The Politician ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die am 27. September 2019 auf dem Video-on-Demand-Anbieter Netflix ihre Premiere feierte. Sie wurde von Ryan Murphy, Brad Falchuk und Ian Brennan erdacht, die zusammen bereits an den Serien Glee und Scream Queens arbeiteten. Sie handelt von Payton Hobart, einem Schüler, der eine politische Karriere anstrebt und US-Präsident werden will, weswegen er sich in der ersten Staffel um das Amt des Schülersprechers bewirbt, um erste Erfahrungen in der Politik zu sammeln.
Die zweite Staffel, deren Dreharbeiten im November 2019 starteten, erschien am 19. Juni 2020. Laut Ryan Murphy sei auch eine dritte und letzte Staffel geplant, allerdings werde diese wahrscheinlich erst in ein paar Jahren produziert, wenn der Hauptdarsteller Ben Platt etwas älter sei, um glaubhaft einen potentiellen Kandidaten für das Präsidenten-Amt darstellen zu können.
Handlung Payton Hobart stammt aus einer wohlhabenden Adoptivfamilie. Mit seinen Eltern Keaton und Georgina sowie seinen Brüdern Martin und Luther wohnt er in Santa Barbara. Er ist einer der besten Schüler an der High School Saint Sebastian und will dort in seinem letzten Schuljahr Schülersprecher werden, da er sich so auf das Amt des US-Präsidenten, das er später einmal bekleiden möchte, vorbereiten will. Als Running Mate, also Stellvertreter, sucht er sich die etwas naive Infinity Jackson aus.
Payton hat vor allem mit Astrid Sloan, seiner Mitstreiterin, und Infinitys Großmutter Dusty zu kämpfen. Beide wollen unter allen Umständen verhindern, dass Payton die Wahl gewinnt, letztere schreckt dabei auch nicht vor Gewaltanwendung zurück. Zudem nimmt sich Paytons Mitstreiter und einstiger Liebhaber River Barkley in der ersten Folge das Leben, was Payton schwer trifft. Ricardo, Infinitys Freund, sieht ihr Engagement für Payton nicht gerne, weswegen er Payton nach dem Leben trachtet.
Auch in seinem Privatleben wird Payton mit Problemen konfrontiert: Seine Adoptivbrüder Martin und Luther sowie sein Adoptiv-Vater Keaton mögen ihn nicht sehr. Erstere schikanieren ihn ständig, während zweiterer keinen Hehl daraus macht, dass er seine leiblichen Söhne gegenüber Payton bevorzugt. Seine Adoptivmutter Georgina liebt Payton dafür innig, allerdings ist ihre Ehe durch die vielen Affären belastet, die Georgina sowohl mit Männern als auch Frauen hat.
Figuren Payton Hobart ist der Protagonist der Serie. Da er seit frühester Kindheit das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten anstrebt, will er in seinem letzten Schuljahr an der High School erste Erfahrungen in der Politik sammeln, indem er sich für das Amt des Schülersprechers bewirbt. Er ist hochintelligent und besitzt mit einem GPA von 4,3 einer der besten Notendurchschnitte an der Schule. Er ist äußerst ehrgeizig, will aber eigentlich nur Bestätigung, die er zuhause nicht erhält. Seine Adoptivbrüder Martin und Luther ärgern ihn ständig mit der Tatsache, dass er adoptiert wurde, sein Adoptivvater Keaton ist ebenfalls nicht besonders von ihm angetan, lediglich seine Adoptivmutter Georgina liebt Payton und schenkt ihm Zuneigung, weswegen Payton keinerlei Bemühungen anstrebt, seine leibliche Mutter ausfindig zu machen. Am Anfang der Serie verübt sein Konkurrent und ehemaliger Liebhaber River Barkley Suizid, worauf Payton vollkommen bestürzt reagiert. Payton ist zwar in seinem Wahlkampf gerissen und pragmatisch, allerdings würde er nie betrügen, um sein Ziel zu erreichen. Obwohl Payton oft ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer handelt, hat er eigentlich ein gutes Herz, befürchtet manchmal, durch seinen Ehrgeiz böse zu werden, und kann durchaus Reue für seine Taten zeigen. Als sich seine Rivalin Astrid Sloan aus dem Wahlkampf zurückzieht, wird Payton automatisch Schülersprecher. Später werden einige fragwürdige Methoden in seinem Wahlkampf öffentlich, was seinen Ruf so schwer schädigt, dass er zurücktreten muss. Zudem erleidet er eine Schussverletzung durch ein Luftgewehr und fällt aufgrund einer Sepsis ins Koma, wo er von River träumt. Keaton enterbt ihn und Georgina, er verliert obendrein seinen Studienplatz an der Harvard University. Aus diesem Grund zieht er alleine und ohne Geld nach New York, wo er dem Alkohol verfällt. Nach drei Jahren trifft er auf seine alten Weggefährten, die ihn wieder aufbauen, weshalb er beschließt, für den Senat von New York zu kandidieren. Payton hat zudem eine Vorliebe für Schach, das er sowohl in Santa Barbara als auch während seiner Zeit in New York im Central Park spielt. Infinity Jackson wuchs bei ihrer Großmutter Dusty auf, da ihre Mutter bereits starb, als sie noch klein war, über den Verbleib ihres Vaters ist nichts bekannt bis auf die Tatsache, dass er und ihre Mutter noch Jugendliche waren, als Infinity geboren wurde. Infinity leidet laut eigener Aussage an Krebs und macht zurzeit eine Chemotherapie. Allerdings ist sie gar nicht krank, sondern wird von Dusty mit Medikamenten vergiftet. Diese beziehungsweise ihre Abschottung durch ihre Großmutter scheinen ihre mentale Entwicklung beeinträchtigt zu haben, da Infinity für ihr Alter recht naiv und kindisch handelt. So behauptet Dusty, dass sie den Intelligenzquotienten einer Fünfjährigen habe, zudem will Infinity in Paris leben, um die Ratten aus Ratatouille in ihrem Restaurant zu sehen. Als Infinity herausfindet, dass Dusty wahrscheinlich für den Tod ihrer Mutter verantwortlich ist, erpresst sie sie mit ihrem Verdacht, sodass diese gezwungen ist, Infinity endlich ein selbstbestimmtes Leben führen zu lassen. Infinity ist energiegeladen, etwas sonderbar und im Gegensatz zu vielen ihrer Mitschülerinnen nett und freundlich, kann aber auch manipulativ sein, wenn es notwendig ist. Zudem lispelt sie ein wenig und hat eine eher schwache Stimme. Infinity hat neben Ricardo einen weiteren Verehrer, ihren Mitschüler Andrew Cashman. Dieser leidet unter infantiler Zerebralparese, konsumiert ständig Marihuana und äußert sich bis auf Infinity gegenüber jedem seiner Mitmenschen abfällig. Er ist wie Ricardo auch von Infinity besessen und erzählt der Direktorin, dass Infinity nicht wirklich krank ist. Ihm wird aber keinerlei Glauben geschenkt, weswegen er nachsitzen muss. Astrid Sloan ist zunächst Rivers Freundin. Als er stirbt, kandidiert sie für das Amt der Schülersprecherin, um so die Erinnerung an ihn zu wahren. Sie war es auch, die ihn dazu gebracht hat, sich als Schülersprecher zu bewerben. Sie schreckt zwar nicht vor manipulativen und hinterhältigen Methoden zurück, um die Wahl für sich zu entscheiden. Beispielsweise verkündet sie in der Schule, dass Payton (den sie in der zweiten Klasse als Schwuchtel bezeichnet hatte) homosexuell sei, was jedoch weder wahr ist noch den gewünschten Erfolg mit sich bringt. Allerdings wird ihr die Wahl im Laufe der Staffel immer unwichtiger, da es ihr bei sich zu Hause nicht sehr gut geht. Sie stammt zwar aus einem reichen Elternhaus, fühlt sich aber einsam, da sie kaum Freunde hat. Sie hasst auch ihre Eltern Theo und LisBeth, die zueinander kein gutes Verhältnis haben. Sie kritisiert zwar ihren Vater für seine Oberflächlichkeit, extrem hohe Erwartungen an sie und Verachtung gegenüber ihr, was diesen aber kaltlässt. Sie flüchtet zusammen mit Infinitys Freund Ricardo für einige Tage nach New York, wird allerdings wieder nach Hause zurückgebracht. LisBeth, die drogenabhängig ist und früher eine Escort-Dame war, kritisiert Astrid für ihr Verschwinden und interessiert sich nicht für ihre Gefühle. Astrid zeigt Theo schließlich wegen Betrugs beim FBI an, er lobt sie dafür, was sie beschämt zurücklässt. Am Ende der Staffel geht sie erneut nach New York und unterstützt ihren einstigen Konkurrenten Payton bei seiner Kampagne für den New Yorker Stadtsenat. Keaton Hobart weiß von Georginas vielen Affären und der Tatsache, dass sie ihn eigentlich gar nicht liebt. Obwohl es um ihre Ehe schlecht steht, will er, dass sie wenigstens so tut, als ob ihre Verbindung glücklich wäre. Als Georgina schließlich doch die Scheidung will, springt er vor Verzweiflung aus dem Fenster, überlebt aber. Er droht Georgina damit, sie und Payton zu enterben, falls sie erneut eine Affäre oder sich von ihm trennt. Keaton hat eine nicht besonders hohe Meinung von Payton und bevorzugt offen seine Söhne Martin und Luther, bis diese ihn ersticken wollen, als er im Krankenhaus liegt, um so alleinige Erben seines Vermögens zu werden. River Barkley ist zunächst Paytons einziger Konkurrent bei der Wahl zum Schülersprecher. Er unterrichtet Payton auch in Mandarin, er beherrscht die Sprache, da er bis zu seinem zehnten Lebensjahr in China gelebt hat. Zudem hatte er mit Payton einmal eine sexuelle Beziehung und ist in der Gegenwart mit Astrid zusammen. In der ersten Folge erschießt er sich vor Paytons Augen, zumal er sich schon im Vorjahr das Leben nehmen wollte. Rivers Tod trifft Payton schwer, er erinnert sich oft in Rückblenden an ihn. Rivers Geist erscheint ihm auch in Träumen und fungiert als sein Gewissen, indem er ihn anregt, moralisch und gewissenhaft zu handeln. Als Payton im Koma liegt und von River träumt, erzählt dieser ihm, dass er oft niedergeschlagen war und in seinem Leben mehr Schlechtes als Gutes erlebt hat, allerdings ist nicht klar, ob tatsächlich Depressionen die Ursache für Rivers Suizid waren. Alice Charles ist Paytons Freundin. Sie ist oft recht emotionslos, was ihr zugutekommt, als sie einen Lügendetektor-Test machen muss und ihn besteht, da sie keinerlei Nervosität oder Unruhe empfindet. Obwohl sie meist kühl und distanziert ist, kann sie manchmal auch ihre offene und warmherzige Seite zeigen. Während der Wahl behauptet sie öffentlich, eine Affäre zu haben, damit Payton so das Mitgefühl seiner Mitschüler erlangt. Allerdings ahnt er nicht, dass Alice tatsächlich seit mehreren Monaten eine Affäre mit Astrids Vater Theo hat. Sie trennt sich schließlich von Payton, als sie nach drei Jahren vor dem Traualtar steht und erfährt, dass Payton für den New Yorker Staatssenat kandidiert, verlässt sie ihren Verlobten, um Payton beizustehen. McAfee Westbrook ist ein Mitglied in Paytons Wahlkampfteam. Sie unterstützt ihn bedingungslos auch dann noch, als James und Alice schon eingesehen haben, dass seine Visionen wahrscheinlich nie in die Tat umgesetzt werden. Sie ist im Verhältnis zu den anderen Mitgliedern in Paytons Kampagne höflich und hilfsbereit, beispielsweise redet sie den haitianischen Austauschschüler Pierre Toussaint, dessen Stimme für die Wahl entscheidend sein könnte, im Gegensatz zu ihrem Kollegen James Sullivan mit seinem Vornamen an. McAfee ist meistens eher passiv und macht wie ihre Mitschülerin Skye Leighton des Öfteren auch höhnische Bemerkungen gegenüber anderen. Mit Skye hat sie eine Affäre, allerdings ist McAfees Sexualität nicht eindeutig. Als sie erfährt, dass Skye Payton töten wollte, ist sie schockiert und lehnt Skyes Angebot ab, unter Astrid Vizepräsidentin zu werden und zeigt sie stattdessen bei der Polizei an. Sie ist wie James auch sehr intelligent und geht nach ihrem Abschluss auf die Columbia University, wo sie bereits nach drei Jahren einen Double-Degree in Politikwissenschaften erhält.