Gabriele Fritsch-Vivié (geb. März 1938) ist eine deutsche Theaterwissenschaftlerin, Dramaturgin und Publizistin. Die Mitarbeiterin der Arbeitsgemeinschaft „Frauen im Exil“ legt ihren Schwerpunkt auf Biografien von politisch Verfolgten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Leben Gabriele Fritsch-Vivié studierte Theaterwissenschaft, Musik, Philosophie und Psychologie in Berlin und Wien und promovierte über Ödön von Horváth. Nach dem Studium lernte sie 1968 Nelly Sachs in Stockholm kennen. Daraus erwuchs eine Beschäftigung mit der ins Exil gegangenen Schriftstellerin, die im Laufe der Zeit zu einer Biografie, zu Aufsätzen und einem Radio-Feature führte.
In Deutschland erwarb Fritsch-Vivié bei Oskar Werner praktische Theaterkenntnisse, dann wirkte sie als Regieassistentin und Dramaturgin an verschiedenen Theatern.
Sie lebt als freischaffende Publizistin in Berlin und schreibt Biografien, Kurzporträts, Essays und Rezensionen. Außerdem verfasst sie Gedichte, Libretti und Mitspieltheatertexte.
Zum Thema Gentechnologie entwickelte sie ein Theaterstück, das im Februar 2003 Premiere hatte.
Sie ist Mitarbeiterin in der Arbeitsgemeinschaft „Frauen im Exil“ in der Gesellschaft für Exilforschung.
Sie ist Mitglied des Zonta International Clubs Berlin 1989.
Werke (Auswahl) Monografien Nelly Sachs. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (= Rowohlts Monographien; 496). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1993, ISBN 3-499-50496-0. Mary Wigman (= Rowohlts Monographien; 50597). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, ISBN 3-499-50597-5. Gegen alle Widerstände. Der Jüdische Kulturbund 1933–1941. Fakten, Daten, Analysen, biographische Notizen und Erinnerungen. Mit einem Vorwort von Jakob Hessing. Hentrich & Hentrich, Berlin 2013, ISBN 978-3-95565-005-6. Kurt Singer. Arzt, Musiker und Gründer des Jüdischen Kulturbundes (= Jüdische Miniaturen; Band 218). Hentrich & Hentrich, Berlin 2018, ISBN 978-3-95565-256-2. Artikel
Tanz wird nur durch Tanz vermittelt: Mary Wigman. In: Amelie Soyka (Hrsg.): Tanzen und tanzen und nichts als tanzen. Tänzerinnen der Moderne von Josephine Baker bis Mary Wigman. Aviva, Berlin 2004, ISBN 3-932338-22-7, S. 62–76. Tanz – vom individuell freien Ausdruck zur offiziell geregelten Darstellung. Tanz im NS-Staat mit kurzem Ausblick auf das Exil. In: Germaine Goetzinger, Inge Hansen-Schaberg (Hrsg.): „Bretterwelten“. Frauen auf, vor und hinter der Bühne (= Frauen und Exil; Band 1). Edition Text + Kritik, München 2008, ISBN 978-3-88377-956-0, S. 197–213.
Der Bund – Soziales, Solidarität, Verbundenheit. Der Jüdische Kulturbund 1933–1941 in seiner Entwicklung, Aufgabenstellung und Wirkung. In: Adriane Feustel, Inge Hansen-Schaberg, Gabriele Knapp (Hrsg.): Die Vertreibung des Sozialen (= Frauen und Exil; Band 2). Edition Text + Kritik, München 2009, ISBN 978-3-86916-031-3, S. 178–199. Radio-Feature Nelly Sachs – Die Suchende – Feature zum 125-jährigen Geburtstag., Autorin: Gabriele Fritsch-Vivié, Regie: Walter Baumgartner, Mitteldeutscher Rundfunk MDR, 2016MDR Empfehlung: Von Gabriele Fritzsch-Vivié, Regie: Walter Baumgartner, 7. Dezember 2016, abgerufen am 13. Oktober 2023.Schweizer Radio, Kultur: Nelly Sachs: Klein, zerbrechlich – und wortgewaltig. Walter Baumgartner, 10. Dezember 2016, abgerufen am 13. Oktober 2023.Schweizer Radio, Sendungsporträt: Die Suchende – Eine Annäherung an die Dichterin Nelly Sachs. Produktion: MDR/rrb 2016, Autoren: Gabriele Fritsch-Vivié, Walter Baumgartner, 9. Dezember 2016, abgerufen am 13. Oktober 2023.
Auszeichnungen Würzburger Literaturpreis der Arbeitsgemeinschaft Würzburger Literaturtage
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