Oberlindach ist ein Gemeindeteil des Marktes Weisendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Oberlindach hat eine Fläche von 7,820 km². Sie ist in 780 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10025,52 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Schmiedelberg.
Geografie Das Dorf ist von einer großen Zahl von Weihern umgeben: Im Nordwesten werden sie Rippelsweiher genannt, im Westen Wert- und Leeritzenweiher und im Nordosten Oberlindacher Weiher. Die Weiher werden durch ein weitverzweigtes Netz von Bächen gespeist, die zwischen Weisendorf und Großenseebach als linke Zuflüsse in die Seebach fließen. Im Südwesten schließt an den Ort überwiegend Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand an. Diese Flur wird Schloßberg genannt. 1 Kilometer nordwestlich jenseits der Weiher gibt es ein zusammenhängendes Waldgebiet (Hohe Wart, Lindenholz, Egelsee und Schmiedelberger Holz).
Die Staatsstraße 2263 verläuft nach Boxbrunn (2,6 km nördlich) bzw. nach Weisendorf (1,4 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Sauerheim (1,8 km südwestlich), eine weitere nach Kairlindach zur Kreisstraße ERH 27 (2,2 km östlich).
Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.
Geschichte Das Hochstift Bamberg war der ursprüngliche Lehensträger des Ortes. 1398 gehörten zwei Güter der Nürnberger Familie Kreß von Kressenstein. Um 1420 bestand das Dorf aus 11 Höfen. 1434 befanden sich drei im Besitz der Burggrafschaft Nürnberg. 1461 stiftete der Nürnberger Bürger Johann Igelthaler einen Hof für die Frühmesse in Hannberg. Dieser Hof gehörte ab 1547 dem Landalmosenamt Nürnberg. 1504 war das Dorf größtenteils nürnbergisch, zwei Güter gehörten Balthasar von Seckendorff, dem Schlossherrn zu Weisendorf, zwei dem Kloster Frauenaurach und drei dem brandenburg-kulmbachischen Amt Dachsbach, das damals auch die hohe Gerichtsbarkeit und Dorfherrschaft ausübte. 1665 wurde für Oberlindach und Schmiedelberg eine Dorfordnung erlassen.= Ergänzt durch Oberlindach auf der Website weisendorf.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Oberlindach aus 14 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das nun brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach (KJA Dachsbach) aus. Grundherren waren Brandenburg-Bayreuth (KJA Dachsbach: 2 Höfe, 1 Schmiede, 1 Hirtenhaus; Oberamt Baiersdorf: 2 Güter, Klosteramt Frauenaurach: 2 Güter), die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 1 Gut), und Nürnberger Eigenherren (von Furtenbach: 1 Gut, von Löffelholz 1 Gut), Rittergut Weisendorf: 1 Gut und 1 Tropfhaus, Frühmesse Herzogenaurach: 1 Gut.
Von 1797 bis 1810 unterstand Oberlindach dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. 1810 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kairlindach und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Kairlindach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Oberlindach, zu der Schmiedelberg gehörte.= Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden in Oberlindach zwei Anwesen dem Patrimonialgericht (PG) Weisendorf (bis 1848), ein weiteres dem Freiherrn von Volckamer (bis 1811). Schmiedelberg unterstand in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem PG Weisendorf. Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde Oberlindach dem Landgericht Herzogenaurach und dem Rentamt Erlangen zugewiesen, am 1. Oktober 1847 dem Rentamt Herzogenaurach. Ab 1862 gehörte Oberlindach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin dem Rentamt Herzogenaurach (1919 in das Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,806 km².
Am 1. Mai 1978 wurde Oberlindach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Weisendorf eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberlindach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 117 180 188 183 163 161 180 163 173 161 153 137 135 139 137 136 140 142 132 214 214 187 154 171HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 25 25 26 27 26 24 24 31 Quelle Für die Gemeinde Oberlindach zuzüglich der Einwohner und Feuerstellen von Schmiedelberg (S. 82).
Ort Oberlindach Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2019Einwohner 117 132 144 131 113 110 190 107 123 126 159Häuser 17 21 21 18 20 23 34 Quelle
Religion Oberlindach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Kilian (Kairlindach) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Josef (Weisendorf) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Weisendorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt