1945)
Campos In Campos wurde ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px IN CAMPOS LEBTERÁMONARTOLA CASALSGEBOREN 1912EXIL 1939DEPORTIERT 1940MAUTHAUSENERMORDET 31.8.1941GUSEN Plaça de Mateu Prohens (1912–1941)
Escorca In Escorca wurde ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben120px IN ESCORCA LEBTEBARTOMEURULLAN SOCIASGEBOREN 1912DEPORTIERT 1944BUCHENWALDGANDERSHEIMSCHICKSAL UNBEKANNT Escorca, Placa de Lledoner (1912–?)
Llucmajor In Llucmajor wurden drei Stolpersteine verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px IN LLUCMAJOR LEBTEANTONIO OLIVERGEBOREN 1919VERHAFTET 24.1.1943MARSEILLESDEPORTIERT 1943SACHSENHAUSENERMORDETBERGEN-BELSEN 6 Plaça de Santa Catalina Tomàs 120px IN LLUCMAJOR LEBTEBARTOMEU OLIVERGEBOREN 1922DEPORTIERT 1943SACHSENHAUSENFALKENSEEBEFREIT 6 Plaça de Santa Catalina Tomàs 120px IN LLUCMAJOR LEBTEHONORATPUIGCERVERAMENGUALGEBOREN 1917DEPORTIERT 1940MAUTHAUSEN-GUSENBEFREIT 6 Plaça de Santa Catalina Tomàs
Manacor In Manacor wurde ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px IN MANACOR LEBTEJOAN AMER VADELLGEBOREN 1897EXIL 1939GEFANGEN GENOMMENPERPIGNAN FORT DU HÂDEPORTIERT 1944DACHAUERMORDET 21.2.1945 Manacor, Carrer de la Alegria, 7 (1897–1945)
Mancor de la Vall In Mancor de la Vall wurde ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben120px IN MANCOR LEBTEVICENS MARTORELLMARTORELLGEBOREN 1898VERHAFTET 25.11.1943DEPORTIERT 1944BUCHENWALDMITTELBAU-DORAERMORDET 1.2.1945HARZUNGEN Mancor de la Vall,Carrer Sant Joan / Carrer de son Simó (1898–1945)
Palma de Mallorca In Palma de Mallorca wurden 14 Stolpersteine an sieben Adressen verlegt:
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben120px HIER LEBTEJOSÉ M. AGUIRRESALABERRIAGEBOREN 1919DEPORTIERT 1940MAUTHAUSEN-EBENSEEBEFREITPalma,Carrer de Dionís Bennàssar, 5 wurde am 25. März 1919 in Marquina geboren. Er war das älteste von acht Kindern. Die Familie zog nach Irún, nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges emigrierte die Familie nach Hendaye. Aguirre und sein Vater gingen nach Katalonien um sich dort den Milizen anzuschließen, nach Ende des Bürgerkrieges ging er zurück nach Frankreich, dort wurde er in dem Lager von Saint-Cyprien und Camp de Gurs interniert. Er wurde einem Arbeitskommando der französischen Armee zugeteilt und half beim Bau der Maginot-Linie, wurde von der vorrückenden deutschen Armee gefangen genommen. Im Dezember 1940 wurde er nach ins KZ Mauthausen deportiert, nach viereinhalb Jahren wurde er ins KZ Ebensee überstellt und dort von amerikanischen Truppen am 6. Mai 1945 befreit. 1953 zog er nach Mallorca, arbeitete in der Hotelbranche, wo er auch seine Frau kennenlernte, mit der er zumindest eine Tochter hatte. Nach dem Tod Francos ging er als Zeitzeuge in Schulen. José María Aguirre Salaberría starb am 6. September 2009 in Palma.El País: José Mari Aguirre Salaberría, superviviente de Mauthausen, abgerufen am 29. März 2020Diario de Mallorca: , abgerufen am 29. März 2020120px HIER LEBTEEUGENIOBALDUZ ASENSIOGEBOREN 1919DEPORTIERT 1940MAUTHAUSENBEFREIT Sant Jordi,Calle de Can Conet, 22 wurde am 11. August 1919 in Villanueva y Geltrú geboren. Er stammte aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater, Aniceto Balduz Puyoles, stammte aus Saragossa, er war Arbeiter. Die Mutter, Isabel Asensio Fortanete, stammte aus Mas de les Mates, sie war Hausfrau. Er hatte drei jüngere Geschwister, eine Schwester und zwei Brüder. Als sich die republikanischen Truppen am Ende des Spanischen Bürgerkriegs zurückzogen, ging auch er Anfang 1939 nach Frankreich ins Exil. 1940 wurde er verhaftet, zuerst in einem Gefangenenlager im Elsass interniert und dann am 13. Dezember 1940 in das KZ Mauthausen deportiert. Seine Transportnummer war 4605. Er konnte viereinhalb Jahre Zwangsarbeit, zuletzt in einem Außenlager in Steyr, überleben und wurde am 5. Mai 1945 von den Alliierten befreit.Fondation pour la Memoire de la Deportation: ARRIVÉES DE SEPTEMBRE 1940 À JANVIER 1941 (III.2.), abgerufen am 3. Oktober 2019