Peter Paul Robert Plath (* 22. August 1933 in Narva, Estland; † 11. November 2017„Nachruf Prof. Dr. Peter Plath“, Artikel von Gerhard Goebel in der Zeitschrift „Tinnitus-Forum“, Heft 1/2018 in Recklinghausen) war ein deutscher Mediziner mit dem Fachgebiet Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Leben, Ausbildung und Werdegang Peter Plath wurde als Sohn von Gertrude Plath, geborener Weiss, und des Hals-Nasen-Ohrenarztes Werner Plath geboren. Nach der Flucht, bei der die Familie eigentlich zum Transport auf der Wilhelm Gustloff vorgesehen war, kam Peter Plath 1949 nach Bad Sachsa und machte dort 1952 sein Abitur. Er studierte von 1952 bis 1958 Medizin in Marburg, Göttingen und Düsseldorf Medizin. In Marburg trat er der Landsmannschaft Rhenania Jena bei.

Im Jahr 1958 legte er das Staatsexamen ab. Im selben Jahr wurde er in Düsseldorf zum Dr. med. promoviert. Danach war er von 1959 bis 1961 Assistent der Physiologie in Münster und von 1961 bis 1966 Assistenzarzt an der HNO-Abteilung der Universitätsklinik Düsseldorf. Seine Approbation als Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde erfolgte 1964. Von 1965 bis 1975 war Plath Oberarzt am Universitätsklinikum Aachen, ab 1971 als Wissenschaftlicher Rat und Professor. 1969 erfolgte dort die Habilitation mit dem Thema Das Ton- und Sprachgehör bei Lärmschäden des Gehörs. Von 1967 bis 1975 übte er eine Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Hochschule Rheinland in Köln aus. 1972 wurde er zum Professor ernannte; es folgte ab 1975 eine Tätigkeit als Chefarzt am Prosper-Hospital Recklinghausen. 1979 wurde er dort ordentlicher Professor und Chefarzt der HNO-Klinik der Ruhr-Universität Bochum. Am 31. März 1999 wurde er emeritiert. Plath war evangelisch, ab 1960 verheiratet mit Karin Plath, geborener Haeussler und hatte die fünf Kinder Barbara, Robert, Arthur, Walther und Dietrich. Er befasste sich privat mit Klassischer Musik, hatte über 6000 Schallplatten und starb in Recklinghausen.

Wirken und Funktionen Plath veröffentlichte 20 Bücher und verfasste zahlreiche Fachbeiträge in wissenschaftlichen Publikationen. Tätigkeitsschwerpunkte waren u. a. traumatische Hörschäden, Früherkennung und Behandlung von Hörschäden bei Kindern sowie Diagnostik und Therapie von Kehlkopfkrebs.

Plath war Sachverständiger für Hörgeräteakustik im DIN, der DKE und beim VDI. Seit 1964 wirkte Plath mit zeitweiligem Vorsitz in der Vereinigung Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen (ADANO), einer Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 1972 Gründung und bis 2003 ärztlicher Berater des Bundesverbandes der Kehlkopflosen. 1976 bis 2002 Vorsitzender des Vorstandes der GEERS-Stiftung. Er war von 1981 bis 1989 Vorsitzender des Internationalen Büros für Audiophonologie BIAP (französisch Bureau International d’Audiophonologie). Plath war Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses für Hörgeräteakustiker bei der Handwerkskammer Mainz.

Ein besonderes Interesse von Plath galt der Erforschung von Entstehung und Behandlung des Tinnitus sowie der Beratung und Betreuung daran Erkrankter. Hier arbeitete er seit deren Gründung eng mit der Deutschen Tinnitus-Liga zusammen.

Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl) 1990 Bundesverdienstkreuz 1994 Ehrenmitglied der Lettischen Otolaryngologischen Gesellschaft 2002 Ehrenvorsitzender der GEERS-Stiftung 2002 Margarethe von Witzleben-Medaille des Deutschen Schwerhörigenbundes DSB 2002 Ehrenmitglied des Polnischen Komitees für Audiophonologie 2007 Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Audiologie

Veröffentlichungen (Auswahl) Das Ton- und Sprachgehör bei Lärmschäden des Ohres. Schattauer Verlag, Stuttgart 1971, ISBN 3-7945-0254-X. HNO-Ratgeber für den praktischen Arzt. 1976, ISBN 3-7945-0506-9. Das Hörorgan und seine Funktion. 4. Auflage 1981; weitere Auflage; Marhold Verlag, Berlin 1991, ISBN 978-3-7864-3211-1. Lexikon der Hörschäden. Ärztliche Ratschläge. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-4370-0812-9. Ohrenerkrankungen. Erkennen, Vorbeugen, Behandeln. Midena Verlag, München 1997, ISBN 978-3-3100-0285-8.

Literatur Plath, Peter Paul Robert. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 952.

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